23. März 2016

Das Ende eines Anfangs ...


Kennst du mich noch? Nicht wahr, du kennst mich.
Komm doch näher.
Noch mehr.
Warum kommst du nicht näher?
Hast du Furcht vor zu viel Nähe? Musst du nicht haben. Ich bin ungefährlich, das solltest du noch wissen.
Nein, ich war kein Opfer, in diese Rolle passte ich auch nicht hinein. Und Täter schon gar nicht. Was also blieb von alledem? 

Nur Bitterkeit.
Warum flüsterst du, darf das niemand hören?
Sprich doch lauter, damit ich dich sehen kann. Ich kenne dein Gesicht nicht mehr, es liegt auf dem Abfallhaufen meiner Vergangenheit.
Warum? 
Das fragst du? 
Du machst mir Spass, immer noch das alte Thema.
Verzeihen? Du? Mir?
Verwechselst du da nicht Objekt mit Subjekt?
Meinst du, all das wäre wie Wasser von mir abgeperlt,  einmal schütteln und alles ist Vergangenheit?
Du irrst.
Ich brauchte Jahre, um zu vergessen; du kommst und bringst mit drei Worten meine Welt wieder ins Ungleichgewicht. Macht dir das Freude?
Asche ist nun mal keine Farbe, es ist ein Zustand, das weisst du genau so gut wie ich. Um das zu erfahren, waren Schmerzen und Leiden nötig.
Und warum sollte ich heute darüber nicht lachen? 
Das ist meine Medizin, das nehme ich täglich dreimal, ich lache über mich, scheibchenweise und dunkelgrau.
Solltest du auch tun.Was sagst du da? 
Nein.
Tod wäre wirklich keine Lösung, Tod ist das Ende! Bitte nicht so dramatisch. Das passt gar nicht zu dir.
Warum zukunftslos?
Entschuldige, dass ich darüber schmunzeln muss. Du spielst dir doch selbst etwas vor, du bist Hauptdarsteller und Publikum in einer Person, stehst auf der Bühne und sitzt gleichzeitig im Parkett.
Dieser Beifall ist aber nicht von Dauer, das ist doch wohl klar. Irgendwann buhst du dich selber aus.
Alles dreht sich, nichts bleibt so, wie es ist. Panta rhei, sagten die Griechen. 
Momente des Lebens stehen nur scheinbar still, sie laufen unaufhörlich weiter. Ich kenne das doch, du solltest das doch auch wissen, wie es seinerzeit ablief, du warst doch einer der Hauptakteure.
Ach, du hast das abgehakt? So, so. Und nun verlangst du dasselbe von mir, ja?
Vergeben. Doch, vergeben habe ich dir schon lange. 
Das heisst aber nicht vergessen. Vergiss du nicht: Wunden verheilen, aber Narben bleiben zurück.
Schmerzen kann man betäuben, Gefühle unterdrücken, was bleibt davon übrig?
Hass, meinst du? Nein und abermals nein! Ich hasse dich nicht. Ich kann nur nicht verstehen und würde es doch so gern.
Es bleibt Enttäuschung, tiefe Enttäuschung. In einer Welt von Trümmern versuche ich, ein heiles Haus zu finden. Ich suchte vergebens, aber irgendwo war da dann ein Dach, ohne Wände, ohne Türen, ohne Fenster.
Ein Schutz vor der Dunkelheit des Lebens
Zweckloses Beginnen? Ja, du hast recht, so einfach ändert sich nichts. Emotionale Pausen einlegen sind Versuche am untauglichen Objekt.
So bleibt also kein Weg zu einer Lösung? Alles bleibt im Fluss, lass die Zukunft raten, die Vergangenheit ist nicht heilbar.


©by wildgooseman

Kommentare:

  1. In jedem Ende kommt ein Anfang. Deine Worte haben mich so gefesselt, dass ich erst mal sprachlos bin. Ich möchte es nicht analiysieren und doch muss ich es lesen, mehrmals lesen um zu verstehen. Der Text berührt mich irgendwie und ich versuche zu verstehen.Ein interessanter Text, wirklich sehr interessant.
    Lasse mir Zeit, denn ich bin immer voller Hoffnung und lasse Altes hinter mir, darum warscheinlich will ich nach vorne schauen. Es funktioniert nicht immer und nun schreibe ich aus dem Bauch, aber da kommen auch herzlichte Wünsche für Ostern heraus , Klärchen

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  2. zum Osterfeste, man wünscht nur
    das Allerbeste
    allen, dir ihr deinem imaginären Gesprächspartner, mir....
    ein sehr aufmerksam machender text, dieser Text über den ich lange nachsinne,
    es geht mir
    ein klein wenig wie Klärchen
    dabei, ich sinne...
    nach
    und darüber...
    fesselnd und interessant gespickt mit Nachdenklich - und TRaurigkeit
    und in jedem Ende steckt ein Neubeginn und Anfang....
    für uns alle...
    deine Angelface...

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  3. Hallo Ihr Lieben, "so oder so ist das Leben", Das sang einst Hildgard Knef.
    Ich würde hinzufügen: Ein Sammelsurium von Gedanken und Träumen, Wahrheiten und Lügen, Erlebnissen und Wünschen.
    All das zusammen ergibt das, was man LEBEN nennt.
    "So oder so" kann man alles sehen, es kommt immer auf den Betrachter an. Meinungen sind subjektiv! Gott sei Dank.
    Ich grüße Euch herzlich,
    Horst

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  4. Zwiesprache halten und doch kommt nicht immer die Antwort die man sich erhofft.
    Für manches ist es zu spät, die Zeit vergangen und da hilft nur, nach vorne schauen.
    Wie sagt man auch, die Antwort kennt nur der Wind.
    Liebe Grüße, Klärchen

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[B]Ich danke Dir für Dein Statement![b/]