27. März 2017

Der Hexenturm

Ein wunderschöner Sommertag,
Hoch ragt in den Himmel
der Hexenturm aus alten Tagen
am Rande zerfallener Mauern.
Aus eines alten Mannes Munde
erfahr ich die Mär  ungeschminkt 
vom Schicksal vieler Hexen
dieser schönen alten Stadt.

Das Grauen sitzt noch tief 
in modrigen Gewölben.
Aus tiefdunklen Verliesen 
geistert noch in vielen Köpfen 
das teuflisch lodernd Feuer.
Und immer noch schürt 
der Henker glühendes Eisen
wie in vergangener Zeit.

Rostbraune Flecke dort
an den Wänden zeugen
von Qualen und Schmerzen,
erlitten in einsamen Nächten,
in denen Verzweiflung
das einzige Brot war 
und Hass das einzige 
Wasser des Lebens.

Als ich die grauenerregenden
Mauern wieder verliess,
verfolgten mich deren Bilder 
noch Nächte lang in Gedanken
der Trauer und des Entsetzens.
Gern würde ich heute 
die damaligen Richter befragen,
warum so Grauenvolles geschah. 

Wie gut nur, dass Gestern und Heute 
so fern voneinander bestehen. 
Wie sonst könnten Menschen 
voller Neugier die Stätten
ruhigen Herzens besuchen,
wissend, dass in diesen Mauern
entsetzliches Unrecht 
an Menschen geschehen.

©by Wildgooseman

Kommentare:

  1. Lieber Horst es war sehr traurig was damals mit den Frauen angestellt und ihnen unterstellt wurde.Mich würde es grausen den Turm als Touristenatraktion zu besichtigen.Die Geschichte um den Turm sollte man kennen.Hab Dank dafür.Herzlichste Grüße,Klärchen

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  2. Das siehst Du vollkommen richtig, Es ist unsäglich traurig, was da jahrhundertelang geschah.
    (Ich kenne die Geschichte!)
    Herzliche Grüße,
    Horst

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[B]Ich danke Dir für Dein Statement![b/]