13. Juni 2017

Es gibt keine Wunder mehr!

Nicht wahr, das sagt sich so leicht und einfach daher. Unsere moderne und aufgeklärte Zeit hat keinen Platz mehr für Wunder, alles wird erklärbar gemacht, die Wissenschaft hat für alles eine einleuchtende Antwort.
Gibt es wirklich keine Wunder mehr? Seit wann ist das denn schon so?
Gestern an diesem heißen Sommertag, als ich dieses Bild »schoss«, gab es aber noch Wunder!
Als ich diesen schattigen Waldweg entlang ging, die Kühle der Blätter buchstäblich spürte, das Schlagen des Buchfinks hörte und das leise durchdringende Zirpen der Zikaden vernahm, da gab es das Wunder noch!
Wer kann das kunstvolle Gebäude eines Waldameisenhaufens betrachten, ohne staunend stillzustehen? Das Vogelnest, irgendwann einmal vom Sturm aus einem Baum herunter geweht, ist es nicht ein Wunderwerk, kunstvoll von den kleinen Baumeistern geschaffen? 
Hebe ich den kleinen Stein auf, von ästhetischer Schönheit in Grau mit wundervoller Maserung, Millionen von Jahren alt – ist das nicht ein Wunder?
Das Reh, das mich aus dem Unterholz heraus mit vorsichtigen Blicken beobachtet, jederzeit zur Flucht bereit, auch das ist ein Wunder.
Christian Morgenstern schrieb einst:
»Nichts ist so klein, dass es nicht Wurzeln hätte bis in den Urgrund des Geheimnisses, und von Rechts wegen dürften wir, wie viel wir auch über die Dinge wissen, das Staunen ihnen gegenüber niemals ganz verlernen.
Das Wunder bleibt immer größer als die Erklärung! «
Es gibt keine Wunder mehr!
Es gibt keine Wunder mehr?
Wer kann so etwas behaupten, ohne sich täglich selbst zu widersprechen? Wir neigen immer dazu, alles mit irgendwelchen Thesen erklären zu wollen. Immer hinter die Dinge zu schauen, zu versuchen der Natur ins Handwerk zu pfuschen. 
Warum nicht einmal alles so hinnehmen, wie es ist, wie es geschaffen wurde, erhalten wurde und noch immer wird, solange sich der Mensch da nicht einmischt.

Ich denke, das Einzige, das mich nicht mehr an Wunder glauben lässt, ist der Mensch, der sich ständig selbst zu reproduzieren versucht und die Natur verdreht und ummodelt, bis sie nicht mehr sie selber ist, sondern nur noch ein Abklatsch des menschlichen Willens! 
Nur gut, dass dies nicht immer klappt. »Gott sei Dank!«


©by Wildgooseman

Kommentare:

  1. Die kleinen und großen Wunder umgeben uns jeden Tag, immer wieder, wir müssen einfach mit wachen Augen schauen.
    Lieben Gruß in den Abend und ein Danke für deinen wunderbaren Beitrag zum Besinnen, Klärchen

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  2. Ja, Klärchen, Du merkst, ich habe es mit den Bäumen! Wie viele Beiträge habe ich schon drüber verfasst - nicht mehr zählbar.
    Und Wunder? Täglich, nicht wahr? Man muss halt nur die Augen offen halten!
    Liebe Grüße von uns bei warmem Sonnenschein
    von uns beiden in den Norden ...

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[B]Ich danke Dir für Dein Statement![b/]