4. September 2017

Reparationsforderungen ?


Da lese ich gerade in den News: Polnische Regierung prüft die Möglichkeit, erneut Reparationsansprüche an Deutschland zu stellen.
Gewiss, solche Forderungen werden gebetsmühlenartig immer wieder an die Bundesrepublik gestellt.
In regelmäßigen Abständen kennt man dies aus Griechenland, aber auch aus anderen Ländern, eben auch aus Polen. Alle paar Jahre werden immer wieder solche Stimmen laut.
Einige dieser außenpolitischen Forderungen werden ausschließlich aus Gründen der Innenpolitik erhoben.
Die rechtsgerichtete Regierung Polens versucht damit innenpolitisch zu punkten. Auch deshalb, weil die von früheren Regierungen abgegebenen Erklärungen rundweg abgestritten werden. Diese seien damals lediglich ein Marionettenstaat der Sowjet-Union gewesen, deshalb seien diese Verträge nicht gültig.
Das mag ja auch richtig sein, aber Verträge zwischen Staaten sind eben Verträge! Pacta sunt servanda, das ist eine Devise, die seit Urzeiten von den Völkern einzuhalten waren.

Da könnte man sich nun ja wundern, dass 72 Jahre nach Kriegsende noch Forderungen nach Reparationen für Verwüstungen, die das Nazi-Regime im Zweiten Weltkrieg angerichtet hat, der Bundesrepublik vorgetragen werden. Wundern ja - aber im Grunde auch nicht, weil eben die beanspruchenden Regierungen sich damit ihre Macht im eigenen Staate sichern wollen.
Der Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990, den die Bundesrepublik und die damals noch bestehende DDR mit den Siegermächten des Krieges schlossen, enthält die Anerkennung der polnischen Westgrenze!
Damit wurden die Übertragung von gut einem Viertel vormals deutschen Reichsgebiets auf Polen sanktioniert. Ebenso die Vertreibung von ca.14 Millionen Deutschen - und das ohne jede Entschädigung!
Der Vertrag von 1990 wurde anschließend von den Teilnehmerstaaten der KSZE – dieser heute beinahe vergessenen europäischen Friedenskonferenz – ohne jeden Einspruch akzeptiert!
Sind das nicht Reparationen genug? Davor liegen über 800 Jahre deutscher Besiedlung dieser Gebiete jenseits von Oder und Neisse. Auch wenn man uns heute weismachen will, dass diese Gebiete stets slawisch gewesen wären, sie waren deutsches Land.
Gewiss, Deutschland hat diesen unseligen 2.Weltkrieg begonnen. (Übrigens unter anderem auch durch Reparationszahlungen nach dem Weltkrieg I. hervorgerufen!)
Dieses heutige Deutschland hat sich auch zu dieser seiner Schuld bekannt! (Wann hat das jemals ein Staat getan?) Jetzt noch Forderungen zu stellen, ist blanker Hohn.
Mit gleichem Recht könnten unser Staat noch »Reparationsleistungen« an das
Römische Kaiserreich stellen. Oder an das napoleonische Frankreich?
Und immer wieder an die schrecklichen Greueltaten in den Ghettos von Warschau usw. zu erinnern, ist ebenfalls kein Grund für solche Forderungen. Zumal Zehntausende von polnischen Staatsangehörigen seinerzeit als sogenannte HiWis (
Hilfswillige) an den Verbrechen genau so beteiligt waren wie die deutschen Verbrecher!
Deutschland, das demokratische Deutschland hat für alle Schandtaten bezahlt, die damals in seinem Namen begangen wurden.
Irgendwann aber muss auch in einer Staatengemeinschaft wie der Europäischen Union die Einsicht einkehren, dass man Schuld nicht auf ewig den Nachfolgern anlasten kann.

 ©2017 by Wildgooseman 

























Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

[B]Ich danke Dir für Dein Statement![b/]