9. August 2017

Hofleben damals



Neblige Perlen auf taunassem Gras.
Eine dicke, schwarzbunte Kuh frass
wahrscheinlich viel zu viel Klee.
Jetzt tut ihr grausam der Pansen weh.

Die weissen Gänse am Weiher dort
sie möchten liebend gerne fort;
dahin, wo in den Wolken droben
ihre Verwandten die Freiheit loben.   

Eine Hühnerschar da auf der Wiese,
vierundzwanzig sind es nach Adam Riese,
legt die Eier noch nach alter Weise -
aber ganz bestimmt nicht leise.

Der bunte Hahn auf dem großen Misthaufen
möchte mit dem Konkurrenten gern raufen.
Doch leider kräht der zu weit in der Ferne,
das ist zu viel Stress, drum bleibt er gerne.

Ein paar Schweinchen vergnügen sich in der Suhle.
(Das ist eine schlammige, nasse Kuhle.)
Die Sau passt gut auf, denn das ist ihre Pflicht,
doch mitzusuhlen, nee, das mag sie nicht.

Auf der Weide zwei Schimmel traben geschwind,
sehr elegant, wie zwei Federn im Wind.
Sie freuen sich des Lebens, weil sie gerne laufen -
doch morgen will sie der Bauer verkaufen.

Der Kater auf der Tenne schleicht durch das Stroh,
da war doch ein Mäuschen? Er weiss nur nicht, wo!
Die Maus sitzt im Nest, hat sich schnell versteckt
und hofft, dass der Kater sie nicht entdeckt.

Nero, der Hofhund liegt konzentriert vor der Hütte,
überwacht den ganzen Hof, das ist ja so Sitte!
Er würde auch lieber durch die Felder jagen,
doch er traut sich nicht, den Bauern zu fragen.

Ja, so war es früher, auf dem Bauernhof das Leben.
In dieser Form wird es das nie wieder geben!
Heute berechnet der Computer den Ertrag auf dem Feld,
und was dann dabei rauskommt, ist bares Geld.

©by wildgooseman

1 Kommentar:

  1. Wie wahr lieber Horst, du wunderbarer Poet. das Landleben gesund und ohne Druck und Kommerz kenne ich auch noch. Glückliche Tiere!
    liebe grüße zu Dir, Klärchen

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[B]Ich danke Dir für Dein Statement![b/]