17. Dezember 2017

Und Weihnachten?


Eigentlich wollte ich ja einen guten Text zum Weihnachtsfest schreiben. Ist leider nichts geworden, weil ich die Doppelzüngigkeit, die an diesen Tagen überall zutage tritt, nicht auch noch unterstützen möchte.
Da liegt das Kind in der Krippe, wird angebetet, wird hofiert von kleinen und großen Menschen, reich beschenkt - Gold, Weihrauch und Myrre, so ist es überliefert.
»Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen« singen die Engel auf den Feldern und Weiden und alles stimmt mit ein. 
So lesen und hören wir es Jahr für Jahr in den Kirchen zum Heiligen Abend. Und auch die, die mit der Kirche nichts am Hut haben, feiern dieses segensreiche Weihnachtsfest mit. Weil es ja ein Fest der Familie ist!

Ja? Ist es das wirklich, ein Fest der Familie? Ich bin da aber doch skeptisch! Zu keiner Zeit wird in den Familien so viel gestritten wie Weihnachten. Dabei ist es gleich, ob es im Herrgottswinkel auf dem Almhof oder auf der Warf einer Hallig, ob im Haus in der Eifel oder auf dem Hof in der Magdeburger Börde geschieht.
Weihnachten sind alle mal wieder beisammen, die das ganze Jahr nichts von sich hören lassen! Und all die unausgeräumten Streitigkeiten treten ungehindert auf den Plan. Klar, Friede auf Erden - wenigstens für einen Tag - das wünscht sich eigentlich jeder. Aber auch jeder erwartet es nur vom Anderen!
Bitte wasche mir meinen Pelz, aber wehe, du machst ihn mir nass!

Ein Kind wurde geboren, damals in einer Zeit voller Not und Armut, in einem Stall. Er brachte uns die Hoffnung auf die Welt. Die Hoffnung auf eine bessere Welt. 
Niemand hatte da etwas von einer »Riesenparty« gesagt, die dann jedes Jahr gefeiert werden sollte. Auch von einer Steigerung des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr wurde an diesen Tagen nichts erwähnt ...

Jesus Christus kam auf die Welt um uns zu erlösen -von allem Bösen. Und? Er hat es bisher leider nicht geschafft, auch zweitausend Jahre später bringt der Bruder den Bruder um; die Schwester wünscht der Schwester alles Schlechte der Welt.
Deshalb, und gerade deshalb geschah dann auch Golgatha, rund dreißig Jahre später! Und all die sogenannten Propheten, gleich welchen Namens, die danach neue Religionen schufen nach ihrem eigenen Gusto, sie alle können dem Menschen nicht das Wasser reichen, der damals geboren wurde und der damals auch für uns starb!

»Weihnachten sollte nur für die gelten«, sagt mir mal jemand, »die auch an Christus glauben, für alle anderen dürfte es kein Feiertag sein

»Falsche Aussage! Auch für die Menschen ist es geboren, das Kind dort in der Krippe! Und auch gestorben für die, die es verhöhnen und die dieses Kind in der Krippe später ans Kreuz schlugen.
Das gerade ist doch Weihnachten! Es ist kein Fest der Familie, wie es immer propagiert wird.
Keine Tralala-Party mit Pomp und Glitzer.

Es ist ein Geburtstagsfest, ja. Aber was für eins! Und alle, die so liebend gern Geburtstag feiern, sollten sich in diesen Tagen daran erinnern, dass der Herr geboren wurde, vor zweitausend Jahren, in diesem heute noch aktuellen Palästina! Und dass er dort auch starb - im gleichen Land, und heute immer noch stirbt, Tag für Tag …

©by Wildgooseman


Kommentare:

  1. lieber Horst, meinFreund, man spürt in deinem Text und das schreibe ich ganz spontan wie immer ohne lange zu überlegen - deine leichte Verbitterung, ja den Groll den man immer in sich trägt wenn man sieht und bedenkt was aus unserem schönen weihnachtsfest geworden ist, wie viele menschen es verunglimpfen, dessen eigentliche Bedeutung verneinen, nicht mehr daran denken was es bedeutet - und egal woran man glaubt.Christ ist man immer und bleibt es auch, wenn man vor all dem Bösen nicht mehr weiß woran man glauben soll, woher man die Kraft des Glauben schöpfen soll.
    Eben komme ich von einem kleinen gemütlichen weihnachtsmarkt zurück wo die Stille des FRiedens deutlich spürbar war, wo nichts von all dem Trubel und Pomp zu erspähen war und ich bin froh darüber so abgeschieden zu wohnen, wo die natur noch Natur ist und man den Frieden spürt wenn! er in einem selbst wohnt...
    ich wünsche dir
    einen friedvollen schönen 3.Adventssonntag und grüße dich allerherzlichst lieber Freund..
    deine Angel

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  2. dein Text macht sehr nachdenklich
    ja..
    ich denke auch es gibt zweierlei Weihnachten
    eines ist nur noch Traditon und Volksfest
    ohne weitere große Bedeutung
    das andere findet ganz still statt..
    vielleicht in der leeren Kirche vor der Krippe
    vielleicht draussen im Wald vor dem Sternenhimmel
    und ja.. mit der Geburt wurde der Tod besiegelt
    und ohne die Geburt hätte es keine Erlösung für uns gegeben
    vielleicht sollten wir dass in einem stillen Moment in unserem Herzen bedenken
    und dann beide Weihnachten sinnvoll miteinander verknüpfen
    ich wünsche dir ein schönes und besinnliches Weihnachten
    Rosi

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  3. Danke für die Antworten auf meine Weihnachtsfragen. Ja es ist genau das, was den Menschen bewegen sollte. Sollte. Aber leider habe ich nicht weit genug gedacht, denn die Welt ist nicht mehr die gleiche, wie vor 2000 Jahren. Friede auf Erden war schon immer eine Seltenheit, aber wie heute die Menschheit miteinander umgeht - das ist nicht mehr nachzuempfinden.
    Versuchen wir wenigstens, selbst den Frieden zu bewahren.
    Eine herrliche Weihnachtzeit wünsche ich meinen Freunden -
    Horst

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[B]Ich danke Dir für Deinen Kommentar![b/]