28. Oktober 2018

Ist das nicht wunderbar?

Ich schaue durchs Fenster in unseren Garten. Ist das alles nicht wunderbar? Das Gras, die Büsche, die Blumen, die Bäume, in allen vier Jahreszeiten sind sie nur für uns gemacht. Jedenfalls glauben wir es.
Schau einmal im Frühling, im Sommer hin, wie die Vögel beschäftigt sind, die Hummeln, die Ameisen. Sieh genau hin, wie die Sonne all das mit ihrer Wärme überschüttet. Alles bewegt sich, alles wächst, blüht, verändert sich. Alles lebt!
     Und doch: Leben auf unserer Erde, ist das einfach so natürlich? Kann das vielleicht nicht auch unnatürlich sein, dieses "Natur pur"?
Denken wir an die eisigen Polargebiete, an feuerspeiende Vulkane. An die glühenden Wüsten unter der Brise des heißen Windes.
Ist das Natur oder oder vielleicht unnatürlich, wie beispielsweise der zerstörerische Tsunami im Ozean? Haben wir dann die alles vernichtende Erdbeben im Blick, ist auch das Natur pur? 
Ja, all das ist halt das Leben auf unserem Planeten!
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Aber das Leben auf unserer Erde versucht, all diesen tödlichen Gefahren zu widerstehen. Das Leben kämpft ständig, es will mehr! Und es sucht nach allem, was es dafür braucht. Es sucht meist all das, was es nicht selbst hat. Das Leben raubt sich all das, was nötig ist, um eben zu "überleben"! 
       Dieses Leben ist eine ständige Revolution. Mit allen möglichen Mitteln und auf allen möglichen Wegen. Dafür tauscht das Leben alles, was zu seinem Zweck passt, und was sein eigenes Defizit ergänzen kann, um erfolgreich für seinen eigenen Schutz gegen die Natur zu kämpfen. Denn das ist enorm wichtig. Jeder bestätigt, verteidigt und fördert doch sein eigenes Selbst. Sieh doch mal hin, wie der Löwenzahn seine Blätter weit unten spreizt und das Gras abstößt. Und wie die Rosen ihre Dornen schärfen, wie die mutige Amsel im Frühjahr die gierige Elster von seinen Jungen wegjagt.
     Licht und Dunkelheit. Zwischen diesen Polen befinden sich die Dinge in Wechselwirkungen. Wenn wir uns dieses Schauspiel des Seins einmal ansehen, entdecken wir den Widerstand des Lebens gegen die allmächtig scheinende Natur! Das passiert einfach, tausendmal und zu jeder Zeit, einfach unschlagbar.      Niemand muss irgendeinen Knopf drücken oder nach Lourdes pilgern, um Wunder zu erleben. Diese "Wunder" geschehen einfach. Milliardenfach und in ganz unnachahmlicher Weise. So gewöhnlich, dass wir Menschenkinder es kaum noch mitkriegen. Wir denken ja auch kaum darüber nach. Nehmen wir doch mal die Zellteilung.
        Der gesamte menschliche Zellzyklus dauert etwa 19,5 Stunden. Das ist die Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden Zellteilungen. Ist das nun viel? Wie viel ist denn "viel"? 
Wie klein ist klein? 
Wie komplex ist komplex?
Ist der Bodensee klein oder groß?
Es kommt doch immer auf den Standpunkt an!

Ich schaue auf unseren Garten. 
Unser Garten. Unser? Ist es "unser" Garten? Geben wir ihm das Leben? Können wir alles wachsen und blühen lassen? Sind es unsere Bakterien, unsere Mikroben, unsere Bienen oder Wespen, unsere Hummeln oder Mücken? Unsere Schwalben?
Der Zaunkönig sieht keinen Zaun um unsere Gärten, für ihn ist alles frei, freie Natur! Wie der fliegende Fallschirm des Löwenzahns. Er fliegt, wohin er will, wer wollte ihm das vorschreiben?
Ach ja, noch eine letzte Frage: Ist es nun unsere Erde, unsere Sonne? Unser Sonnenlicht, unser Chlorophyll?

Ja!
Dieses Wunder gehört uns, uns allen! Und wir sollen es bewahren. Ist das nicht wunderbar?
©byWildgooseman

Kommentare:

  1. Lieber Horst, der Bick in den Garten, der Blick aus dem Garten in die Natur, ja das ist ein Glücksgefühl weil ich es erleben darf, und viele dürfen , können es nicht. Dann die kleinen Dinge am Wegesrand, wenn ich sie wahrnehme, viele sehen es nicht und ihnen entgeht etwas an Wundern.
    Ich bin dankbar und je älter ich werde umso mehr weiß ich es zu schätzen.
    Die Natur ist allmächtig und sucht sich ihren Weg, aber immer sind auch Menschen die sich ein Stück von der Natur nehmen ohne zu überlegen.Ob groß oder klein, schlicht und einfach der Mensch unser Sein ist ist ein Kampf im Stillen ohne unser Bewußtsein.
    Doch die Erde ist unsere Sonne, wir müssen sie scheinen lassen, leben lassen und sie bewahren mit Bewußtsein! Aber, es gibt soviel Widerstand!!
    Danke für Deine Gedanken, ich würde gern mit Dir philosophieren ohne Ende,sehr inspirierend,
    liebe Grüße, Klärchen

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  2. Da gebe ich Dir völlig Recht, liebes Klärchen. Auch ich spüre das: Je älter, desto nachdenklicher und auch unbequemer sind meine Gedanken. Wenn dann irgendwelche Menschen den Kopf schütteln über meine (manchmal auch unbequeme) Gedanken, kann ich nur still lächeln. Ist das schon Weisheit? Nein, sicher nicht. Dennoch ist es immer wert, über uns und die natürlichen Dinge unserer Welt nachzudenken!
    Was macht es, wenn Andere mich für verrückt halten? Ich- wir -sind eben in unserer Polarität einen Schritt voraus. Wir ändern zwar nichts, aber wir sind uns bewusst, dass es Unrecht ist, die Natur zu vergewaltigen. Hiermit dann viele Menschen auf diesen Weg mitzunehmen, darauf kommt es an. Ich wünsche mir, dass dies immer gelingen möge; uns, Euch, allen Menschen die guten Willens sind! Es reicht sicher nicht für eine Umkehr. Aber auf eine Veränderung von außen hoffen, ist bestimmt zu wenig. Ganz gleich, welche Gruppierung das Ruder in der Hand hält: Es wird immer schlechter, wenn alle nur wegschauen. Tiere und Pflanzen sterben aus, weil die Unersättlichkeit der Menschen nie Halt macht vor der Natur.
    Der Schöpfer gab der Menschheit den Auftrag, sich die Erde untertan zu machen. Von Töten und Ausrotten hat er nichts gesagt ...
    Ich grüße Dich in die neue Woche ~
    Horst

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  3. Lieber Horst , es hilft vielleicht ja schon , wenn man darauf aufmerksam macht und den einen hier oder da zum Nachdenken bringt. Ich denke es hält Dich niemand für verrückt, vielleicht mal übertreibend, aber das kann uns doch egal sein. Ich bin ich und du bist du und doch gibt es viele die das gleiche denken und sich auf halbem Wege begegnen, das ist schön!
    Liebe Grüße in den Abend, Klärchen

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[B]Ich danke Dir für Deinen Kommentar![b/]