9. Dezember 2018

Aus der Vergangenheit lernen?



Heutzutage werden bei uns vielfach Parallelen gezogen zu den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. In fast allen Staaten der Erde kommen entweder die rechtspopulistischen Kräfte wieder an die Oberfläche oder die Machtgelüste der Diktatoren feiern vielfach fröhliche Auferstehung!
Die Masse der notleidenden Menschen jubelt ihnen und ihren diversen Versprechungen zu; dabei ist bei jedem dieser Potentaten voraussehbar, dass lediglich die eigene Macht und deren Erhalt ihr Ziel ist und die Wähler nur dazu dienen, ihnen hierzu Hilfestellung zu geben.
Parallelen zum vorigen Jahrhundert? Solche Vergleiche sind sicher nicht sehr hilfreich; die Umstände jener Zeit sind meist nicht mit denen von heute vergleichbar. Doch Eines ist dabei unerlässlich: Wir müssen unbedingt aus der Vergangenheit lernen! Die damaligen Strukturen der Gewalt sind aus einer Not heraus gewachsen, niemand konnte seinerzeit bei Beginn ahnen, wohin diese Umstände führen würden. Diese Not ist in vielfacher Hinsicht auch heute vorhanden, gewiss. Wir aber sollten heute aus der Geschichte lernen, weil unsere Zukunft jedes Mal eine andere sein wird. Und wir alle können daraus unsere Schlüsse ziehen, weil wir fähig sind, in die Vergangenheit zurück zu schauen um den kommenden Ablauf verändern zu können. Wir sind doch in der Lage, uns wirklich bildhaft anzusehen, wie es angefangen hat. Tun wir es aber? Nein, wir überlassen den Despoten dieser Zeit willig unsere Zukunft und denken nur in sozialen Medienkritiken über irgendwelche Folgen nach.

Eines wird doch wohl jedem klar sein: Wenn wir die Kriege unserer Zeit nicht schon im Keim ersticken, werden sie eines Tages die Menschheit völlig ausrotten! Machen wir uns da nichts vor: Wir haben doch genügend Mittel dazu. Mindestens fünf Atommächte haben wir auf der Erde, dazu gibt es dann noch weitere zehn, die im Verdacht stehen, Atomwaffen zu besitzen oder herstellen zu können! Das ist eine Bedrohung von ungeheurem Ausmaß. Und kaum jemand stört sich daran, man hat sich scheinbar so sehr daran gewöhnt! Und wenn jeder Politiker glaubt, dass ausgerechnet sein Land davon verschont bleiben wird, ist das ein Trugschluss von ungeheurem Ausmaß!
Der Ausspruch des früheren Papstes Bonifatius VIII. (1235 - 1303) »Qui tacet consentire videtur!« 
scheint heute wieder wahr zu sein.
»Wer schweigt, scheint zuzustimmen!«

 Schweigen wir, oder schreien wir es laut in die Zeit hinein? Parallelen zur Geschichte sind nie ganz von der Hand zu weisen. Damals hat jeder - bis auf wenige aufgeschlossene Menschen - geschwiegen! Sollen wir es wieder so weit so kommen lassen, nur weil es bequem ist? Stört uns das Leid der Menschen nicht mehr, weil wir selbst auch an etwas leiden?          
»Unser ***Land zuerst!« Wobei wir dann die drei Sternchen durch x-beliebige Staaten ersetzen können - das ist die Devise unserer Tage. Unsere Erde wehrt sich schon seit Langem gegen die Vergewaltigung der Natur durch uns. Wir wissen es, wir quälen uns durch Naturkatastrophen hindurch, wir wissen um die Ausbeutung des Einen durch den Anderen und tun nichts, gar nichts dagegen. Weil die Wirtschaft nicht darunter leiden darf, weil es sonst wieder mehr Arbeitslose gibt, weil wir mehr Ressourcen brauchen! Weil, weil, weil ...
Wir haben unsere Erde, unser Land, unsere Menschen bekommen, um sie zu pflegen und zu schützen. Das ist wahr. Aber wir haben sie nicht erhalten, um sie zu zerstören! Doch ich bin mir nicht sicher, ob es da nicht schon zu spät ist ...

©2018 by wildgooseman

Kommentare:

  1. ach lieber Hort, !
    ich befürchte und denke deine so wahr gewordenen Worte werden im Nichts verhallen, du wirst damit nur die selbst nachdenklichen Menschen erreichen für die der GLAUBE an sich, an Gott eine höhere Macht einen Wert besitzt, eine Bedeutung hat.
    diejenigen die den Krieg miteinander führen haben nur ihr eigenes machtbedüfnis ausgelebt und tun dies heute noch, nehmen selbst nicht mal als Kriegsberichterstatter daran teil geschweige denn mit eigenem Körper und Geist. Sie benutzen Menschen als Beute, Abfall den es auszubeuten gilt.
    die menschenh HABEN nichts gelernt, weder aus der vergangenheit noch aus deren Folgen.
    man sieht es jeden Tag und das ist traurige Gewissheit die uns begleitet Tag für Tag.
    Glauben und Hoffen wir dass es irgendwann noch Änderungen gibt, ich glaube daran.(Auch wenn es für viele dann zu spät sein wird es zu erleben...
    dennoch - dein Beitrag - Aufruf zum nachdenken findet hoffentlich den weg in viele seelen.
    alles Liebe zu Dir lieber Horst...
    dat Engelschen

    AntwortenLöschen
  2. "... im Nichts verhallen!" Wie wahr ist doch dieser Ausspruch von Dir!
    Aber darf man deswegen aufhören, zu mahnen, den Finger in die Wunden zu legen?
    Ich will mich einfach damit nicht abfinden - ich kann es einfach nicht. Weil -
    weil ich eben weiß, wie es ausgeht, wenn man den extremen Kräften alles überlässt.
    Ändern? Sicher nicht, aber ich will nicht zu denen gehören, die spüäter sagen:
    "Wir haben das nicht gewusst!"
    Denn das hatten wir schon einmal, ich war dabei ...

    mit lieben Grüßen,
    Horst

    AntwortenLöschen

[B]Ich danke Dir für Deinen Kommentar![b/]