18. Mai 2019

Schubladendenken ...


Überall, wo wir Menschen treffen, schätzen wir uns gegenseitig ab. Wir etikettieren den anderen, stecken ihn sofort in eine Schublade. Und diese Schubladen sind für uns wichtig. Wir brauchen diese Schubladen! Drei große Fächer sind zunächst wichtig: Freund, Feind, Neutral.
Anschließend teilen wir sie dann ein in wichtig, unwichtig, wertvoll, wertlos, interessant, langweilig.
Ja, und wer erst einmal in einer solchen Lade steckt, für den ist es schwierig, dort wieder hinauszukommen. Manchmal fast unmöglich!
Menschen werden ohne ihr Zutun in Reichtum, Armut oder irgendwo dazwischen geboren. Sie kommen im Norden zur Welt oder tief im Süden, in heißen Gegenden oder in Polarkälte.
Sie können eine Schule besuchen oder auch nicht, -weil keine Möglichkeit besteht. Sie sind krank oder kerngesund, unterernährt oder können sich täglich sattessen, oftmals dann sogar im Übermaß!

Menschen sind braun oder gelb, schwarz oder weiß, oft auch eine Mischung von mehrerem.
Sie glauben an Jahwe, Gott oder Allah, sind Hinduisten oder hängen Buddha an. Oftmals wird auch hier eine quirlige Melange geglaubt, wobei dann Fatalisten und Extremisten oft den Eindruck erwecken, alle dieser diversen Gläubigen wären dann auch so! 
Der Ausspruch Friedrich des II. »Jeder soll nach seiner Façon selig werden.« wird fast nie akzeptiert.

Wie heißt es dann so schön? »Ich toleriere jede Meinung, - aber es muss meine eigene sein!«
Wenn ich auf andere Menschen treffe, würde ich mir für die Zukunft wünschen, dass auf jeder meiner Schubladen steht:
BESONDERS WERTVOLL
Ob ich das wohl mal schaffe? 

©by H.C.G.Lux

Kommentare:

  1. Ein wunderbarer Denkanstoß für ein ausführliches „Kamingespräch“ oder aber auf einer Parkbank zu dieser Jahreszeit, lieber Horst.
    Wertvoll ist jeder einzelne Mensch, es kommt vielleicht mehr darauf an, wie wir die Menschen wahrnehmen und was wir an ihnen schätzen. Das wiederum muss jeder einzelne Mensch mit sich selbst ausmachen. Würdest du, falls du auf einen Mörder treffen solltest oder auf einen brutalen Gauner, der einer alten Rentnerin die Handtasche stiehlt, diese Verbrecher als wertvolle Menschen bezeichnen ? Das zu erfahren wäre wirklich interessant und zwar deshalb, weil du gerne alle Schubladen mit „BESONDERS WERTVOLL“ beschriften möchtest.
    Ich halte die Aussicht, dass das in Zukunft möglich sein wird, für sehr gering – um nicht zu sagen, unmöglich. Es hat eine Weile gedauert, aber gerade, jetzt in diesem Moment ist er gefallen ;o)!
    Hast du es gehört ?
    Ich lese nach wie vor sehr gerne bei dir – auch wenn ich nicht jedes Mal kommentiere, interessant ist es immer wieder. Außerdem stehle dir mit meinem Geschreibsel ungerne deine kostbare Zeit, daher halte ich mich meistens zurück.

    Anyway, hab‘ noch einen schönen und unbeschwerten Restsonntag und eine gute, sonnige Woche !
    In diesem Sinne herzliche Grüße von
    Laura, die dir noch viele, viele Jahre bei guter Gesundheit und dauerhafter geistiger Fitness wünscht.
    Mach’s gut, lieber Horst !

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  2. Tja, da ist schon ein Quäntchen Wahrheit dran, mit dieser "zweifelnden"Klassifizierung. Und sicher wird jeder dem zustimmen können, wenn er darüber nachdenkt.
    Für mich ist zunächst jeder Mensch wertvoll, niemand, wirklich niemand wird als Schwerverbrecher auf die Welt kommen. Wir alle sind das Ergebnis einer 'Prägung', ob nun über Gene, Erziehung oder Gruppendynamik. Was sich dann daraus entwickelt, ergibt eine ganz andere Konstellation.

    Ich muss den anderen Menschen nicht 'lieben' (auch wenn die Religion es so verlangt), das ist des Guten sicher zuviel. Und ich säße auch nicht gern mit einem Menschen an einem Tisch, der einem anderen vor ein paar Stunden das Leben genommen hat!
    Aber ich gestehe ihm zu, dass er die Möglichkeit hat- oder bekommt -, seine Untat zu bereuen und sich zu bessern, in diesem Fall würde auch er -für mich-in die Sparte "Wertvoll" hineingehören. Das ist es, was ich meine: Kein Baby kann etwas dafür, dass es geboren wird, auch nicht, dass seine Eltern vielleicht nicht das Gelbe vom Ei darstellen! Was irgendwann aus diesem Kind wird, liegt immer in der Hand anderer Menschen!
    Natürlich wird solch ein Zukunftsbild niemals eintreffen; ist es aber verwerflich von solchen Utopien zu träumen?
    Danke für deine guten Wünsche - [ich habe auch nicht vor, das Handtuch vorzeitig in den Ring zu werfen]. Bleiben wir, was wir immer waren: Menschen, die auch einmal von 'guten Dingen" träumen dürfen.
    So long, dear Laura!

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[B]Ich danke Dir für Deinen Kommentar![b/]