8. Dezember 2019

Das Dorf im Schnee



















Ein wunderschönes Gedicht von
Klaus Groth *1819 ⍏1899
das ich beim Stöbern fand und Euch nicht
vorenthalten möchte, weil es die Realität der
Romantik wiederspiegelt:


Das Dorf im Schnee

Still wie unterm warmen Dach,
liegt das Dorf im Schnee.
Unter Erlen schläft der Bach,
unterm Eis der blanke See.

Weiden stehn in weißem Haar
spiegeln sich in starrer Flut,
alles ruhig, kalt und klar,
wie der Tod, der ewig ruht.

Weiß, so weit das Auge sieht,
keinen Ton vernimmt das Ohr.
Blau zum blauen Himmel zieht
sacht der Rauch vom Schnee empor.

Möchte schlafen wie der Baum,
ohne Lust und ohne Schmerz.
Doch der Rauch zieht wie im Traum
still nach Haus mein Herz.

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und nun in ostfriesischem Plattdeutsch:



Dat Dörp in Snee
Still as ünnern de warme Deek
Liggt dat Dörp in witten Sneei,
Mank de Ellern slöppt de Beek,
drunner is de blanke See.
Wilgen stahn in witte Haar,
Speegelt slaperi all de Kopp,
All is sinnig kold un klaar,
As de Dood, de alltied slöppt.
Witt, so wied de Ogen reekt,
Nich een Leven, nich en Luud;
Blau na'n blauen Hemel treckt
Sacht de Rook van't Sneei herut.
Ik much slapen, as de Boom,
Sünner Weh un sünner Lust,
Doch daar treckt mi as in Drööm
Still de Rook to Huus.





Illustration von Otto Speckter (1851) zu „Dat Dörp in Snee“:





Kommentare:

  1. die Platt-Version gefällt mir viel besser ...
    LG

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  2. Danke für diese Worte, mir auch!
    Alles Gute zum Weihnachtsfest - etwas verfrüht -
    dennoch herzlich gemeint -
    Horst

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[B]Ich danke Dir für Deinen Kommentar![b/]