21.04.2021

Sagt uns der Name etwas?

 

Ihr Sohn hat den Namen Thomas bekommen. Abgekürzt - alle Welt kürzt heute ab - »Tom«! Warum?

Das ist nun mal die Gretchen-Frage! Warum - weil es vielleicht der Name des Jahres war? Oder weil es so viele Vorbilder dieses Namens gab, die entsprechend gute und schlechte Taten verübt haben?
Oder hatte sie im Sinn, dass der ungläubige Thomas aus dem Neuen Testament mal ein neues Vorbild werden sollte?

        Nein, ihr lieben Leute, sie fand ihn eben schön. Ganz einfach. Was sie ihrem Filius damit angetan hat, ist natürlich schleierhaft. Aber Thomas ist doch eigentlich nicht so schlecht, oder?

        Wie viel Eltern gibt es, die ihrem Nachwuchs Namen angedeihen lassen, dass sich diese ihr Leben lang mit Grausen abwenden. Ob sich die Eltern wohl einmal Gedanken gemacht haben, wie ihre Sprösslinge damit zurecht kommen?
Wie fühlt sich da an, wenn die Namen »Siegfried« oder »Adolf« genannt werden. Man stelle sich vor, dass »Baldur«, der germanische Gott, schon einmal zu den beliebtesten Namen der Deutschen gehörte!
Ja, wir Deutschen waren schon immer geschichtsträchtige Menschen!

        Und in der Neuzeit? Wer erinnert sich nicht an die vielen Witze, die über«Chantale« »Dustin« oder »Kevin« gemacht wurden? Ich kenne einige dieser Kinder, die diese Namen aufgepropft bekamen, sie waren todunglücklich darüber.

        Es ist natürlich schon Sache der Eltern, welche Namen sie ihren Kindern geben, selbstverständlich. Aber ohne Zweifel sollten sie sich auch Gedanken machen, wie diese damit zurecht kommen.

        Der Sohn heißt nun also Thomas. Ob er damit klarkommt? Die Mutter hat seinerzeit nicht danach gefragt. Wie hätte sie das tun sollen?

      Vielleicht gibt es ja einige Menschen, denen er nachfolgen kann? Thomas Müntzer? Nee, bloss nicht! Thomas von Aquin? Um Himmels Willen, so einen gelehrten Philosophen wünscht sie sich sicher nicht.

      Halt, Thomas Mann wäre da noch im Angebot, der großartige Schriftsteller wäre doch ein gutes Pendant zum Namen Thomas. Oder vielleicht Thomas Alpha Edison? Auch nicht schlecht, der große Erfinder.

        Anzubieten wäre noch jemand aus der moderneren Generation: Taylor? Gottschalk? - der Himmel möge es verhüten … 


             
 Egal, was immer aus diesem Namen werden wird, es ist ein eigenständiger Mensch! Und das ist gut so.

Und wenn Thomas wirklich einmal die Kirche verlassen wollte um als Atheist durch die Lande zu ziehen - nun, dann wäre der Kreis wieder geschlossen und der »Ungläubige Thomas« hätte das Rennen gemacht.

        Was doch Väter und Mütter alles ihren Kindern antun können, nicht wahr? Die alten Römer machten sich die Angelegenheit etwas einfacher: »Primus bis Quintus oder Oktavius«! - das waren noch Zeiten, als man seine Kinder einfach nach der Reihe benannte, nicht wahr? Aber da hörten die Kinder auch noch nicht beim »Primus« auf, man zählte einfach weiter.
              Heute wäre das nicht möglich, denn da hießen fast alle nur noch
»Meyer Primus«. Auch nicht unbedingt empfehlenswert, oder?

©byH.C.G.Lux 

Kommentare:

  1. Thomas, war ein Modename als unser Sohn 68 geboren wurde, darum haben wir ihn Alexander genannt, Markus war auch noch im Gespräch.Er ist froh das er den Namen hat, obwohl er zu Alex abgekürzt wird.Ich spreche ihn immer vollständig aus. Da hast Du Dir Gedanken gemacht. Schlimmer finde ich es, wenn die Eltern den Namen nach dem Zeugungsort geben, Denver oder Dakota, oder...usw., leeve Gröten nao Ostfreesland, Klärchen

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    1. Ich würde ja heute einen alten Ostfriesischen Namen nehmen!
      Da weiß man wenigstens, dass er mir allein gehört!
      Wie wäre es denn mit Hako, oder Thole?
      fragt mit Gruß
      Horst

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    2. Hermann, Johann, Bertus, Paul....usw. haha:-)))

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  2. " Sagt uns der Name etwas - (?) eine gute Frage,
    früher war es oft üblich dass der Erstgeborene Sohn den Namen des Vaters aufgedrückt bekam, man kann den Säugling ja nicht fragen...
    oder es wurden Namen nach dem Kirchenbuch ausgesucht - und übernommen...
    Oft gab es auch sog. Erstnamen-Nennnamen - und zweitnamen nach denen man sich später umbenennen konnte,
    ich hab gleich drei:
    Angelika - Ursulsa - Ruth
    meiner Tochter gab ich zwei, den den ich mochte und den ihrer Großmutter weil die die mochte, heute nennt sie sich so und hat das Stefanie abgelegt wie eine faule Pflaume.
    Gefiel ihr also irgendwann nicht mehr.
    ich möchte gerne mit Mutter, Mami,Mam oder Mütterchen angesprochen werden, nicht mit dem Vornamen, nicht mit Engelchen /von ihr und nicht mit meinem abgekürzten Geli", da krieg ich nen Hals.
    aber ich denke die Kinder machen eh das was ihnen passt und womit sie sich wohlfühlen.
    In meiner unmittebaren Nachbarschaft gibts gleich 4 x den Thomas, da kommt man ganz schön durcheinander und keiner weiß WER gemeint ist.
    Namen sind Schall und Rauch, viele haben eine Bedeutung, andere suchen einen Sinn dahinter und manche geben sich selbst Phantasienamen.
    Jedem kann man es wahrscheinlich nicht recht machen.
    Tolle Geschichte lieber Horst...
    gefällt mir, so ergeben sich Themen und Geschichten an die man nicht dachte...
    herzlichst angel

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