25.1.22

Glaube - aus freien Stücken!

 Ich habe irgendwo gelesen, dass bei uns In Deutschland genauso viele Menschen an die Auferstehung Christi glauben, wie an Horoskope. Was das nun heißen soll? Wir Menschen sind auf einer extremen Suche nach Spiritualität, und das in alle Richtungen. Wir können denken, was wir wollen, wir sind frei zu glauben, woran auch immer, es kann auch gar nichts sein!

  Da müssen Kirchen, Religionen und Glaubensgemeinschaften sich anstrengen, so attraktiv zu sein, um die Menschen rings herum nach allen Regeln der Kunst zu begeistern. Und sie tun es auch - leider nicht immer zu unseren Gunsten!


  Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Kirchen sich in der älteren und jüngeren Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert und mit ihrer Einmischung in Politik, Ausnutzung ihrer uralten Machtstrukturen und der nicht vorhandenen Anerkennung der Liebe zweier Menschen, wenn sie nicht in ihr Weltbild passt, ihren Schäfchen nicht das Gefühl gegeben hat, willkommen zu sein! Und das ist bis heute so!
  Dass ich Christ bin und dazu noch Protestant, gehört nun mal zu meinem Leben dazu. Ich bin aber auf dem kirchlichen und auch konfessionellen Auge nicht blind und sehe auch die leeren Kirchenbänke vielerorts. Ich weiß, dass Kultur genauso auch in Kirchen ein gutes Werkzeug sein kann, das zu ändern!
        Ja, »Großer Gott wir loben Dich« und eine majestätisch gespielte Orgel lassen auch mich weichwerden, aber das löst nicht unbedingt eine Anziehungskraft auf alle aus und wirkt meist ein wenig unzeitgemäß.
        Ich möchte nicht falsch verstanden werden, ich sage nicht, dass es so etwas gar nicht mehr im Gottesdienst geben sollte. Nur hier und da bedarf es vielleicht einer Veränderung! Kultur und Kirche können sich gegenseitig bereichern. Beide können, wenn sie sich öffnen, uns große Geschenke machen: Sie zeigen uns, wer wir sind, wo wir herkommen, zu wem wir gehören. Ganz gleich, welcher Religionsrichtung wir angehören oder auch nicht. Aber Gottesdienste in romanisch geprägten Ländern lassen uns schon manches Mal staunen! Ich mag es zum Beispiel nicht, wenn die Gemeinde wie ein Trauerkloß in ihren Bänken sitzt. Warum muss das so sein? 
        Ist es eine solch traurige Sache, unseren Glauben zu leben? Wer einmal einen Gottesdienst beispielsweise in einer afrikanischen Kirche erlebt hat, weiß, was ich meine! Es gibt eben noch Menschen, deren einziger Halt im Leben noch ihr Glaube ist - wenn sie auch sonst noch so arm sind! Bei uns in den - wie sagt man doch so schön: »zivilisierten Ländern«, haben wir das verlernt!
        Wir sind so anspruchsvoll geworden, dass wir gar nicht mehr erkennen, wie »arm wir im Geiste« sind! Singen und tanzen in einem Gottesdienst kann eine kulturelle Bereicherung sein. Es ist fremdartig, gewiss. Aber wie viele Sitten und Gebräuche haben wir bereits in den letzten hundert Jahren von anderen Völkern übernommen? Man kann das gar nicht mehr zählen. Hat es uns geschadet? Wenig, denke ich, und wenn, dann wären das nur die Auswüchse einer Generation, die wieder alles übertreiben muss.
        Jeder soll nach seiner Façon selig werden. Das sagte bereits Friedrich II. Warum sollte man uns das nicht lassen?
Aber dann auch: Allen Menschen ...


© by hcglux

3 Kommentare:

  1. lieber Horsdt lange habe ich überlegt, das zeigt auch die Zeit wann ich einen Beitrag kommentiere - was ich dir auf diesen Beitrag schreiben soll,
    der 4. Absatz im Text sprich mich sehr an...
    Vieles was Kirche früher hieß & hochgelobt geglaubt wurde und heute bedeutet wenn man die Entwicklung verfolgt ist oder erscheint uns vorsintflutlich veraltet und dennoch ist im Raumder Kirche der Glauben behaftet und spürbar. Die hohe Stille der Räume macht uns nachdenklich und lässt uns inne Halten.( um nachzudenken zu überlegen was gut und Recht ist und was uns als Unsinn erscheint weil es widersprüchlich zum heutigen Leben ist.
    Jeder Glaube hat seine eigene Berechtigung in allen Völkern dieser ERde, die Toleranz dies zu erkennen oder zu akzeptieren fehlt denen oft die an NICHTS glauben oder sich ihren eigenen basteln.

    Glaube ist vielfältig, schafft Vertrauen und hält Völker und Menschen zusammen.
    Lassen wir doch Menschen ihren Glauben wenn er dies ist was ihnen Halt im Leben gibt.
    liebe Grüße angel

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  2. Um zu Glauben muss keiner ein Kirchgänger sein. Die Kirche ist für mich ein Ort der Stille und in sich gehen. Mir sagte ein Pastor, Kirche ist überall und beten kann ich auch überall. Der Glaube an Gott geht nicht verloren bei mir.Soll doch jeder seine Religion leben, solange Toleranz und Liebe zu den Menschen, nicht ausser acht gelassen wird. Der Friede über allem steht!
    Liebste Grüsse zu Euch, Klärchen

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  3. Ja - dies ist ein Thema, das sicher jeden Menschen angeht, zumindest bei uns in der Mitte Europas. Wie viel wird heute geschrieben über Kirche und Glauben? Wer all die gegenteiligen Meinungen teilen wollte, hätte mindestens bis zum nächsten Weihnachten zu tun.
    [A pro pòs Weihnachten - was hat dieses Fest mit dem Glauben zu tun? Nichts. Es ist ein Fest der Kirche, nicht des Glaubens! Dazu wurde es erst »geschaffen«, damit auch das Kirchenjahr einen festlichen Anfang hatte!]
    Aber bleiben wir beim Thema. Ich selbst war jahrzehntelang bei der Ev.Kirche angestellt. Ich darf also über Hintergründe und Mängel im ganzen Wesen schon mitreden.
    Die Schwachstellen sind mir wohlbekannt, aber auch die Stärken dürfen dabei nicht einfach verschwiegen werden.
    Ich darf aber sagen, das ich Eure Einstellung teile, ganz bestimmt, aber - und nun bringe ich genau den Punkt, der mir Kopfzerbrechen schafft: Es gibt kein Christentum ohne Gemeinschaft - Glaube braucht die Gemeinschaft mit anderen Menschen! Es geht also um den Bezug zu einer Gemeinschaft, nicht um die Kirche als Institution!

    Ich lebe meinen Glauben allein? Dann bin ich also kein Christ, denn Christentum ist immer Gemeinschaft! Was bin ich dann??
    Ich spüre schon, auf welchem schwankenden Boden ich da stehe - Ihr nicht auch ???
    Horst

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[B]Ich danke Dir für Deine Nachricht![b/]

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