12.1.23

Krieg ist kein Spiel

 



 

Ich bin eigentlich in einer Familie groß geworden, die den Krieg gehasst hat. Dazu haben die Jahre 1870/71, 1914-18 und 1939-45 zu viele Opfer bei uns Menschen gekostet, die nichts anderes im Sinn hatten, als in Ruhe und Frieden leben. Die Staatsführung aber war jedes Mal dagegen.

        Dennoch haben wir Kinder mit den Nachbarskindern »Krieg« gespielt. Es war einfach gerade "in". Wilhelmstrasse gegen Friedrichstraße, Oberstadt gegen Unterstadt. Und es ging manches Mal ganz schön zur Sache, blutige Nasen, blaue Flecken am ganzen Körper waren da an der Tagesordnung. Im »Jungvolk der Hitlerjugend« ging es später munter mit dem »Kriegsspielen« weiter, wir waren ausersehen, stets die Sieger zu sein!

        Meinen Papa hatte ich bis dahin niemals wütend gesehen. Das jedoch waren Momente, da er mich zornig ansah: »Krieg spielt man nicht!« Er bezahlte diese Aussage ein Jahr später mit seinem Leben! Dieses Mal beglich er es an seine, wie er meinte, Freunde aus dem Nachbarland Polen, mit denen er vorher stets ein gutes Verhältnis hatte. Aber auch die Freunde konnten nichts daran ändern ...

     Zehn Jahre später war ich Soldat bei der Bundeswehr. Ich dachte oft an meinen Vater, doch ich war auch indoktriniert mit der Tatsache, dass »mein Feind« im Osten zu Hause wäre und ich »mein Vaterland« zu verteidigen hätte. Wobei der Herr Bundeskanzler noch etwas früher gesagt hatte, dass »kein deutscher Junge wieder ein Gewehr in die Hand nehmen sollte!«

    Aber: »Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?« Das sagte derselbe Herr ein Jahr danach. Mein Vater hätte das bestimmt nicht gut befunden, und wenn er die Soldatinnen heutzutage gesehen hätte, wären ihm sämtliche Gesichtszüge entgleist. Er hätte sie gefragt, ob sie so etwas ihren Kindern erklären könne!!

    Aber ich will darüber nicht rechten! Ich möchte nur sagen, dass entgegen aller historischen Aussagen Krieg kein Spiel ist! Die Munition in der Ukraine sind keine Zündplättchen aus den damaligen Spielzeugpistolen. Schon jetzt sind ganze Landstriche überall auf der Welt mit Kampfmitteln verseucht. Als es im Grunewald vor ein paar Monaten brannte, mussten Weltkriegsbomben mit Wasser gekühlt werden. Hier bei uns in Ostfriesland sucht man immer noch nach Sprengkörpern in den Flüssen.

       Kurzzeitige Evakuierungen wegen Kriegsbombenentschärfungen gehören 78 Jahre nach dem Krieg immer noch zu unserem Alltag. Wir vergessen es sehr leicht: Krieg hinterlässt Gefahr, Krieg ist kein Spiel, die Einsatzkräfte in den Kasernen der Bundeswehr wissen, wozu sie da sind.

Das Schlimme aber daran: Niemand - auf der ganzen unfriedlichen Welt - verdient am Krieg so viel am Krieg, wie die weltweite Waffen-Industrie!

 

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