15.1.23

Was kann man dagegen tun?

 



»Himmel nochmal, nun ist er schon wieder weg!« meckere ich seit einiger Zeit immer wieder vor mich hin. Und ab und zu sag ich dann zu mir selbst: »Kerl, du musst doch mehr aufpassen«, oder »Das kann doch gar nicht sein!«

      Aber es kann eben doch sein, sonst wäre es ja nicht, oder? Ich rede da von den Sachen, die ich heute oder auch gestern noch gebraucht habe. Da sind dann die Autoschlüssel, den Seitenschneider, mein Taschenmesser oder sonst noch mehr. Alles so kleine Sachen, die man mal kurz benutzt und dann so nebenbei an die Seite legt.

      Wo hab ich die denn gelassen, vorhin hab ich die noch gebraucht - und nun sind sie weg! Die Autoschlüssel und das Smartphone stehen dabei ganz oben auf der Liste der plötzlich verschwundenen Teile. Darauf komme ich später nochmal drauf zu sprechen.

    Meine Frau hat dann meist einen guten Rat zur Stelle - und ich muss zugeben, dass der bei ihr meist auch funktioniert. »Denk doch mal darüber nach, wo du das zuletzt benutzt hast!«

      Na gut, für sie ist das dann auch leicht gesagt, aber für mich? »Ja, wo hab ich das wohl zuletzt gebraucht, wo war das denn noch?« Tja, mit dem Rat komm ich überhaupt nicht weiter. Dann schwöre ich mir nun: Ich lege die Sachen, die ich brauche, sofort hinterher an dieselbe Stelle, wo ich sie wegnahm! Ja! Wunderbar! Doch ich muss ja immer an die Stelle denken, wo ich etwas ablege, und das sind dann mehrere Stellen - und daran hapert es dann bei mir.

      Mann-o-Mann, das ist immer so eine schwierige Sache. Ein Freund, der sich auch genauso mit diesem Problem herumschlägt, hat mit sich selber abgemacht, dass er die Gerätschaften nach Gebrauch sofort wieder an die Stelle legt, von der er sie wegnahm. Sofort, nicht erst hinterher. Oh, dazu musste er sich aber doch immer zwingen, das wäre gar nicht so einfach.

      Ich könnte damit auch viel Zeit einsparen, wenn ich die Dinge sofort wieder an Ort und Stelle lege, wo ich sie wegnehme. An dieser Stelle merkt man, wie gut das ist, wenn ein Handwerker mit seinem Werkstattkoffer alles beisammen hat. Er muss nur aufpassen, dass er alles wieder gut verstaut kriegt, nicht wahr?

      Es soll ja auch schon vorgekommen sein, dass ein Doktor bei einer Operation einige Werkzeuge im Leib des Patienten vergessen hat, nicht?

      Die Autoschlüssel - meine Frau und ich haben uns da abgesprochen, dass wir sie stets an dieselbe Stelle zurücklegen! Meist klappt das ja auch, aber wie oft fragt sie mich später, wo ich denn die Schlüssel gelassen habe? Dann muss ich ein paar Stellen wissen, wo ich sie hingelegt haben könnte! In der Küche? Auf dem Dielenschrank? Auf dem Tisch im Garten? In der Hosentasche?

      Aha, das kann sein. Aber welche Hose hatte ich denn gestern an? Gestern, ja, das war doch so, ich war unterwegs, da hatte ich dann die Schlüssel nicht an der gewohnten Stelle abgelegt. Aber vielleicht in der Jacke? Sicher, aber welche Jacke hatte ich gestern an? Eine andere als heute, gut, aber die hing ja schon wieder im Schrank.

      Nachgeschaut - welch ein Glück, der Schlüssel fand sich wieder ein. Aber nun suche ich wieder das Smartphone! Das trag ich nicht immer bei mir, das ist mal hier, mal dort. Und das gerade ist ja das Problem! »Wo ist denn das Ding nun wieder? Ich hab doch vorhin noch telefoniert? Himmel... usw.«

      Sicher hatte ich es, aber wo? Ich hab es natürlich nicht so gemacht, wie mein Schatz mir es geraten hat. Aber ich hab ne Idee - ich rufe mein Handy an, gesagt getan, das normale Telefon ruft nun das kleine an und piiing..., das meldet sich genau von der Stelle, wo ich es hin gepackt hab: Im Bad!

      Wenn, ja wenn der Accu aufgeladen wäre - und da »Kannst du mir sagen, wo das Ladegerät ist?« Und so fängt das ganze Drama von vorn an. Dies ist dann das nächste Hindernis auf dem Parcours. Wo habe ich das Ding wieder abgelegt? Aha - im Schlafzimmer neben der Steckdose, weil nix anderes mehr frei war ...

      Es ist doch gut, dass ich ab und zu etwas Trost kriege von Leuten, die auch so alt sind wie ich.
  »Ja - das kenn ich auch - das geht mir auch so - ich zweifle selbst manches Mal an mir -«

      Dabei spüre ich dann, dass es wirklich am Alter liegt, dass ich mich selbst nicht für blöd halten muss und dass es anderen alten Menschen nicht anders ergeht!

Auch in dem Moment, wo ich aufstehe, um etwas zu holen. ’’Was war das denn noch? Was wollte ich denn jetzt holen? ’’

Ich glaube, da kann nur noch eines helfen: Das NICHT-VERGESSEN trainieren. Machen Sportler doch auch? Täglich trainieren ...

6 Kommentare:

  1. lacht dich an lieber Horst, meinst du etwa das ginge nur dir so?????
    jedem gehts so..ich sage dazu immer:
    " ich habe einfach zuviel auf einmal im Kopp, der ist klein, es passt nicht alles hinein"!
    und lache mich selbst aus wenn es auch der Nachbar bei mir und auch mal bei sich feststellt!..das Gedächtnis trainieren ..
    gut und schön, sollte man - wie die Muskeln auch, ist aber anstrengend wenn man sich dazu erst zwingen muss und noch nicht..>in den Tagesrythmus mit aufgenommen hat"""pfth....
    kann man das Gedächtis überhaupt trainieren wenn schon im Laufe der Lebenszeit Zellen abgestorben sind ??? ...fraglich...
    ich schiebe manches in meine Gedachtnisschublade - auf und zu...auf u zu...und hoe das heraus was ich brauche...um es dann wieder verschwinden zu lassen...sind wohl gewisse Taktiken die jeder mensch mit sich anstellt:-))
    was ich schon verlegt habe - geht auf keine Kuhhaut sag ich mir immer - doch Humor für sich hilft immer!!!
    hübsche Beispiele zeigst du an, ich könnte noch mehr davon hinzufügen und glaub mir, es ist nicht NUR das Alter...
    lacht angel...

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    1. Zellen abgestorben? Nee - in der dritten Schublade der Kommode liegen sie hübsch verpackt - meint mit Grinsen
      Horst

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  2. Jipp, auf den Punkt, auch alles schon erlebt. Hat nichts mit dem Alter zu tun, jedenfalls schiebe ich es noch t darauf, doch sein kann es schon. Ich habe so iele Dinge im Kopf, bin schnell mit den Gedanken woanders und aus der täglichen Routine raus. Mal eben schnell das Handy in eine freie Steckdose zum Aufladen, da wo ich es sonst nicht reinstecke, schon suche ich nach einer Stunde, bis das AHa, kommt oder ich rufe mich an. Ja, ja, Horst, von meinem Göttergatten höre ich auch immer, er legt alles an die gleiche Stelle, aber seine Autoschlüssel hat er schon öfter gesucht, nur sein Handy, das hat er immer in der Hosentasche. Ich habe keine Hosentasche , nur eine Handtasche und da nehme ich mein Handy raus.
    Wunderbare Geschichte von Dir ,die ich mit schmunzeln und nicken gelesen habe. Liebe Grüsse in den Sonntag, Klärchen

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    1. Ja klar, und wenn ich nächstens das Schreiben vergesse,
      dann wusste ich halt nicht mehr, wozu die Tastatur da war.
      Könnte doch sein, oder?
      lacht mit Gruß der
      orst
      (jetzt hab ich wieder etwas vergessen - was war das nur?)

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  3. ;_) das drunter - schreiben ...natürlich,
    soll ich gucken....> wo dein Stift ist...lacht angel
    wie gut, dass wir es tatsächlich noc schaffen
    über...uns ...selbst..zu lachen....
    dann ist nichts verloren gegangen!!!!!wer hat*s geschrieben?????!!!!!
    a n g e l!!!!!!!!!!:-)

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    1. ach ne....gesehen...wo blieben nur meine Augen
      das " H " natürlich...
      ich habs statt deiner g e f u n d e n !!!!!!!!!!!!!!

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[B]Ich danke Dir für Deine Nachricht![b/]

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