14.1.23

Zum Nachdenken verurteilt?

 


 

Ist es nicht Dummheit, über etwas nachzudenken, dass man nicht beeinflussen kann? Damit ist schon a priori klar, dass das, was man mit krausen Gedanken aus dem Geist hebt, von Anfang an wirkungslos verpuffen wird. Es ist dann so ähnlich, als wollte man in einer Badewanne einen Segeltörn um die Welt machen. Klingt doch idiotisch, nicht wahr? Aber genau das tut eine Menge Menschen, (zu der ich mich in vielerlei Hinsicht rechnen muss).

        Ich beschäftige mich mit Angelegenheiten, die ich allenfalls kommentieren, nicht aber verändern kann. Das erzeugt unweigerlich das Gefühl von Ohnmacht in mir. Alle Medien in unserer modernen Welt produzieren diese unweigerliche Ohnmacht, wenn sie über Ereignisse berichten, die meist Wut, Angst oder auch Mitleid beim Zuschauer oder Leser erzeugen. Sie zeigen jedoch selten eine Möglichkeit auf, auf solche Ereignisse auf irgendeine menschliche Weise zu antworten.

        Ich fühle mich dann ohnmächtig, weil ich meine Gefühle nicht mit-teilen kann, weil ich praktisch auf ihnen sitzenbleibe. Letztlich komme ich am Ende zu dem Schluss, dass es auf der Welt wirklich nur grausam und rücksichtslos zugeht.

        Noch anders ausgedrückt, erkenne ich das, was die diversen Medien mir unablässig zeigen, als Realität an! Auf den Gedanken, dass mein eigener Medienkonsum erst zu dieser »Realität« geführt haben könnte, komme ich dann erst gar nicht. Es ist sogar möglich, dass ich mit bösem Blick auf jene Menschen schaue, die sich all diese schlechten Nachrichten nicht so zu Herzen nehmen? Könnte doch sein?

        Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass ich eben diese Leute als ignorant und politisch ungebildet ansehe und einfach so für mich abqualifiziere. Zur Realität gehörte dann mal von vornherein, dass man sich der harten Wahrheit demonstrativ stellt! Als Quintessenz ist der Weg zu einem Pessimisten, dem die Ohnmacht längst zur zweiten Natur geworden ist, dann nicht mehr fern.

        Wie kommt man denn nun aus dieser Zwickmühle heraus? Ich denke, ich muss - von Anfang an - alles anzweifeln, was mir medial angeboten wird! Dann ist der Weg aus diesem Teufelskreis nicht mehr ganz so schwierig.

7 Kommentare:

  1. Um ehrlich zu sein, lieber Horst, habe ich schon nach deinem ersten Satz auf gehört, weiterzulesen und zwar aus diesem Grund: Wie anders werde ich zu der Erkenntnis gelangen, etwas nicht beeinflussen zu können, wenn ich vorher nicht darüber nachgedacht habe? Oder anders gefragt, sollte ich also nur nachdenken, wenn ich etwas beeinflussen kann? Demnach könnten sich alle Philosophen das Denken sparen, denn welchen Einfluss haben sie auf das Glück, die Wahrheit, die Existenz Gottes, den Sinn des Lebens usw. Denken wir nicht um für uns selbst zu Erkenntnissen zu gelangen? Schließlich gibt es eine Menge Fragen ohne eine generell gültige Antwort darauf, weil jeder denkende Mensch die Dinge anders sieht. Mir sind denkende Menschen auf jeden Fall sympathischer, als solche ohne Verstand. Mein Vater hat mir z.B. mit auf den Weg gegeben, alles zu hinterfragen und mir von Niemandem vorschreiben zu lassen, was ich zu denken und was ich zu sagen haben. Das sollte eigentlich für jeden Mensch gelten. Außerdem ist „Denken“ eine wunderbare Beschäftigung, ob als Optimist oder Pessimist, wie Schopenhauer einer war und der wusste sicher warum.
    Ich hoffe, ich habe dich nicht bei deiner Lektüre über Hawkings gestört.
    In diesem Sinne herzlich Grüße verbunden mit den besten Wünschen für ein entspanntes Wochenende von
    Laura, die in der heutigen Zeit immer zwischen Optimismus und Pessimismus schwankt – das erlaube ich mir einfach.

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    1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    2. Thanks, Laura, my articles were mostly about the media landscape,
      - relaxed weekend for you too ...

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  2. Lieber Horst, Informationen bekomme ich ja nur in den Medien. Wie weit ich alles an mich heranlasse bleibt bei mir. Informieren kann ich mich vielseitig, ob ich alles in mich reinziehe bleibt auch bei mir es zu verwerten. mein Verstand wird mich hoffentlich immer leiten und eine gute und und gut tuende Meinung hervorbringen. Über Deinen Text nachdenken ist eine Option, ich schaue nach vorn. Liebste Grüsse zu Euch, Klärchen

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    1. Richtig! Aber die Mehrzahl der User entnimmt - leider - ihre eigene Meinung nur noch den Medien!
      Schönes Wochenende für Dich!

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  3. lieber Horst, ...sich eine eigene Meinung zu bilden kann man nur wenn man sie - wie auch immer und wodurch auch vorher informiert oder es " selbst erlebt hat - > anders oder ähnlich vielleicht.
    Sich von den Medien zudröhnen/und danach beeinflussen zu lassen ohne etwas vom Inhalt zu verstehen> und es dennoch nachzuplappern - selbst keine Meinung durch darüber nachdenken zu entwickeln, ist keine Option...inwieweit man sich selbst einer Meinung anderer anschließt, ist wie Klärchen es schon von sich sagt, immer eigene Sache.
    dein Ohnmachtsgefühl kann ich gut nachvollziehen....sehr gut, ich kenne es nämlich auch...den gedanken selbst nichts oder wenig verändern zu können, quälend...
    ich empfinde es durchaus nicht als Dummheit über etwas nachzudenken was man nicht ändern/beeinflussen kann.. sondern als etwas aktives indem man sich damit beschäftigt eigene Lösungen zu erwägen, durchzuspielen was wäre , - wenn ich etwas erfände oder herausfinde was zur Lösung beitragen könnte./?/
    (oder ein anderer der schlauer ist als ich...mit meinen Ideen...
    ohne eigenes Denken und Verstand ändert sich nie etwas- nicht ein kleines Fitzelchen im Zeitgeschehen...
    ich umarme dich für deine beiträge, die mir
    oft tief unter die haut gehen..
    angel

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  4. Was anderes kann man da nicht mehr zugeben - Danke!

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[B]Ich danke Dir für Deine Nachricht![b/]

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