2.2.22

Wieder einmal!

 

 



Zwei junge Polizisten lassen ihr Leben bei einem Einsatz in Rheinland-Pfalz. Eine lapidare Meldung, so am Rande des Zeitgeschehens. Zwei Menschen, die das Leben gerade am Anfang kennenlernten, beendeten es in Ausübung ihres Dienstes.
Nicht etwa, weil sie Verbrechen verfolgten oder Gewaltverbrecher dingfest machen wollten - nein, bei einer Verkehrskontrolle!

       Polizeibeamte sind oft die Prellböcke und Prügelknaben der Gesellschaft. Die Ausbildung von Polizisten versucht, diesen Schwierigkeiten Rechnung zu tragen. In den Trainings wird Wert daraufgelegt, dass das wichtigste Werkzeug eines Polizisten das Wort und keineswegs die Waffe ist. Eine bürgernahe Polizei ist ein wesentlicher Faktor für das harmonische Zusammenleben der Bürger und auch für den sozialen und wirtschaftlichen Erfolg einer Gesellschaft.

       Trotz allem Training, Schutzwesten, trotz aller Einsatzpläne und Sicherheitskonzepte – nach wie vor muss jeder Polizeibeamte damit rechnen, im Einsatz getötet zu werden. Die hinterhältige Ermordung von zwei Polizisten ist ein grausames Beispiel dafür. Es ist ein ungeheures, schamloses Verbrechen, das sprachlos macht.

       Und es ist eine Mahnung: Auch Polizeibeamte sind Menschen mit Familien und Freunden, die ein Recht auf ein sicheres Leben haben und des Schutzes von uns allen bedürfen.

Polizisten müssen wieder mehr Respekt im Alltag erfahren, und das geht jeden von uns an! Da darf sich niemand heraushalten, da darf keiner sagen: Was geht mich das an, sind halt Polizisten, die wissen, das es gefährlich ist.
Wir brauchen eine gute Polizei - ohne Wenn und Aber!


©by wildgooseman

25.1.22

Glaube - aus freien Stücken!

 Ich habe irgendwo gelesen, dass bei uns In Deutschland genauso viele Menschen an die Auferstehung Christi glauben, wie an Horoskope. Was das nun heißen soll? Wir Menschen sind auf einer extremen Suche nach Spiritualität, und das in alle Richtungen. Wir können denken, was wir wollen, wir sind frei zu glauben, woran auch immer, es kann auch gar nichts sein!

  Da müssen Kirchen, Religionen und Glaubensgemeinschaften sich anstrengen, so attraktiv zu sein, um die Menschen rings herum nach allen Regeln der Kunst zu begeistern. Und sie tun es auch - leider nicht immer zu unseren Gunsten!


  Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Kirchen sich in der älteren und jüngeren Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert und mit ihrer Einmischung in Politik, Ausnutzung ihrer uralten Machtstrukturen und der nicht vorhandenen Anerkennung der Liebe zweier Menschen, wenn sie nicht in ihr Weltbild passt, ihren Schäfchen nicht das Gefühl gegeben hat, willkommen zu sein! Und das ist bis heute so!
  Dass ich Christ bin und dazu noch Protestant, gehört nun mal zu meinem Leben dazu. Ich bin aber auf dem kirchlichen und auch konfessionellen Auge nicht blind und sehe auch die leeren Kirchenbänke vielerorts. Ich weiß, dass Kultur genauso auch in Kirchen ein gutes Werkzeug sein kann, das zu ändern!
        Ja, »Großer Gott wir loben Dich« und eine majestätisch gespielte Orgel lassen auch mich weichwerden, aber das löst nicht unbedingt eine Anziehungskraft auf alle aus und wirkt meist ein wenig unzeitgemäß.
        Ich möchte nicht falsch verstanden werden, ich sage nicht, dass es so etwas gar nicht mehr im Gottesdienst geben sollte. Nur hier und da bedarf es vielleicht einer Veränderung! Kultur und Kirche können sich gegenseitig bereichern. Beide können, wenn sie sich öffnen, uns große Geschenke machen: Sie zeigen uns, wer wir sind, wo wir herkommen, zu wem wir gehören. Ganz gleich, welcher Religionsrichtung wir angehören oder auch nicht. Aber Gottesdienste in romanisch geprägten Ländern lassen uns schon manches Mal staunen! Ich mag es zum Beispiel nicht, wenn die Gemeinde wie ein Trauerkloß in ihren Bänken sitzt. Warum muss das so sein? 
        Ist es eine solch traurige Sache, unseren Glauben zu leben? Wer einmal einen Gottesdienst beispielsweise in einer afrikanischen Kirche erlebt hat, weiß, was ich meine! Es gibt eben noch Menschen, deren einziger Halt im Leben noch ihr Glaube ist - wenn sie auch sonst noch so arm sind! Bei uns in den - wie sagt man doch so schön: »zivilisierten Ländern«, haben wir das verlernt!
        Wir sind so anspruchsvoll geworden, dass wir gar nicht mehr erkennen, wie »arm wir im Geiste« sind! Singen und tanzen in einem Gottesdienst kann eine kulturelle Bereicherung sein. Es ist fremdartig, gewiss. Aber wie viele Sitten und Gebräuche haben wir bereits in den letzten hundert Jahren von anderen Völkern übernommen? Man kann das gar nicht mehr zählen. Hat es uns geschadet? Wenig, denke ich, und wenn, dann wären das nur die Auswüchse einer Generation, die wieder alles übertreiben muss.
        Jeder soll nach seiner Façon selig werden. Das sagte bereits Friedrich II. Warum sollte man uns das nicht lassen?
Aber dann auch: Allen Menschen ...


© by hcglux

21.1.22

Der Mond

 


Als ich des Nachts erwachte,
blickte der Mond bei mir ins Fenster.
Er stand am schwarzen Himmel,
schaute und erzählte mir,
was er auf seiner Reise sah.
Mir schien, sein Schein verblasste
im Laufe dieser langen Nacht
Sein heller Blick, er schweifte
traurig durch die Welten.
»Meine Zeit ist viel zu kurz«,
Er sprach zu mir ganz leise,
»um all das Elend zu beleuchten!«
Beschämt bedeckt er sich
mit einer dunkelgrauen Wolke.
Ich winkte ihm verstohlen zu.
Ich weiß, er kommt ja wieder,
er hat doch keine Wahl!
Vielleicht beginnt auch jetzt,
die Hoffnung neue Wurzeln
hier bei uns zu schlagen -
sie stirbt bekanntlich ja zuletzt!
Da fällt mir gerade ein:
Wenn irgendjemand heut
dagegen demonstrieren will?
Von wegen »Freiheit« -
könnt ja möglich sein -
er mag es ohne Murren tun,
Wir Anderen lächeln still ...
©2022 by H.C.G.Lux

17.1.22

Wir wussten nichts?


 

Als wir noch Kinder waren
erschien nichts einfacher,
als jeden langen Tag
so voller Glück zu leben.
Vom Leben kannten wir
täglich nur immerzu
den Sonnenschein -
selten nur den Regen.

Dann kam jene Zeit
als der schöne Schein
in uns plötzlich verlosch.
Für uns zerbrach das Glück
in tausend Scherben.
Wir fragten ohne Antwort -
die Wahrheit ließ uns
hinter sich zurück.

Nun winkt am Horizont
der letzte Rand der Zeiten,
bald sehen wir des Sonnenlaufes
Schein nur noch als rotes Licht.
Ist in Gedanken etwas zu bedauern?
Vielleicht nur, dass der Mensch
heute so dumm ist, wie in alter Zeit!
Er merkts noch immer nicht!

©by H.C.G.Lux

16.1.22

Tempora mutantur.



Franz von Lenbach, Venedig


 (Die Zeiten ändern sich)

Ich träume oft in manchen Stunden
von Völkern, die durch Freundschaft verbunden,
von weißen Tauben, die Frieden verbreiten,
vom Guten in uns zu allen Zeiten.

Ich träume von Gleichheit aller Rassen
ohne Rücksicht auf Herkunft und Klassen,
von Arbeit für alle, die arbeiten können
und nicht nur immer zum Jobcenter rennen.

Ich träume von Familien ohne Streit,
von Hilfen für Alte in schwerer Zeit,
von Manager in Firmen - ohne Raffen,
von friedlichen Lösungen ohne Waffen.

Ich träume von Bäumen in grünen Wäldern,
von hellgelbem Raps auf blühenden Feldern,
von Nebel über dem rauschenden Fluss,
von Wildgansgeschrei als nächtlichem Gruß.

Ich träume von Burgen auf bergigen Höhen,
von Ufern schilfbewachsener Seen,
von Karawanen in endlosen Wüsten,
von Leuchttürmen an felsigen Küsten.

Ich träume von Tieren in freier Natur,
für mich wäre es Freude pur.
Ich sah diese Erde aus Tiefen und Höhen, 
erlebte das Leben mit Fühlen und Sehen.

Vom Fernweh blieb nicht mehr allzu viel,
statt nur zu träumen, bleibt heut noch ein Ziel,
von der Sehnsucht des Herzens getrieben:
Es heißt ganz einfach: Lieben!


©by H.C.G.Lux
 

14.1.22

Strandcafé


Wartende runde Tische.
Wer sagte neulich,
hier wäre es gut?
Es raunt ganz sachte
die Jalousie im Wind.

Ein kleines Schwätzchen,
Antje, blauäugig und blond.
Theaterdonner, Weltgeschehen,
Oder das Wetter -
unverbindlich, bedeutsam!

Was sagt der Kalender?
Sturmflut, Vollmondnacht,
vertrautes Schweigen danach.
Ständig unruhige Ruhe.
Es lebt sich so dahin.

Möwen am Himmel.
Grauweißes Watt,
Schafe ernten das Grün
von schützenden Deichen.
Zeitlose Realität.


-© H.C.G. Lux 2022 -

 


12.1.22

Der Weg ist das Ziel!

 


Aus dem Tagebuch eines Wohnungslosen ...

(Einem Din-A5 Schulheft entnommen, einer Fundsache (2011)

aus einem Papierkorb. Namen wurden ausgetauscht.)

 



Teil 1

Der erste Tag, von dem er nicht weiß, wo er die Nacht
verbringen wird. 
Er hat keine extra Kleidung, kein Geld
mehr in der Tasche.
Es wird ein langer Tag.
Es werden fünf lange Wochen ...

 



Montag, 18.November

»Hallo, es ist Ein Uhr, verlassen Sie den Bahnhof, wir schließen!«
Kurz nachdem ich vor einer halben Stunde eingeschlafen war, werde ich von Sicherheitsbeamten des Hauptbahnhofs mit drohendem Ton geweckt. Mein ganzer Körper schmerzt, mein Nacken macht es mir unmöglich, meinen Kopf normal zu bewegen. Mir ist kalt und so werde ich in die regennasse Nacht geschickt. Wohin - ich weiß es nicht. Ich habe noch zweieinhalb Euro übrig, aber ich muss sie für Tabak behalten.

 

 Dienstag, 19. November

Nach einem tagelangen Streifzug zwischen Plätzen, Parks   und dem Hauptbahnhof reicht es. Ich fühle mich zerquetscht, als wäre ich eine Ameise, die unter die Sohlen eines Menschen geraten ist, gedemütigt, beschämt, schmutzig, aber vor allem: körperlich und seelisch weit unter Null. Bis zur Obdachlosenunterkunft ist es noch weit.

 Eine Stunde später stehe ich vor dem Haus der Obdachlosen. >Straßenwerk< steht über dem Eingang. Ich habe die Wahl: drücke ich die Tür auf - oder schlafe ich heute Nacht wieder ein bis zwei Stunden im Park auf einer harten Bank unter Bäumen, die ihre Blätter längst abgeworfen haben.

 Ich bin unschlüssig, weil ich nicht weiß, was mich hier erwartet. Wird es wieder eine Katastrophe sein? 
Oder habe ich endlich einmal die Chance, eine anständige Nachtruhe zu bekommen - und vielleicht, wenn ich Glück habe, etwas zu essen? Ich kann mich kaum an den Geschmack einer Salzkartoffel erinnern, geschweige denn an Gemüse! Ich wähle die Tür, mein Körper bettelt danach. Und außerdem hat es gerade wieder angefangen, zu regnen.

 

Mittwoch, 20.November

Johannes, der Sozialarbeiter, hörte sich gestern meine Geschichte an. Ich weinte, ich konnte einfach nicht mehr. Ich hätte nie gedacht, dass Leben so weh tun könnte. Laut Johann ist es buchstäblich im übertragenen Sinne fünf vor zwölf. Er führte mich in einen Saal mit langen Tischen. Mit viel Mühe und voller Scham aß ich zwischen verschiedenen Leidensgenossen einen Teller Suppe. Dann wieder warten. 

  Nach einer Stunde, zwei Stunden, ich weiß es nicht mehr, konnte die Zeit nicht mehr einteilen.

Aber Johann sagte mir, dass ich sechs Wochen hierbleiben darf, um mir eine Tätigkeit suchen zu können. Denn wenn man keine Bleibe hat, gibt es auch keine Arbeit. Ich bekam einen Schlüssel. Zimmer 36: Ein Tisch, ein Stuhl, ein Schrank und ein Bett. Ich entschied mich, hier zu bleiben! Schlief dann sofort ein. 

 

Teil 2

Montag, 25.November

 Gegen 6.30 Uhr werde ich vom Lärm geweckt wurde. Nach einem einfachen Frühstück mache ich mich auf den Weg in die Stadt zur Arbeitsagentur. Vielleicht haben die Leute da etwas für mich. Ich sah in der letzten Woche niemanden, den ich kannte. Es tat mir auch nicht leid, dazu war ich zu beschämt, ich war ein Ausgestoßener, jemand, den es zu meiden galt, jemand, der es versucht hatte und gescheitert war, vor allem: jemand ohne Zukunft! Langsam kam die Qual der Wahl auf: auf wenigen Quadratmetern schmachten oder sich dagegen wehren. 

Ich habe vorher 14 Monate gebraucht, um so weit zu kommen, wie ich nun bin. Feiertage waren für mich Tage der immensen Traurigkeit. Ich denke an das letzte Jahr - da war zu Hause noch alles so schön und gemütlich.

 

Mittwoch, 27.November

 Ich lerne zwei neue Mitarbeiter, Nele und Tessa, von den Streetworkern kennen. Mit ihrer Anregung, mit ihrem Antrieb sah ich wieder einmal das Ende des Tunnels. Es gab zwei Leute, die noch an mich glaubten!!! Zwei Engel? Sie lehrten mich wieder zu lächeln; sie gaben mir den Schlüssel zu meiner Seele zurück,um die Tür hinter mir zu schließen, damit ich wieder zu mir kommen darf! Und vor allem brachten sie mir bei, dass ich eines Tages wieder jemanden lieben kann!

 

Freitag, 29.November

 Nele und Tessa lehrten mich, meine Scham abzulegen, ich begann meine Seele vollständig zu entblößen: Ich sprach vor  200 Studenten über meine persönlichen Probleme, der Saal war völlig ruhig! Ja, jeder durfte wissen, wie es dazu kommen konnte. Und plötzlich änderte sich alles: Ich bekam Aufmunterungen, Schulterklopfen, Glückwünsche. Ich fing danach an, Ausflüge für die Bewohner des Straßenwerks zu organisieren. Alles ist begeistert.

 

Sonntag, 1.Dezember

  Die Arbeitsagentur hat immer noch nichts für mich gefunden. Es liegt am Alter, sagte der Sachbearbeiter. Dreiundsechzig ist eben nicht gefragt. Und Johannes? Er sah, dass es nicht klappte mit der Jobsuche: »Es wird langsam eng«, meinte er heute früh. Aber er sah auch, dass meine Bemühungen ernsthaft waren, das sollte mir doch Pluspunkte einbringen, oder?

Ich habe noch drei Wochen hier in der »Heimstatt«, dann ist für mich finito. Ob die mich hier ein paar Tage vor Weihnachten noch rauswerfen?

Montag, 2.Dezember

 Ich habe habe mich für einen sechsmonatigen Kurs als Altenpfleger angemeldet. Aber die wollen mich nicht, ich wolle mir nur mehr Zeit verschaffen, sagt Johannes. Die Aussage weckt eine starke Rebellion in mir, weil sie nicht stimmt.

 Aber wie soll ich denen das erklären? Ich scheine so unglaubhaft zu sein, dass mir keiner den echten Willen glaubt.

  Teil 3

 Mittwoch, 4.Dezember

Das darf nie wieder passieren! Ich hatte einen Zusammenbruch. Und jetzt diese Stille, diese Einsamkeit in einem Pflegezimmer. Warum muss mir das passieren?  

 Montag, 9.Dezember

 Ich habe für morgen einen letzten Termin bekommen. Es ist sozusagen die ›Letzte Tür‹ des langen Gangs! Abitur ist Voraussetzung für diesen Job. Erfahrung mit Wohnungslosen-Problemen wird gewünscht, ist zumindest von Vorteil! Ich bewarb mich und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Aber ich darf nicht rauchen, Raucher sind nicht erwünscht.

 Dienstag, 10.Dezember

 Mehr als 50 Minuten lang widerlege ich alle Nachteile, die meine Person betreffen. Es sieht gut aus. Es muss gut aussehen! Ich darf nicht beiseite gelegt werden, auf den grossen Haufen in der Schreibtischecke. Aber ich spüre, es gibt noch andere Kandidaten. Warten.

11.Dezember, 10.20 Uhr:

Telefon vom Koordinator des Ausschusses: Ich wurde eingestellt! 

Startdatum 1. Januar! Probezeit 3 Monate!

Meine Aufgabe ist es, Menschen, die nicht weiter wissen, den Aufenthalt hier so angenehm wie möglich zu machen: Essen, ein Bett und vor allem: ein Schwätzchen, ein hilfreiches Lächeln, gute Worte.

 13.Dezember,

 Der Tag, an dem ich diesen Text beende: Am 1. Dezember, nach vierzehn Monaten, werde ich das Werk der Wohnungslosen verlassen. 

Ich gehe in mein eigenes Büro in der Innenstadt! Ich bekomme ein Zimmer neben dem Büro als Wohnung. Ich werde Weihnachten zwar allein feiern müssen, aber ich habe die Hoffnung und die Aussicht, dass es aufwärts geht. Mit neuen Freunden und alter Kraft. 

 

Der Abschied, am 14.Dezember

 Mein Herz wird bei denen sein, die diesen Neuen Mann zu Weihnachten neu erschaffen haben. Sie sagen zwar immer:
»Danke uns nicht, du hast es selbst gemacht!«

Ja, da ist zwar etwas Wahres dabei. Ich habe diesen Stern vom Himmel geholt, der vor vierzehn Monaten so weit vom Universum entfernt war. Aber ganz ohne Werkzeug wäre es nicht gegangen!
Und ich war dabei niemals ganz allein ...

 

 

©by H.C.G.Lux

8.1.22

Wärme

Die Welt leidet.
An der Klimaerwärmung.

Ist das nicht seltsam?
Ein Aggregatzustand
unseres Wassers ist Eis.
Wärme erzeugt Eis?
Die Wahrscheinlichkeit sagt: Ja!

Es war noch nie
so kalt wie heute!

©2022 by H.C.G.Lux

5.1.22

E-Mail aus berufener Hand

 Vor einiger Zeit schaute Gott auf die Erde. Er war entsetzt, in welchem Zustand sie war. Er hatte den Menschen doch ausdrücklich aufgegeben, die Erde zu verwalten.

»Macht Euch die Erde untertan, aber zerstört sie nicht!«
War das so schwer zu begreifen? Warum hielt man sich nicht daran?
Ja, Gott verlor langsam seine Geduld. Er schickte eine Reihe von Warnungen auf die Erde, niemand nahm sie so richtig ernst. Feuer und Wasser, Erdbeben und was sonst noch für Warnungen in seiner Hand lagen, verpufften wirkungslos unter den Menschen.
Gott rief seine Engel zur Konferenz zu sich. Es war eine lebhafte Debatte, die dort geführt wurde. Vorschläge von allen Seiten, wie denn diesem Übel abgeholfen werden könnte.
Engel ›Sigma‹ erbot sich, auf die Erde zu reisen und dort genaue Resultate zu sammeln, man könne sie Gott dann ja vorlegen, aufgrund der Bestandsaufnahme müssten dann Beschlüsse gefasst werden!
So geschah es. Der Engel reiste anonym auf die Erde, sah sich die gesamte Bescherung an und berichtete dann seinem Herrn:
»Ja, es ist schlimm auf der Erde; 95 % beuten die Erde rücksichtslos aus, stiften Unheil und ein Krieg jagt den anderen. Es sind nur 5% der Menschen, die sich an die Verfügungen halten, die du erlassen hast, Herr!«
Gott war erschüttert von diesen Berichten. Aber er dachte im Geheimen, er sollte doch wohl noch eine zweite Meinung einholen, also sandte er noch einen Engel, ›Theta 6‹, auf die Erde.
Leider kam Theta 6 zum gleichen Ergebnis - so blieb nur noch ein allerletzter Ausweg.
Er beschloss, den Menschen, die zu den 5% gehörten, eine Email zu schicken, in der er ihnen zu ihrem guten Willen gratulierte und versicherte, dass er ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen würde!


Weißt Du, was in dieser Mail stand?
Nein?

Ich leider auch nicht.
Ich habe so eine Mail nie bekommen ...

©by Wildgooseman

28.12.21

Zwischen Gestern und Heute!


Manches von dem, das ich früher tat, kann ich heute nicht mehr verstehen. Es ist aber auch möglich, dass ich nicht mehr weiss, wie ich seinerzeit dachte und warum ich so und nicht anders reagierte. Weil ich heute anders denke und auch fühle, ist mir all das fremd geworden, für das ich früher gekämpft habe. 
 Ist das nun ein Widerspruch? Ich glaube nicht. Denn wenn ich auch nicht mehr die gleiche Empfindung habe, bin ich dennoch für mein damaliges Denken und Handeln verantwortlich. Stehe ich deshalb in meiner eigenen Schuld?

    Damals war es für mich richtig. Wenn Fehler gemacht wurden, war früher oder später die Vergeltung dafür im eigenen Lebensablauf spürbar. Ist es nun möglich, den gleichen Fehler zweimal zu machen? Ich sage: Nein! Wenn es das zweite Mal geschieht, ist es die eigene Wahl! Mit dieser zweiten Wahl allerdings gibt man dann jedoch selbst zu, nichts daraus gelernt zu haben.

   Nun gibt es aber auch Fehler im Leben, die von außen verursacht werden, die man nicht verhindern kann, auch wenn man sie erkannt hat. Solche Zwänge können ein Leben aus dem Gleichgewicht bringen, lassen es Wege einschlagen, die völlig an der Normalität vorübergehen.

    Wenn man dabei von »Höherer Gewalt« spricht, ist dies doch nur ein Bruchteil der Ursachen. Auch dieser Begriff zeigt die Unzulänglichkeit des Menschen, gewisse Schwierigkeiten einfach in den Griff zu bekommen.  Solche Probleme beeinflussen häufig das Erleben und Leben zweier Menschen, die als Paar zusammen sind. Paarbildung des Menschen hat ja zum überwiegenden Teil mit Liebe und Sexualität zu tun. Die Liebe spielt hierbei eine überragende Rolle, da sie die Triebkraft zum Zusammenleben zweier Menschen darstellt. Ohne die Liebe wären wir Menschen auf der Schwelle zum Menschsein stehen geblieben. 
Das Gefühl, zusammenzugehören allein würde nicht ausreichen, den Bestand der Menschheit zu gewähren.

    Ich liebe dich! Welch eine Gewalt steckt darin, welch ein Gefühl erschließt sich bei diesen Worten, tausendfach bedichtet und besungen und immer wieder neu erfunden. Da kommen wir unausbleiblich zu der Frage: Was ist wichtiger, lieben oder geliebt zu werden? Meine Antwort darauf: Was ist wichtiger für einen Vogel, der rechte oder der linke Flügel? Beides gehört zusammen wie der Himmel zur Erde, wie Feuer und Wasser, wie Leben und Tod! Wie ICH und DU.
Vor Kurzem las ich diese Sätze eines französischen Poeten:
»Manchmal sehe ich dich und ich sehe nichts! Ein anderes Mal sehe ich in mich selbst hinein und was sehe ich? Dich.«

    Gibt es etwas Bedeutsameres als diese Aussage? Da dürfen dann auch ruhig Fehler auftreten, wenn ein Paar zusammenhält, wird ein jeder dieser Fehler aus dem Weg geräumt werden können, solange er nicht an die Wurzeln des Zusammenlebens heranreicht. Liebe kann im Grunde niemand verletzen, denn jeder von uns ist selbst verantwortlich für das, was er fühlt und was er tut.
Wie könnte ich einem Anderen die Schuld geben, wenn meine Partnerschaft nicht gelingt? Da ist schnell ein Schuldspruch zur Hand, nicht wahr?
Wie oft hörte ich die Aussprüche: »... dann ist er in meine Ehe eingebrochen.« Oder auch: »... ich habe ihn an sie verloren.«
Ich bin überzeugt, dass niemals jemand einen Anderen verlieren kann, weil niemals jemand einen Anderen besitzt!
Paar_1

 Früher als ich jung war, glaubte ich, dass ich durch mein Tun mein ganzes Leben verändern könne. Alle Dinge hatten ihren Sinn dadurch, dass ich ihnen den Sinn gab. Das machte mir Mut, das gab mir Kraft, um alle Schwierigkeiten zu bewältigen. So konnte ich stets den Kopf hochtragen, konnte immer frei atmen. Alles in meinem Leben war nach meiner Ansicht in Ordnung.
Heute nach vielen Jahrzehnten habe ich in meinem Herzen die Gewissheit, dass dieses Denken falsch war. Ich kann mein Leben nicht verändern; ich kann ihm wohl eine neue Richtung geben, gewiss. Nur die Zeit ganz allein kann mein Leben verändern!

    Und weißt du was, liebe Leserin, lieber Leser? Ich liebe diesen Gedanken. Weil er mir die Schuld nimmt an Abläufen, die ich vielleicht hätte beeinflussen können. Gut, dass ich nicht weiss, was durch mein Zögern oder durch unüberlegtes Handeln alles geschehen ist! Ich verstehe heute manches nicht mehr, was ich früher tat, das sagte ich im Eingang schon.
Gutes und Schlechtes, Erfolge und Fehler halten sich eben im Menschenleben stets die Waage. Und nebenbei habe ich auch gelernt: Man liebt nicht nur einmal!
Aber ich weiss mit Gewissheit: Die wahre Erfahrung meiner Freiheit ist: 

Lieben heißt auch, etwas zu haben, ohne es zu besitzen!


©2021 by H.C.G.Lux


Gestern und Morgen

Der Tag kommt, irgendwann. Die roten Rosen lassen stumm die Köpfe hängen. Der weiße Schleier der Vergessenheit trennt messerscharf das Geste...