25.6.24

Glanz in den Augen

 




Meine Erinnerung ist oft wie ein Himmel voller Wolken, nachdem ein Sturm ihn leergefegt hat. Manchmal versuche ich angestrengt, mich an etwas zu erinnern, ich spüre, wie es genau dort erscheint, ein wenig erscheint, fast Gestalt annimmt, aber ... verdammt, da geht es wieder den Bach runter, versteckt sich in einem dieser grauen Wölkchen, es ist dann nicht mehr möglich.

       Irgendwann jedoch erscheint so etwas wie ein Leuchten in den Augen, das ich selbst nicht verstehe. Dann überlege ich, was das wohl sein könnte. Dabei ist die ständige Suche nach dem Grund eines Geschehnisses mir gar nicht bewusst.

       Ich muss einfach Geduld mit mir selbst haben.
Wie viele Bücher habe ich gelesen, wie viele Informationen hat mein Gehirn im Laufe seines Bestehens aufgenommen? Wie viele Filme, Lieder, Gemälde, Kunstwerke, Landschaften, Gesichter, gefühlte Empfindungen noch dazu? Wie oft habe ich meine, von Hör-Defiziten geplagten Ohren angestrengt, um etwa eine Melodie, ein Geräusch, ein Lachen besser zu verstehen?

       Meine Welt hat, vielleicht, kein Ende. Dabei ist mir doch klar, dass ich viele Dinge weiß, an die ich mich aber in manchen Augenblicken praktisch nicht mehr erinnern kann. Kurze Zeit später fallen mir diese Antworten unaufgefordert und auch unpassend wieder ein. Kennst Du das vielleicht auch?

       Manchmal erreichen mich unerwartete Informationen und Erinnerungen aus irgendeinem unscheinbaren Winkel meines Gehirns. Ich stelle mir dann vor, dass diese unerwarteten Begegnungen kleine neuronale Unfälle sind, ein Blitz oder etwas anderes, das für eine Nanosekunde meine Schädelhöhle erleuchtet.
Ist es das vielleicht, dass minutenlang den Augen eine Erleuchtung bringt? Wäre doch möglich ...

 

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Dann musst du eben gehen.

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