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7.10.24

Krieg ist kein Spiel

 


 


Ich bin eigentlich in einer Familie groß geworden, die den Krieg gehasst hat. Dazu haben die Jahre 1914-18 und 1939-45 zu viele Opfer bei uns Menschen gekostet, die nichts weiter wollten, als in Ruhe und Frieden leben. Die Staatsführung hatte stets eine andere Meinung.

       So wurde uns aufoktrohiert, mit den  Nachbarkindern »Krieg« zu spielen. Wilhelmstrasse gegen Friedrichstraße, Oberstadt gegen Unterstadt. Und es ging manches Mal ganz schön zur Sache, blutige Nasen, blaue Flecken am ganzen Körper waren da an der Tagesordnung. Im »Jungvolk der Hitlerjugend« ging es danach munter mit dem »Kriegspielen« weiter, wir waren ausersehen, stets die Sieger zu sein! Da wurde oft aus Spass bitterer Ernst.

       Meinen Opa habe ich nie wütend gesehen. Das jedoch waren Momente, wo er mich zornig ansah: »Krieg spielt man nicht!« Er bezahlte diese Aussage später mit seinem Leben! Er beglich es an seine, wie er meinte, Freunde aus dem Nachbarland Polen, mit denen er vorher stets ein gutes Verhältnis hatte. Aber auch die Freunde konnten auch nichts daran ändern, sie wurden von ganz allein "überzeugt" …

       Zehn Jahre später war ich Soldat bei der Bundeswehr. Ich dachte oft an meinen Opa, doch ich war auch indoktriniert mit der Tatsache, dass »mein Feind« im Osten zu Hause wäre und ich »mein Vaterland« zu verteidigen hätte. Wobei der Herr Bundeskanzler noch etwas früher sagte, dass »kein deutscher Junge wieder ein Gewehr in die Hand nehmen sollte!«  Aber auch: »Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?«

       Mein Grossvater hätte das bestimmt nicht gut befunden, und wenn er die Soldatinnen heute gesehen hätte, wären ihm sämtliche Gesichtszüge entgleist. Er hätte sie gefragt, ob sie so etwas ihren Kindern erklären könne!!

       Aber ich will darüber nicht rechten! Ich möchte nur sagen, dass entgegen aller historischen Aussagen Krieg kein Spiel ist! Die Munition in der Ukraine sind keine Raketen aus der Sylvesterzeit, die ein Neues Jahr begrüssen. Unde die Erfindung der "Drohnen" trägt nicht dazu bei, das Leben der Menschen zu erleichtern! Schon jetzt sind ganze Landstriche überall auf der Welt mit Kampfmitteln verseucht. Bei uns in Ostfriesland sucht man beispielsweise immer noch nach Sprengkörpern in den Flüssen.

       Evakuierungen wegen Kriegsbombenentschärfungen gehören 77 Jahre nach dem Krieg immer noch zu unserem Alltag. Wir vergessen es sehr leicht: Krieg hinterlässt Gefahr, Krieg ist kein Spiel, die Einsatzkräfte in den Kasernen der Bundeswehr wissen, wozu sie da sind.

Das Schlimme aber daran: Niemand - auf der ganzen unfriedlichen Welt, verdient so viel am Krieg, wie die Waffen-Industrie! Woran mag das nur liegen?

4.10.24

Ist denn nun alles O.K?

 


Na ja, es schaut jedenfalls so aus. Die Nachwirkungen sind noch enorm,
hab ich aber erwartet. Beide Augen müssen sich un erst aneinander gewöhnen,  
wurde mir gesagt. Lässt sich aber gut an. Obwohl die Lesefähigkeit noch solange 
nicht da ist, bis die Lesestärke der noch zu findenden Lesebrille noch gefunden
werden muss. 

Schaun wir mal. Bis dahin sag ich erst mal "bye, bye" und bis danni dann ...

Euer "Katarakt-geläuterter"

 Horst 

14.7.24

Zeit für mich?

 


 













Da war einst ein kleiner Junge, der seinen Vater über alles liebte. In seinen Fantasien war dieser der Superheld, der alle Probleme lösen konnte; aus dieser Zuneigung entstand das Bedürfnis, ihn immer näher bei sich zu haben. Sein Vater liebte ihn ebenfalls, aber auf seine Art, doch er hatte zu wenig Zeit, da er immer zu sehr von seinem Beruf eingespannt war.

       »Papa«, sagte er eines Tages. »Ich habe diese schwierige Mathe-Aufgabe, von der ich nicht weiss, wie ich sie lösen soll. Kannst du mir bitte helfen?« Der Vater schüttelte angespannt seinen Kopf. »Nein, mein Junge, ich habe jetzt überhaupt keine Zeit, weil ich diese Arbeit für das Büro vorbereiten muss.«

       »Aber Papa, es ist sieben Uhr abends und du hast doch schon lange Feierabend!«.
»Nun, so ist es leider nicht, mein Sohn. Ich bin sehr beschäftigt; bitte doch die Mama oder deinen Bruder um Hilfe.«

       Am Wochenende sagte der Junge einem Vater: »Papa, bitte hilfst du mir, dieses Puzzle zusammenzusetzen?«

»Das kann ich jetzt nicht, mein Sohn, weil ich gerade das Auto überprüfen muss, da stimmt etwas nicht.«.
»Aber, Papa …«

»Hörst du nicht, mein Sohn? Ich habe definitiv keine Zeit dafür.«

***

Einige Tage später fragte der Junge seinen Vater. »Papa, erzähl mir doch mal. wie viel verdienst du pro Stunde in deinem Job?«

»Wozu willst du das wissen?«

»Wir haben in der Schule solche Textaufgaben! Nur um es zu wissen«, antwortete sein Sohn.

»Na, so ungefähr 4o Euro in der Stunde, etwa im Durchschnitt.«
»Danke, Papa«, sagte der Junge.

In den darauffolgenden Wochen trug der Junge frühmorgens Zeitungen aus, ohne es jemandem zu sagen und ohne dass seine Familie es merkte. Er machte es solange, bis er insgesamt vierzig Euro beisammen hatte. Als er den Betrag verdient hatte, ging er zu seinem Vater und sagte:

»Lieber Papa, ich möchte dir eine Stunde deiner Zeit abkaufen, damit du sie mir bitte ganz allein geben kannst.“

 

27.6.24

Direkte Worte

 



 









Ist es Dir, lieber Leser, schon einmal passiert, dass Du das Gefühl hattest, dass das, was Du sagen wolltest, dringend und sicherlich wirklich richtig war, dass es aber nicht jedem, der Deine Worte hört, gefallen wird, wenn Du es sagst? Natürlich, ist Dir das schon passiert, es ist Teil unser aller Leben. Es geht hier um die Wahl zwischen Sprechen oder Schweigen.

       Stell Dir nun eine zusätzliche Information vor: Diejenigen, die dir mit gesenkter Nase zuhören, hätten volle Macht über dich. (Sag bitte nicht, so etwas wäre Unsinn!) Diejenigen Menschen, die Deine Worte wie Stecknadeln unter ihren Fingernägeln spüren, könnten dabei über Dinge entscheiden, die Deine Aufmerksamkeit voll brauchen, Deine ganze Kraft und Energie, und auch Deinen Lebensmut!

        Sie könnten Dich damit davon abhalten, ein wenig glücklicher zu sein (oder weniger unglücklich, es ist wie in dieser Szene, in der das Glas halb voll oder halb leer ist). Ist solch eine Situation nicht vorstellbar? Geschieht solches nicht täglich im Parteienhader? Nimm doch einmal folgende Interpretation:

Die Partei, der Du angehörst, hat plötzlich völlig andere Ziele im Programm, als bisher überhaupt möglich schienen. Du jedoch bist damit nicht einverstanden und stehst nun vor der Entscheidung Deines Leben. Was nun tun? Trotzdem weiter zu den (veränderten) Zielen stehen - oder eine Wende vollführen?

       Vor diesen Bedingungen stehen nun viele Mitglieder der AfD. Darf man sie verurteilen, weil sie den Kurs »ihrer vorherigen Partei« nicht mehr akzeptieren wollten? Ich denke nicht! Jedem, dem einmal an einer Kreuzung ein falscher »Abbieger« unterlaufen ist, steht doch das Recht einer Berichtigung zu! Dass sich danach viele Mitläufer ohne besondere Einstellung einfinden, ist völlig normal und war schon zu allen Zeiten so. Auch im sogenannten »1000jährigen Reich«!

       Es ist einfach, jemand für seine Einstellung zu »brandmarken«. Warum nicht auch einmal nach den inneren Gründen fragen. In wie vielen Sparten unseres Lebens finden täglich »Vorverurteilungen« statt, deren Ziel nichts anderes ist, als den Menschen in eine Abseitsstellung zu bringen. Hüten wir uns davor, da mitzumachen! Im »Vaterunser« der christlichen Kirchen heisst ein Gebetsteil:

         … und vergib uns unsre Schuld - wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!

Dieser zweite Halbsatz aber gerät meist in Vergessenheit!

6.6.24

Wahltag


Der Sonntag, an dem bei uns Wahlen stattfinden, ist immer ein besonderer Abschnitt im Zeitgefüge eines demokratisch denkenden Menschen. Man hat seine Bürgerpflicht erfüllt, die Kreuze dort gesetzt, wo sie geplant waren, und wartet nun auf das abendliche Ergebnis der Abstimmung. Mehr oder weniger gespannt wird nun das Resultat eingehend angeschaut, nicht immer fällt es für den Betrachter so aus, wie er oder sie es sich gewünscht haben! Das aber liegt nun mal in der Natur der Dinge.


   Jene Zeiten, da ein Wahlresultat mit 98,5% für eine einzige Wahlmöglichkeit endete, gehören wohl endgültig der unseligen Vergangenheit an. Es sei denn, eine Mehrheit von eben diesen 98.5% entscheidet sich wiederum für den Einheitsbrei einer Partei, die sich völlig einer hirnlosen Führung unterordnet!

     Es ist schon seltsam, in einem Staat, der von Wahlen nicht unbedingt verwöhnt wird, stehen die Menschen in langen Schlangen oft stundenlang an, um ihre Rechte nutzen zu können. In anderen Staaten, die sich auch demokratisch bezeichnen, wird dieses Recht sehr lasch wahrgenommen. Je mehr Wahlen in einem Jahr abgehalten werden, desto magerer wird die Beteiligung daran. Die Wähler scheinen sich zunehmend von den Wahlurnen und den Kreuzen auf dem Stimmzettel zu entfernen.

     Man ist versucht, dies auf unterschiedliche Weise zu erklären. Die Leute bleiben weg, weil es geregnet hat. Oder weil es heiß war, und sind darum lieber ins Grüne gefahren. Weil ein langes Wochenende war, weil ein Verwandtenbesuch angesagt war oder aus diesen und jenen Gründen. Kurz gesagt: Alle Gründe, nicht wählen zu gehen, scheinen gut ihre Berechtigung zu haben. Es ist ja nicht so, dass die Menschen ihre Bürgerpflicht vernachlässigen, nein! Die Menschen wollten sogar das demokratische Ritual erfüllen, aber es gibt leider immer etwas, das sie ablenkt. Das Problem liegt meiner Meinung nach beim Wähler und nicht bei den entsprechenden Gründen. Ebenso wenig scheint es richtig, Regen oder Sonnenschein für den Mangel an demokratischer Kultur verantwortlich zu machen.

     Ich persönlich hätte da einen phänomenalen Ausdruck des demokratischem Bewusstseins anzumelden! Er würde sofort auf einen Schlag alle Probleme auflösen:

    Es wird ein Internationaler Tag der Wahl eingeführt. Und zwar global alle vier Jahre - am 29.Februar in jedem Schaltjahr! Dieser Tag ist dann von jeglichen Veranstaltungen freizuhalten.

Keine gute Idee? Ok, Ok, ich meinte ja nur, wenn Ihr denn nicht wollt, dann eben nicht …

Krieg ist kein Spiel

    Ich bin eigentlich in einer Familie groß geworden, die den Krieg gehasst hat. Dazu haben die Jahre 1914-18 und 1939-45 zu viele Opfer ...