26. August 2020

Das Neueste von der COVID 19-Front


 

Es liegt so etwas Imaginäres in der Luft um die unzähligen  Verschwörungstheorien. Zu dieser Erkenntnis kann eigentlich jeder kommen, der in den sozialen und weniger sozialen Netzwerken unterwegs ist.

        Manche Menschen halten die Bundesrepublik für eine Aktiengesellschaft, andere für einen Fußballverein ohne Zuschauer. Einige finden, dass Corona frei erfunden ist, um die Menschen zu verunsichern und der Freiheit zu berauben, andere wiederum glauben, dass schon der alte Nostradamus vorhergesagt hat, dass Covid-19 unweigerlich die Welt beherrschen wird.

Sollte das Virus nun aber tatsächlich da sein, dann wurde es durch vermehrte Tests mehrfach manipuliert, weil Virologen allesamt verkappte Politiker der verschiedenen Parteien sind - oder aber Verwandte von Bill Gates!

        Jetzt habe ich auch eine neue Theorie entdeckt:
Es war in den vergangenen Wochen überhaupt nicht so heiß, wie täglich behauptet wurde! Es wurden nur viel mehr Thermometer eingesetzt, das war der eigentliche Grund!

        Bei meinem Außenthermometer habe ich übrigens die Batterien ausgewechselt; seitdem ist es innerhalb von ein paar Tagen rund 10° kälter geworden. Jawohl, und das ist bewiesen!

 

©by H.C.G.Lux

 

31. Juli 2020

Manifest der Universität Polyhumanitas


 

Bei neuesten Ausgrabungen in den Bezirken Northern-Germany, Bavaria-East und Rhenania wurden überraschende Erkenntnisse über die Bevölkerung der Jahre nach Beginn des 3.Jahrtausends bekannt. Fundstellen belegen, dass ab dem Jahr 2020 n.Chr. hier eine Epidemie das Land überzogen hat, das die gesamte Einwohnerschaft unter ihre Kontrolle brachte. 

   Ein bis dahin unbekannter Virus,  SARS-CoV-2, vereinfacht Coronavirus genannt, verursachte eine Krankheit, Covid-19 genannt. Sie äusserte sich in den verschiedenen Formen nach Art der Virusgrippen: Husten, Atembeschwerden und Fieberanstieg.

     Durch das bewusst oder unbewusste Sozialverhalten der Menschen gelang es diesem Virus, Infektionszahlen weltweit zu erreichen, die es in der Neuzeit bisher nie gab. Das unterschiedliche Verhalten der verschiedenen Regierungen der Welt, die damals in mehr als 200 Staaten unterteilt war - (damals gab nachweislich noch keine einheitliche Weltregierung) - brachte den Nährboden dieses SARS-Virus zu ungeahnter Blüte!

     So mancher Regierungschef tat diese Gefahr als »Bangemachen« ab und ließ somit die eigene Bevölkerung im Unklaren über die Gefährlichkeit dieser schließlich zur Pandemie gewordenen Gefahr. Unsere Forschungen haben heute, 1000 Jahre später, ergeben, dass man mit den modernen Abwehrmethoden unserer Zeit mit diesem Virus kein Problem gehabt hätte.

     Es ist natürlich auch möglich, dass wir Neo-Humanide im Lauf des Jahrtausends klüger und besonnener geworden sind und auf alles, was die Menschheit gefährden kann, umsichtiger, rücksichtsvoller und gewissenhafter reagieren.

     Unsere Archäologen fanden in einer Höhle neben den Überresten von Menschen der Atomzeit seltsame Tücher, die diese Personen anscheinend vor dem Gesicht trugen. Eine Begründung dafür ließ sich bis heute noch nicht finden. Aus Bruchteilen von Schriftstücken ließ sich eine Art von Schutzmechanismus interpretieren, wenngleich sich nicht erklären lässt, welche Auswirkungen solch ein Bekleidungstück haben könnte.

     Professor Morgenrot vom Kulturreferat der Human-Work-Assoziation ist der Auffassung, dass sich eine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe von Menschen nicht ableiten liesse. Das allerdings würde dann den Schluss zulassen, das entgegen aller geschichtlichen Deutung die Menschheit keinerlei Zusammengehörigkeitsgefühl besessen habe.

     Letztendlich lässt sich nun belegen, dass die Menschheit sich in früheren Jahrhunderten sehr barbarisch verhalten hat. Dies lässt sich auch aus Teil-Dokumenten belegen, die in uralten Gebäuden als Fundstücke entdeckt wurden. Das »Hilfe-Verhalten« war sicher in diesen Menschengruppen vorhanden, es war jedoch weit weniger ausgeprägt, als es in unserer Zeit als normal gilt.
Rücksichtslos und skrupellos zu sein - dieses Relikt der alten Zeit müssen wir uns heute im Jahre 3020 n.Chr. nicht mehr zu eigen machen.

AD 3020, FdR Professor em. Dr. Brotlos


20. Juli 2020

Was radikalisiert die Menschen?




Es gibt fast keine Wochenende mehr, an dem wir nicht von Gewaltaktionen hören oder lesen. Da wird gegen irgendetwas demonstriert, die entsprechende Demo schlägt binnen kurzem in maßlose Gewalt um. Die Leidtragenden sind sodann ?
 - Richtig! - die Polizei! 
Aber wehe, diesen Frauen und Männer platzt auch mal der Kragen, weil sie so provoziert werden, dass gar nichts anderes mehr übrig bleibt, als ebenfalls Gewalt anzuwenden.




        Solche "Terror-Parties" sind nicht neu, sie gab es auch schon vorher. Denn wer Randale will, findet immer einen Grund! Siehe die "linken" Ausschreitungen jeweils am 1. Mai in den vorigen Jahren, oder die sogenannten "Protestaktionen" gegen "was -auch -immer -gerade- passt!".
Manche Gruppierungen leben ihre Gewalt so aus, dass andere Menschen bewusst geschädigt werden. Ich denke dabei an Hooligan-Actions bei Fußballspielen! Selbst wenn ohne Zuschauer gespielt wird, fahren Hunderte von »FANS« dort vor die Tore, nur um gegen einen »Feind« anzutreten!
      
Sobald in einem Staat (und zwar überall auf der Welt und hauptsächlich in Demokratien) Frieden herrscht, nehmen Gewaltaktionen einzelner Gruppen der Bevölkerung in erschreckendem Maße zu! In Diktaturen geschieht das seltener, hier hat der Staat das VORRECHT der GEWALT, da bedarf es des Terrors von unten nicht mehr.
        Ist das nun ein Teil der menschliche Natur? Das wäre die große Frage, denn solche Art von »Gewalt der Straße« ist schon aus dem klassischen Altertum bekannt.  
        Was radikalisiert uns denn so? Ist das Machtstreben? Kriegshandlungen im Westentaschenformat?

Ich bin ratlos, wenn ich morgen früh wieder lese:

KRAWALLE in XYZ
Die Party wurde
zum Problem



©by H.C.G.Lux

14. Juli 2020

Unsere Helden ...




Das ist ja so eine Sache mit den Helden! Man verehrt sie in einer Krise, überhäuft sie mit Lob, schreibt ellenlange Artikel in der Presse über »die Helden des Alltags in dieser schweren Zeit«. Jeder nickt beifällig und feiert die Frauen und Männer, die ihre Pflicht bis zur Selbstaufgabe tun!

Kaum aber lässt der Druck nach, läuft wieder alles seinen halbwegs gewohnten Gang, gerät alles ganz schnell wieder in Vergessenheit. Auch unseren Alten- und Krankenpflegekräfte droht dieses Schicksal aufs Neue: Eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und ihrer Bezahlung ist wieder in weite Ferne gerückt!

Dabei weiß doch jeder von uns, dass hier Veränderungen in höchstem Maße überfällig sind. Allein schon durch den demografischen Wandel macht sich das seit langem bemerkbar: Die Menschen werden immer älter und dadurch steigt auch der Bedarf in der Altenpflege! Wenn aber den Lobesworten der Anerkennung nicht auch Taten folgen, wird sich diese Personallücke niemals schließen.
Es ist auch von vornherein fragwürdig, warum die anspruchsvolle und aufopfernde Arbeit mit alten und kranken Menschen deutlich schlechter bezahlt wird als so manch ein Job in den industriellen Berufen!

Hierin spiegelt sich doch eindeutig die Geringschätzung für unsere Pfleger/innen, gleichzeitig ist es eine fatale Missachtung der Folgen solchen Verhaltens.

Natürlich leiden Pflegebedürftige und Krankenhauspatienten in hohem Maße, wenn zu wenig Personal vorhanden ist oder die vorhandenen Kräfte, wie es heute oft genug der Fall ist, völlig überarbeitet sind.
Lippenbekenntnisse hören sich immer wunderschön an; aber die »Helden des Alltags« auf einen Sockel stellen, hilft ihnen nicht und uns allen auch nicht.
So billig darf sich - heute noch mehr als bisher - niemand aus der Affäre ziehen. Es liegt doch auch in unserem ureigenen Interesse, weil wir alle irgendwann auch Hilfe brauchen werden …

©2020 by H.C.G.Lux

12. Juli 2020

Der Koch und die Maskenpflicht.



Eigentlich koche ich ganz gern. In letzter Zeit wurde ich des Öfteren daran gehindert, die Aneinanderreihung von Worten und Zeilen auf meinem Monitor ließen es nicht zu, dass ich diese angenehme Pflicht des sozialen Miteinanders ausleben konnte.
        Seit einiger Zeit hat sich das geändert, ich habe einen Teil meiner täglichen Aufgaben in die Küche verlegt. Meine Frau allerdings betrachtet das Ganze doch mit argwöhnischen Blicken, fragend schaut sie mich dann an und ich kann das gut verstehen - aber es muss halt sein!
        Die neuen Masken, die ich mir nun als pflichtbewusster Bürger zugelegt habe, sollen ja zwischendurch immer mal wieder abgekocht werden, um sie wieder keimfrei zu machen. Klar, verstehe ich ja auch, Desinfizierung von chirurgischen Instrumenten ist in jeder Klinik das »A und O« der keimfreien Chirurgie.
              Aber liebe Freunde und -innen, ich will doch nicht operieren? Doch ich bin ja gehorsam, »löcke nicht wider den Stachel« und trage jeweils da, wo es sein muss, eine hübsche Maske. Manchmal passt sie sogar zu dem Outfit des jetzigen Sommers! Solch eine modische Gesichtsmaske mit »Gänseblümchen vor dem Schnabel - Verzeihung, vor dem Mund natürlich - kann doch auch mal ein »gewisses Etwas« haben, oder nicht?
        Wenn ich morgens beim Bäcker meine Brötchen hole, lerne ich oft die wunderlichsten Stilrichtungen der Gesichtsmontur kennen. Neben gewöhnlichen blauen Einheitsmasken treffe ich Blümchen, Sternchen, Schottenmuster und dunkelfarbene maskenähnliche Kleidungsstücke, die mehr oder weniger geschmackvoll unterhalb der Nase angeordnet werden. Richtig angepasst scheint da aber keine zu sein, denn der ständige Griff zu diesem Mundkleidungsstück beweist doch, dass diese Sparte der Mode noch relativ jung ist. Oder es liegt daran, dass es mehr Gesichtsgrößen als S, M, L und XL gibt?
        Wie dem auch sei, gestern morgen stand da ein Pärchen im Bäckerladen und wollten einen Kaffee ordern.
Es war unerwartet schrecklich, kann ich Euch sagen, die beiden waren völlig nackt! Kaum zu glauben, nicht?

Ja, sie hatten keinerlei Mundschutz vor ihrem Gesicht. Die Dame hinter der Theke machte sie darauf aufmerksam, dass es so nicht möglich sei, sie zu bedienen!
Sie müssten sich dann bitte an eines der kleinen Tischchen setzen, sie würde ihnen dann den Kaffee bringen.
Ich fragte sie, wo da der Unterschied sei zum normalen Einkauf? »Das ist nun mal so angeordnet!« war ihre Antwort.
Da es nun mal meines Wissens noch immer noch kein
Masken-Trage-Verpflichtungs-Gesetz gibt, wundert mich nun die Art, wie dieses Problem auf einfache Weise gelöst werden kann. »Das ist nun mal so!«
Warum nun die mögliche Virenlast eines sitzenden Menschen geringer sein soll als im stehenden Zustand - das muss ich doch mal bei einem Virologen meines Vertrauens erfragen!
       
       Auch die richtige Pflege mehrfach verwendeter Stoffmasken erfordert viel Geschick, glaubt bloss nicht, das wäre so einfach abgetan!
Um ganz sicher zu gehen, koche ich meine Masken fünf Minuten lang in einem extra dafür angeschafften Kochtopf ab, lasse sie dann trocknen und bügle sie danach auf Stufe ** ganz langsam und geduldig.
        Wie ich ja schon erwähnte, ist es mit meinen Kochkünsten nicht so weit her, wenn du dich mal in meinem Bekanntenkreis umhörst, wirst du erfahren, dass ausser Rührei und Spinat aus der Tiefkühlpackung nicht viel mehr herausgekommen ist. Ganz Kluge werden dir dann sagen, dass der Horst ausser dem Backen von Tiefkühl-Pizza küchenunfähig ist.
       
        Doch seit es diese Masken gibt, stehe ich fast jeden Tag am Herd! Jawohl, ich blicke andächtig in den Kochtopf und sehe den Bakterien und Viren zu, wie sie einfach weg-gekocht werden.
Bisher habe ich mich noch nicht getraut, hier und da mit ein paar Gewürzen zu experimentieren. Aber das kommt bestimmt noch! Basilikum, Rosmarin, Chili und Liebstöckl habe ich mir schon besorgt!
Dank dieser Masken werde ich - verflixt noch mal - doch kochen lernen ...

©2020 by H.C.G.Lux

2. Juli 2020

Wissen ist Macht - oder?



Es ist sicher ein Klischee, dass jedes Ende immer einen neuen Anfang im Gefolge hat. Ein väterlicher Freund aus meiner Jugendzeit, sagte mir einst: »Leben bedeutet, alte Wege hinter sich lassen, Leben bedeutet Fortschreiten in die eigene Zukunft!«
Solche Binsenweisheiten musste man mir nicht aufoktroyieren, ich kannte sie aus Erfahrung. Und doch saugte ich seinerzeit alle Weisheiten, die mir die erfahrenen Männer, gerade aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt, zu vermitteln suchten, wie ein Schwamm auf!
        Diese Zeit - vor etwa 70 Jahren - erscheint mir heute wie ein Kaleidoskop mit vielen Farben und Formen, bunt und strahlend, im nächsten Moment wieder im geisterhaften Dunkel verwischt. Dann steigen ständig neue Bilder aus meinem Gedächtnis an die Oberfläche, von der Zeit nicht ausgelöscht, nur durch den Nebel der Jahre verdeckt.
        Zu viel Neues stürmte auf einen jungen Menschen ein, der bisher nur sein Dasein in einem engen Bereich leben konnte. Jeder weiß, dass solch eine Existenz stets und ohne Ausnahme von Vorkommnissen begrenzt sein wird, auf die man keinen Einfluss hat. Was aber habe ich davon, wenn ich alles weiß? So frage ich mich heute - im Gegensatz zu meiner Jugendzeit: Muss ich so bewandert in allen Dingen sein, dass ich überall mitreden kann - oder sollte? Bin ich nicht viel glücklicher, wenn ich unbedarfter an eine Sache herangehe?
Was zwingt mich denn zu solch einem »All-Wissen«?
        Wir von der Elektronik überzeugten Menschen leben in einer Welt, in der alle glauben, dass die Wichtigkeit der Information das »Non-plus-Ultra« der Welt ist.
        Ist es das wirklich? Bedeutet Wissen wirklich Macht? Sind die ›News‹, die ich täglich konsumiere, es wert, dass ich mir ständig den Kopf darüber zerbreche? Jedem von uns ist doch klar, dass der Wahrheitsgehalt aller Nachrichten im Moment der Verbreitung schon nicht mehr richtig ist!
        Ich glaube, dass Ahnungslosigkeit auch ein Segen sein kann! Nein - nicht völlige Ahnungslosigkeit; aber die Kraft, darüber entscheiden zu können, was man erfahren will und was man auf sich beruhen lassen kann!
      Ein Beispiel: Wenn mir jemand die genauen Umstände mitteilen könnte, wann und wie ich einst diese Welt verlassen werde, ohne dass ich die Möglichkeit habe, diesen Ablauf zu ändern, würde ich das wissen wollen?
Ehrlich gesagt: Nichtwissen ist mir doch sehr oft angenehmer!

©2020 by H.C.G.Lux

1. Juli 2020

Fast unglaublich ! Die Ergänzung zu: "Annere Tied"!


Jede Zeit hat ihr eigenes Leben, das ist allezeit so. Als ich noch ein Kind war, das war 1947, war die Hauptsache im Leben das Essen. Wo kriegen wir etwas her, mein kleiner Bruder und ich, wir hatten ständig Appetit. Es war gar nicht so viel heranzuschaffen, wie gebraucht wurde! Ich weiß bis heute nicht mehr, wie viel Kilometer ich in dieser Zeit zurückgelegt habe, um unsere Familie satt zu kriegen.

        An so manchen Tagen ging es mit der Bahn auf »Hamsterreise«. Die Planung war immer die Gleiche: Um Fünf Uhr aufstehen, dann mich frisch machen, danach fünf Kilometer zum Bahnhof der Stadt Leer laufen. Dazwischen lag aber noch die Ems und wollte auch ihre Meinung dazu sagen! Und da war noch keine Brücke, nur eine ab-und zu funktionierende Fährverbindung mit einer »Fährpünte« nach Leerort, einem Vorort von Leer. Gut, wenn das dann so weit geschafft war, ging es die letzten drei Kilometer zum Bahnhof. Und das war immer ein Glücksspiel: Der Zug in Richtung Oldenburg fuhr stets pünktlich ab! (Ein bißchen anders, als es heute ist ...)
        Und dann - so richtig gemütlich auf den Holzbänken der Dritten Klasse war es ja auch nicht, ›ein wenig halb-gemütlich‹, es war so, als wenn man heuzutage auf einer Parkbank mit einem Mädchen sitzt, mit dem Unterschied, dass zu der Zeit kein Mädel in meiner Nähe war und außerdem ruckelt solch eine Parkbank auch nicht so vergnüglich vor sich hin.
        Eine gute halbe Stunde später war der Zug dann im Ammerland angekommen, einer wunderschönen Gegend im Oldenburgischen. 'Ocholt' hieß der Ort mit einem kleinen Bahnhof, an dem ich meine Betteltour begann. Ich machte mich also auf die Socken, ein Bauernhof nach dem anderen, überall ließ ich mein Sprüchlein los. Am Anfang war es mir echt peinlich gewesen, mit der Zeit jedoch legte sich dies, denn wenn ich Erfolg haben wollte, musste ich halt reden! Mein Spruch war fast immer derselbe:
»Entschuldigen Sie bitte, haben Sie vielleicht eine Handvoll Kartoffeln für mich?«
        Das klang dann aber nicht etwa einstudiert - nein, ich hatte schon etwas schauspielerisches Talent dazu einzusetzen. Oft kriegte ich dann auch ein paar Kartoffeln in meinen kleinen Rucksack. Es kam auch vor, dass eine Magd mich zur Seite nahm und mir, immer mit einem Blick nach hinten, den Beutel füllte. Dann hatte ich das Glück bei so viel Menschlichkeit, mittags schon wieder die Rückfahrt anzutreten.
Doch auch das war nicht ungefährlich! Oft waren kurz vor dem Bahnhof Leer Polizei-Kontrollen, (es war ja verboten, dieses »Hamstern«) - dann hieß es, abpringen und zu Fuß weiter.
        
      Doch lief es nicht immer so, es waren auch Tage, an denen ich nichts bekam, dann saß ich bekümmert am Straßenrand, heulte ein paar Tränchen ins Taschentuch und fuhr mit leerer Tasche wieder heim.
        Solch ein Tag schien dieser Donnerstag zu sein, von dem ich hier berichte. Ich war nun schon vier Stunden unterwegs und hatte noch nicht eine einzige Kartoffel gesehen. Meine Füße fühlten sich wie Fremdkörper an, ich wollte nichts anderes mehr als nach Haus! Aber wie sollte das gehen? Wenn ich nichts mitbringen würde, hätten wir in der nächsten Woche wenig zu essen. Ich beschloss bei mir, es noch ein einziges Mal zu versuchen, dann musste ich zur Bahn, es war inzwischen schon vier Uhr nachmittags und um halb Sechs fuhr der letzte Personenzug!
        Als ich nun beim letzten Bauernhof ankam, den ich besuchen wollte, standen dort am Hoftor zwei große Hunde! Einer von ihnen, ein großer Schwarzer, bellte wie verrückt. Er war an ein Laufband gekettet, dass über den ganzen Hof lief. »Boah« - dachte ich bei mir, »wenn der mich zu fassen kriegt, bin ich Hackfleisch«!

       Aber dann war da noch der andere Hund, ebenso groß, ein fast weißer Retriever; der gab überhaupt keinen Laut von sich. Er stellte sich vor mich hin und sah mich nur mit seinen goldbraunen Augen an. Und als er dann begann mit seinem Schwanz zu wedeln, wusste ich, dass er mir nichts tun würde.
        Ich begann mit ihm zu sprechen; es war, als hörte er mir aufmerksam zu, gleichzeitig ging ich weiter auf das große Haustor zu, den Hund immer als Begleiter hinter mir. Plötzlich kam eine ältere Frau um die Ecke, blieb erstaunt stehen und sah mich und den Hund verblüfft an. Der Retriever legte sich neben mich und sah aufmerksam zu der Frau hinüber, als ich mein Sprüchlein aufsagte. Du magst es nun glauben oder nicht: Ich bekam von der Bäuerin meinen ganzen Rucksack mit etwa fünfzehn Kilo Kartoffeln gefüllt! Dazu gab sie mir noch ein gewaltiges Butterbrot mit Speck.
Als ich später »Tschüss« sagte, standen mir die Tränen in den Augen; der weiße Hund brachte mich dann wirklich noch bis zur Landstraße!
Kannst du dir vorstellen, dass ich dieses Erlebnis nie wieder vergessen habe? Niemals!

©by H.C.G.Lux

26. Juni 2020

Dat was een anner Tied


Torüggdenken (up Plattdüütsch)


Jede Tied hett ehr eegen Leven, dat is nu eevkes so. As ik een lüttje Jung van twalv Jahren was, - dat was 1946 - weer de Hauptsaak dat Eeten! Wo krieg wi wat her? Mien Bröör un ik, wi harrn nu mol alltied Schmacht, daar kunn een gor nich so vööl anschaffen, as dor bruukt wurr. Ik weet vandage nich mehr, wovööl Kilometers ik unner de Been kreegen harr, um uns lütt Familie satt to kreegen.

Un so mennigeen Dag gung dat mit de Bahn up de Reis. Mörgens, tegen fiev Ühr, muss ik upstahn, denn mi klarmaken und achteran fief Kliometer nah de Bahn lopen. Daar lagg aver noch de Eems dortüsken, un door was keen Brügg, war eens overlopen kunn. Dat gung noch alln’s mit een Fährpünte. Goed. denn was ik nu in’ne Stadt, nu gau nah Bahnhof loopen. De Zug nah Oldenbörg fohr up tied av - anners as dat vandage is! Un alln’s so mooi in de darde Klass up ganz half-kommodig holten Banken. Dat leet denn so, as een vandage up so’n Parkbank sitten deiht, man düsse Bank, de ruckelt nich so, as dat doormals de ›Personenzug‹ kunn.

N’halv Stünn later weer ik denn in’t Ammerland; un nu kunn dat Wark losgahn. Ocholt heetde dat Döörp mit so’n lüttje Bahnhof. Ik maak mi nu up de Socken, een Patt nar de annere, van een Buur nah de nahste.
Mien Spröökje weer alltied de sülvige:
»Nix för ungood, ik wull eevkes fragen, ov Se ’n Handvull Tuffels för mi harrn?«
Faaktieds kreeg ik denn ok ’n paar, kunn ok maal wesen, dat een van de Fraunslüü mi mien lüttje Rucksack vull mook, denn was dat so, dat ik middags all weer torügg fohrn kunn. Meest avers weer dat nich so, denn leep ik van een nah de annere Hoff un kunn van Glück seggen , wenn ik am Enn mien Tuffelbüdel vull kreeg.

So een Dag was dat nu an de Dönnerdag, van de ik nu vertelln wull. Ik was nu all veer Stünnen unnerwegens un harr noch nich een eenzige Tuffel seihn.
Mien Footen föhlt ik all nich mehr, ik wull nix anners as nah Huus! Man wo kunn dat gahn? Wenn ik nix mit nah Huus breng, harrn wi nix to eeten in de tokamende Week.
Ik besluut bi mi, dat ik dat noch een maal versööken wull, denn muss ik nah de Bahn, veer Ühr weer dat all in Tüskentied worr’n. Wo sull ik anners nah Huus kamen? As ik nu up de Hoff keem, stunnen dor twee groote Hunnen an dat achtern Schütt van dat groote Huus! Een darvan was an’t Blaffen as verrückt, he leep ann son lang Loopkedd, de van een to de anner Sied van de Hoff leep. 

Boah - docht ik mi, wenn de di to faaten kriggt, denn büst du Hackfleesk! Man daar wass ja ook noch de annere, witte Hund, een "Golden Retriever", denk ik maal.
De stunn vöör mi, heel bedaart un keek mi blots mit sien bruune Oogen an. As he ann Enn denn bigunn, mit sien Steert to slackern, wüss ik, dat he mi nix doon wull. 
Ik fung nu an, mit düsse Hund to proten, - de anner Hund blaffte alltied wieder - un gung denn up de Huusdöör to. 

De Retriever leep mi alltieds achteran, leet mi nich ut deOogen. Up eens keem deen ok een öllere Frau up mi to, keek mi so recht baff an, as se hör groode Hund an mien Sied sach. De harr sük nu tegen mi henleggt und passde akkraat up, wo dat nu wiedergung!
Tja, ik see nu mien Spröökje heel verbaast up - un du kanns dat nu glööven of nich - ik kreeg up eens mien Rucksack vull mit Tuffels!

As ik denn later »Tschüss« see, stunn mi de Tranen in’ne Oogen, daar kann up an! Und de witte Hund brocht mi denn up'n Weg nah der Landstraat! Meenst, dat kunn eens eenmaal vergeeten?
Nooit, all mien Dagen nich!


©2020 by h.C.G.Lux

20. Juni 2020

Heimliche Worte am Abend


Ein langer Tag im Garten. Ich bin ganz schön abgeschlafft, bin doch scheinbar nichts Gutes mehr gewohnt. Aber »wat mutt, dat mutt«, sagt man bei uns ja so treffend. Ich krabbele unter die Dusche, lasse den ganzen Arbeitsstress von mir herunterspülen und setze mich dann wohlig ermüdet auf die Terrasse, um den wunderschönen Abend zu genießen. Meine Herzallerliebste hat sich in das Innere des Hauses verzogen, um noch einige Mails zu schreiben.

 So versuche ich den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen. Am Nachmittag haben wir im Gartenmarkt noch einige Pflanzen besorgt, die morgen dann eingesetzt werden sollen. Okay, ich versuche mir díe Standorte vorzustellen, die dafür geplant sind. Nicke mir dann bestätigend selber zu, ich denke, alles wird schon wunderbar aussehen, wie geplant.
 Plötzlich höre ich ein kaum vernehmbares Flüstern! Nanu? Wer treibt sich denn da am Abend in unserem Garten herum? Mein scharfer Rundblick kann keinen Fremden erkennen. Dann, wie aus dem Nichts heraus ist das Flüstern wieder da!
»Was glaubt ihr, wie wird es weitergehen? Kriegen wir alle einen schönen Platz?«
»Mach dir bloß keine Gedanken, die werden uns sicher nicht zum Spaß geholt haben!«
Jetzt erkenne ich, wer da ganz leise in der Dunkelheit spricht! Ich bin vor Überraschung geschockt. Es sind die sechs großen ›Lavendelbüsche‹, die in der großen, mit Wasser gefüllten Wanne neben mir stehen, um gut gewässert morgen gepflanzt zu werden. Ich bin bass erstaunt, ich weiß nicht, ob ich so etwas schon einmal gehört habe - ich glaube es einfach nicht!
florea_231a Bevor ich selbst nun etwas sagen könnte, höre ich schon die dunkle Stimme des ›Sommerfliederstrauchs‹, der ebenfalls neben dem Lavendel auf sein Einpflanzen wartet.
»Nun hört endlich auf mit eurem Gefasel! Wir alle haben in unserer Schule nichts Nachteiliges über die Menschen gehört, die uns mitnahmen. Das sind alles vernünftige Leute, die die Natur zu schätzen wissen, sie sind ja selbst ein Teil davon!«
 »Ja, hört euch nun mal den an!« Das große ›rote Pampasgras« klingt recht zornig.
»Du glaubst aber auch alles, was man dir erzählt, ja? Hast du schon einen gesprochen, der zurückgekommen ist? Nicht einer, sage ich euch, nicht ein einziger! «
»Ich vertraue den Menschen, sie werden es schon richtig machen. Der Flieder hat Recht, sie wissen, dass wir Pflanzen wichtig sind und deshalb kann da nichts schiefgehen!«
Ein Lavendelstrauch nickt bestätigend mit seinen Köpfchen.
 Das Pampasgras winkt ab. »Ihr habt euch ganz schön einwickeln lassen, stelle ich fest. Habt ihr denn keinen Verstand? Diese Menschen tun nichts für uns, alles soll nur immer ihnen selbst zugutekommen. Und wenn sie uns nicht mehr brauchen – dann ab auf den Müll. So sieht es doch aus: Das Nirwana wartet immer auf uns!«
»Ich habe Angst!« Die kleine schwarz-gelbe Kokardenblume flüstert still vor sich hin. »Ich möchte noch so richtig aufblühen, darauf freue ich mich schon so lange!«»Das wirst du auch. Lass dich nicht unterkriegen; du wirst sehen, es wird alles gut werden!«
florea_231  Das Pampasgras grinst den Sommerflieder, der das Blümchen getröstet hat, höhnisch an:
»Ich weiß, was ich weiß. Und das ist bestimmt nicht schön. Ganze Wälder werden einfach getötet, vernichtet, um Kulturland zu schaffen, wie sie sagen. Und was schaffen sie? Endlose eintönige Weiten fast ohne Leben! Kultur! Das ich nicht lache - Kultur.«
 »Ja«, sagte der Lavendel, »davon erzählte man sich auch in unserer Schule. Aber hier bei uns ist das doch anders. So etwas gibt es hier nicht.«
»Ach nein?« Die Hortensie, die sich bisher aus der Unterhaltung herausgehalten hatte, konnte nicht mehr ruhig sein. »Ich hörte von einem Arbeiter an unserer Schule, dass es in unserem Land kilometerlange Maisfelder gibt, die nur zur »Energiegewinnung« dienen. Kann man sich das vorstellen?«
 »Jawohl, so ist es. Sicher - wir werden in einem Garten stehen und vielleicht auch geschützt leben können. Aber was ist mit den anderen da draussen? Nee, nee, ich sage es euch: Der Mensch ist es nicht wert, dass man ihm vertrauen kann!«Das Pampasgras machte sich nun lang und ging zur Ruhe, alle anderen Pflanzen schwiegen nun ebenfalls.
 
Ich erschrecke plötzlich. Meine Partnerin steht vor mir und fragt:
Hast du etwa geschlafen? Komm, das Abendessen ist fertig ...

 ©by H.C.G.Lux

15. Juni 2020

Our police protect our people!


The policemen are the guardians of the state
Rassismus ist in den USA ja beileibe keine Seltenheit. Das ist genau so ein Phänomen und fast täglich immer wieder neu, wie auch die Polizeigewalt gegen Schwarze. Seit vielen, vielen Jahren sind solche Vorfälle wie jetzt wieder gegen den Afro-Amerikaner Georges Floyd an der Tagesordnung.- Und sie zeigen immer wieder auf, dass der Zusammenhang von Rassismus und überschäumender Polizeigewalt nie aufgehört hat.
In der Gesellschaft ist dann ein extrem lauter Aufschrei hörbar - und sehr schnell wieder vergessen. Zurück bleiben die Volksgruppen der USA, die von jeher in ihrer Mehrheit chancenlos waren und selbst in Kriegszeiten noch ständig unter Anfeindungen zu leiden hatten: die Afro-Amerikaner und die »Rics« (Puerto Ricaner) dazu kommen dann noch die Mexikaner.

Selbst zwei Amtszeiten unter dem farbigen Barack Obama konnten dieses Übel nicht beseitigen. Genau das Gegenteil geschah - es gärte unter der Plane, die alles zudecken sollte stets weiter! Und unter der Präsidentschaft von Trump kam es zur rassistischen Neuauflage.
Die USA waren schon immer ein Land der krassen Gegensätze, ein Land, in dem die sozialen Spannungen ständig weiter zunehmen. Und die Benachteiligungen haben System! Davon zeugt auch die Lage in dieser Corona-Krise. Es sind die niedrigeren Einkommen dieser Bevölkerungsschichten, schlechtere Bildungsabschlüsse, schlechterer Zugang zu medizinischer Versorgung und das Wohnen in überbevölkerten Ghettos. All das trägt zu dieser Situation bei. 
Und was sagte der Präsident in jenen Tagen?
»Wenn die Plünderungen beginnen, beginnt das Schießen!«
Es hört sich fast so an, als würde Donald Trump so richtig aufräumen wollen mit den Menschen, die am meisten unter allem zu leiden haben, - die weißen Fanatiker und die berüchtigten Kapuzenträger des KKK reiben sich die Hände.

Für das farbenfrohe Amerika, diesem »Hort der Demokratie und der Freiheit« ist die Regentschaft Trumps ein dunkles Kapitel in der amerikanischen Aera, die weit in die Welt hinein streut!
©by H.C.G.Lux