2.2.23

Mythen und Märchen

 




Unser ganzes Dasein, unsere Welt seit Beginn der Geburt ist übersät von Mythen und Sagen, von unbeweisbaren Erzählungen und Märchen. Märchen hat übrigens den Ursprung in dem Worte »Mär«, das bedeutet nichts anderes als Nachricht oder Neuigkeit«!
       Alles, woran wir glauben, was uns gesagt wird, besteht immer auf dem Ursprung solcher Nachrichten, von guten und schlimmen Geschehnissen, von Fakten, die uns jeweils von dem entsprechenden Fall erzählen. Selten können wir es nachprüfen, noch seltener den Wahrheitsgehalt einer solchen Mär evaluieren.

    Unser ganzes Leben ist so eingerichtet, dass wir von abergläubischen Mythen, von Schöpfungsgeschichten aller Art, von Menschen, die »so etwas erlebt haben« beeinflusst werden. Es ist schwer, sich solchen Überlieferungen zu entziehen, in gewissen Kreisen ist es fast unmöglich.
       Die Mythologien Ägyptens, Griechenlands, Roms, der keltischen Länder, der christlichen Bibel und der jüdischen Bücher sind voll erschreckender Geschichten über gewalttätige Götter, voller Wut und Verachtung für ihre Schöpfungen. In der christlichen Religion beispielsweise begegnen wir zwei Hauptgruppen. Auf der einen Seite sind die Christen, die an einen Gott der Liebe glauben, das heißt, dass all das in der Liebe mündet, was wir in unserem Leben tun oder lassen.

       Auf der anderen Seite gibt es Christen, die Gott bitten, Waffen und Bomben zu segnen, die Gottes Rache fürchten und an Erbsünde von Geburt an glauben, das heißt, dass du und ich schuldig sind, gleich was wir immer tun!

      Nur haben wir keine Ahnung, was unsere Schuld sein soll. Dieser Mythos hat sich so breitgemacht in der Welt, dass er kaum ausgelöscht werden kann. Alles wird mit Schuldgefühlen belastet, sodass die Freiheit - oder anders gesagt, die Leichtigkeit unseres Daseins ständig unter Drohungen stehen.

     Auch der Hinduismus ist mit seinem Karma belastet. Der Ausdruck Karma oder Handlung steht für eine aktive Kraft; es bedeutet, dass zukünftige Geschehnisse in unseren eigenen Händen liegen, wir müssen also alles dafür tun, um das Beste für unser »Leben nach dem Tod« zu schaffen, ähnlich wie im Christentum.

    Der Islam kennt ebenfalls dieses Büßertum: Gutes zu tun im Leben, damit später das Paradies seine Pforten öffnet zur ewigen Freude! Der Gegenpol ist eben dann, wie auch im Christentum, die Hölle als ewige Verdammnis! Aus unserer frühen Kindheit werden wir daher immer ermutigt, zu denken, dass unser Wesen nicht Liebe, sondern ständige Schuld ist!

    Die Menschen sind schlecht, so wird es gelehrt, vom Augenblick der Geburt an. So will es der Mythos der Religionen. Wir müssen daher alles tun, um uns davon zu befreien. Buße und Sühne unser Leben lang, ohne dass wir überhaupt wissen, was wir getan haben sollen.
       Wir alle sollten niemals einen anderen Menschen einer Schuld »von Anfang an« bezichtigen! Schuld entsteht erst im Laufe des menschlichen Daseins, wenn gewisse Regeln und Gesetze gebrochen werden. Auch eine sogenannte »ererbte Kriminalität« ist keine kontinuierliche Tatsache, so etwas ist einfach nicht möglich. Wenn Kinder kriminell werden, geschieht das mittels Erziehung und durch Prägung!

       Eine Schuld ist natürlich eine Tatsache, die niemand abstreitet, abstreiten kann! Eine ererbte Schuld jedoch, wie sie Religionen explizit verbreiten, ist blanker Unsinn. Das Schlimme daran ist, dass die maßgebenden Verfechter dies genau wissen! Aber es ist natürlich leichter, mit solchen Theorien die Religionsgemeinschaften beieinander zu halten! Wer will schon gern »schuld sein«, wenn die Religion auseinanderbricht.

    Unser eigenes Glück erfordert, dass wir die Vorstellung akzeptieren, dass wir im Wesentlichen nicht schuldig sind an dem, was ohne unser eigenes Dazutun geschieht! Auch wenn die neuen Märchen, die modernen »Fakes«, es so wollen.

 

 

1.2.23

Wer warst du?





Ihr Name: Katharina,
ihr ganzer Schmuck
ein Sträußchen Margeriten
schon farblos, fast verdorrt
zwischen gelben Gräsern.

Ein kleines braunes Kreuzchen,
darauf verwischt
in winzig kleinen Lettern
neben einer Jahreszahl:
Kathi, wir vermissen dich ...

Wer warst du, Katharina?
Am Straßenrand
erlosch ein junges Leben!
Du unbekanntes Kind,
Gern hätte ich dich gekannt! 

©by H.C.G.Lux

31.1.23

30.JANUAR 1934

 


Zwei Tage nach meiner Geburt. Dass dies ein folgenreicher Tag werden sollte, wusste ich damals noch nicht. Ich trug auch noch keine kackbraune Uniform, meine Strampel-Uniform war himmelblau - höchstwahrscheinlich aber auch mit diesen braunen Flecken - denke ich mal. Die aber fielen in diesem braunen Gewimmel nicht mehr auf.

    Zurück zu diesem Dienstag, dem 30.Januar 1934. Die neue Regierung unter Adolf Hitler legt in feierlichen Reichsrats- und Reichstagssitzungen das Gesetz »zum Neuaufbau des Reiches« vor. Mit diesem Gesetz werden die Länderparlamente aufgehoben und die Länderregierungen der Reichsregierung unterstellt und damit abgeschafft!

      Das Gesetz wird von den Abgeordneten einstimmig angenommen. Die Begründung lautete: »Die Volksabstimmung und die Reichstagswahl vom 12.Nov.1933 haben bewiesen, dass das deutsche Volk über alle innenpolitischen Grenzen und Gegensätze hinweg zu einer unlöslichen, inneren Einheit verschmolzen ist,« (Auszug)

      Durch das Ermächtigungsgesetz vom 24.März 1933 kann die Reichsregierung auch verfassungsändernde Gesetze beschließen, ist aber in Bezug auf die Länder und den Reichsrat nur beschränkt handlungsfähig! Durch das neue Gesetz sind diese Schranken nun gefallen. Die NS-Regierung hat sich damit durch dieses Gesetz für die innenpolitische Ordnung des Reiches »unbeschränkte Vollmacht« verschafft.

      Ob dies nun von allen Einwohnern des »Reiches« überhaupt verstanden wurde, bezweifle ich stark. Ich jedenfalls habe damals ebenfalls »Ja« geschrien - (jedenfalls hat es sich wohl so angehört) - und damit war dann der ganze Kladderatsch besiegelt!













(v.li.)
Funk (Reichspressechef),
Lammers (Chef der Reichskanzlei),
Darré (Ernährung),
Seldte (Arbeit),
Gürtner (Justiz),
Goebbels (Propaganda),
Eltz-Rübenach (Post/Verkehr)
Hitler, (Reichskanzler)
Göring (preuß. Ministerpräsident),
Schmitt (Wirtschaft),

Blomberg (Reichswehr),
Frick (Inneres),
Neurath (Auswärtiges),
Schacht (Reichsbankpräs.),
Schwerin v.Krosigk (Finanzen),
Papen (Vizekanzler),
Meissner (Chef des Reichspräsidentenbüros)

 

30.1.23

Richtig, falsch?

 

Jenseits von richtig und falsch muss es doch einen Ort geben, an dem man entscheidungslos leben kann. Ich sehe in Gedanken eine Weggabelung. Gehe ich nun rechts? Oder links? Ich würde möglichst geradeaus unterwegs sein. Geht leider nicht immer. Oftmals erscheint plötzlich solch ein kleiner Pfad vor mir. Eine Abkürzung? Es ist eine Entscheidung, die ich ohne langes Überlegen treffen muss.




Wenn - dann! Meist habe ich Pech mit diesen kleinen Entschlüssen. Wahrscheinlich spielt mir der eigene Wunsch ständig ein Positivum vor. Unerklärliche Bedeutung eines Geschehens.

Im Laufe eines Tages muss ich eine Unmenge von Entscheidungen treffen; ob sie nun falsch sind, kann ich vorher nicht erkennen. Ich richte mich nach meinen Erfahrungen, die nicht immer mit den Tatsachen kongruent sein müssen. Im Wesentlichen befinde ich mich auf dem Terrain eines Schachspielers:

13. Sc3 Df6. Nanu? Wäre Dd7 vielleicht besser gewesen? Die Entscheidung kann nicht aufgeschoben werden. Es muss jetzt entschieden werden. Möglich, dass ich diesen Zug bereue. Aber es muss halt sein!

Stopp! Ich beharre einfach bei dem Zustand, breche alle Vereinbarungen! Ziehe die Dame nicht, sondern den Bauern b7. Auch das war eine Entscheidung. Richtig? Falsch? Wie schon erwähnt: »Jenseits von richtig und falsch muss es doch einen Ort geben usw.«

Was geschieht, wenn ich mich nicht entscheiden kann? Fällt der Mond dann auf die Erde? Wird diese dann ihre Rotation abbrechen? Mit 99,99% Wahrscheinlichkeit nicht! Ganz sicher? Ohne jeden Zweifel, gewiss. (Auch wenn 0,01% des Erdalters 4.500 Jahre sind.)

Zum Glück muss ich nicht entscheiden, ob Terra stehenbleiben soll. Könnte aber sein, dass jemand sich mal dagegen entscheidet. Könnte doch sein. 

29.1.23

Der Tag!


 



Der Tag. Ein Tag. Welcher Tag? Wer fragt schon nach Tagen, einer ist wie der Andere, sagen manche Leute. Oder doch nicht? Es gibt Tage, die sind wie verdorrtes Gras, aber immer noch nutzbar wie das Heu, das aus ihnen entsteht. Einst war alles neu, sie lagen vor uns wie unbeschriebene Blätter.

    In jenen Tagen träumten wir 
 die Sehnsucht zu den Sternen hinaus.
         In jenen Stunden schickten wir die Träume
         als Wünsche von Haus zu Haus.

    Jene Tage der Sehnsucht, der Träume
 sind so lang schon her.
         Sie erscheinen heute, als wenn es erst 
         gestern gewesen wär.

    Früher, gestern, was ist Zeit 
 im Reich der Träume
         und verblasster Fantasien?

 

Dieser Tag gestern aber war ein schöner Tag, auch der Himmel spielte mit in diesem Konzert von Dasein und Erinnerung. Man war jung, man wurde älter, man ist alt und vergessen sind die Tage des Werdens, eingeholt von den Tagen des Seins. Da wollen wir ehrlich sein: Sind sie wirklich vergessen, die Tage der Entfaltung? Wie oft kehrt die Erinnerung an die Tage der Kindheit noch einmal ins Gedächtnis zurück?

Mein neunter Geburtstag - Papa lag einige Monate unter dem Holzkreuz mit Stahlhelm. Hat mich das berührt? Ja, mit einschneidender Wirkung!

Mein neunzehnter Geburtstag - Ich feierte ihn als Bergmann unter Tage in Hitze und Staub.
Der Neunundzwanzigste: Er sah mich als etablierten Familienvater im trauten Daheim.

So flossen die Jahre dahin, ein großer breiter Strom des Lebens. Reißendes Wasser und hoch sprühende Gischt, ruhiges Gewässer mit spiegelglatter Oberfläche und stillen Ufern. Dann wieder starke Strömung mit reißenden Katarakten, ein gefährliches Umfeld! Kurz vor Erreichen des Ozeans dann die ruhige, nur von seichten Wogen bewegte Oberfläche des Lebensstroms.

Gestern nun der neunundachtzigste Geburtstag. Er sah mich als glücklichen Menschen, dem im Grunde genommen nichts fehlt. Ein Mensch, der mich so nimmt wie ich heute bin und den die Liebe zu neuen Ufern geführt hat. Zufrieden? Uneingeschränkt: JA.

Dass die Ungereimtheiten im Externen manches in einem anderen Licht erscheinen lässt, ist im Grund genommen normal und war zu allen Zeiten meines Lebens so! Leben ist nun mal ein Kaleidoskop mit vielen bunten Facetten, wer dies bestreiten wollte, ist ein Narr.

Wunsch und Erfüllung schließen sich meist aus - und das ist gut so! Wären wir glücklich, wenn alle unsere Wünsche erfüllt würden?

Sir Francis Bacon sagte einst:

Nicht die Glücklichen sind dankbar.
Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.

Ich weiss nicht, was ich da entgegnen sollte ...

 

27.1.23

Ich, fünf Verse eines Gedichts

 



 

Ich bin ein Staubkorn
im Wüstenwind.
Zwischen bunten Blumen
ein kleines Kind.
Der Tau in der Frühe,
der auf Wiesen fällt.
Das Licht am Abend,
das Gedanken erhellt.


Ich bin ein Lied,
von Millionen gesungen.
Das Klatschen der Hände
in Huldigungen.
Eine Welle im Auf und
Ab der Gezeiten.
Ein Kometenschweif
in unendlichen Weiten.


Ich bin die aidskranke Frau
mit dem hungrigen Blick.
Der alte Mann, der träumt
von vergangenem Glück.
Das Strandgut der Zeit,
von keinem vermisst.
Der einsame Star,
der kein Idol mehr ist.


Ich bin Hoffnung und Angst
am Rande der Zeit.
Der verlorene Glaube
in der Dunkelheit.
Der Baum im Walde,
den jeder liebt.
Der Morgen, den es
vielleicht nicht mehr gibt.


Ich bin auch DU!
Und was ich lasse,
was ich tu,
ich bin auch nichts.
Nur fünf Verse
eines Gedichts.

 

 

26.1.23

Geburtstage

 




 

Schon bei den alten Römern wurde eine Art von Geburtstag gefeiert. Allerdings feierte man damit seinen sogenannten eigenen »Schutzgott«, der dann »verantwortlich« war. Später geriet das Ganze dann aber mehr und mehr in Vergessenheit, man hatte anscheinend Wichtigeres zu tun.

         Lange Zeit danach, inmitten der Religionskriege des 15. und 16. Jahrhunderts, begannen die Menschen damit, sich selbst zu feiern. Aus alten Schriften wissen wir erstmals von Ritualen, die heute noch üblich sind: Gäste bringen Geschenke und erhalten - sozusagen im Gegenzug - Speisen und Getränke. Es sind dies Gesten, die aufzeigen, wie persönliche und emotionale Bindungen immer bedeutender wurden.

        Es verstrichen aber noch weitere 400 Jahre, bis der Geburtstag sich in allen Schichten der Bevölkerung ausbreitete. Zunächst einmal feierten nur Adel und Bürgertum, mit der »Französischen Revolution« aber ebbte der absolutistisch eingefärbte Prunk jedoch zunächst ab. Protestantisch-bildungsbürgerliche Ideen beschlagnahmten nun den Tag.

        Im Zeitalter der Aufklärung entdeckten Erzieher und Philosophen die Kinder als empfindsame Wesen, deren Aufwachsen behutsam begleitet werden sollte. Die Geburtstage entwickelten sich zum eminent wichtigen Datum kindlicher Entwicklung; deshalb gehörten die Feiern dazu immer mehr zum Programm von Kindergärten und anderen Bildungsinstitutionen. Diesem Druck, der hieraus entstand, hielten auch skeptische Eltern nicht mehr stand.

        Diese kindlichen Rituale wurden dann am Ende von den Erwachsenen für das eigene Leben übernommen. So eine Erklärung von Brauchtumsforschern.

        Es ist aber auch eine andere Art der Erklärung denkbar: Kein anderes Datum im menschlichen Dasein markiert so eindringlich, dass ein Menschenleben unaufhaltsam verstreicht! So könnte man sich die vielfältige Aktion um den Geburtstag auch als Abwehrkampf begreifen!

           Wer jedes Jahr an die eigene Endlichkeit erinnert wird, muss sein Wissen vielleicht mit lautem Spektakel verdrängen! Oder ist diese Art von »Selbst-feiern« nichts weiter als ein klein wenig Egozentrik?



 

Königliche Plaudereien

 




Du kennst King Charles III. ? Natürlich, es wäre »unnatürlich«, wenn er uns nicht bekannt wäre. Das Paar »Harry und Meghan«, Sohn und Schwiegertochter, sind nicht so bekannt. Dachte ich jedenfalls. Dem war jedoch nicht so. Es ist völlig anders.

      Diese Plaudertaschen haben eine Lebensaufgabe gefunden: Sie lassen uns an ihrem Leben teilhaben. Jetzt auch in Serie. Und wer will nicht wissen, was bei der Royal Family hinter verschlossenen Türen passiert? Na gut, mir ist das sch...egal, aber es soll ja Leute geben, die leiden einfach mit, wenn die Beiden so aus dem Nähkästchen plaudern.

      Das Paar ist ja nun bekanntermaßen aus der Firma ausgetreten, hat England verlassen und meint, sich jetzt öffentlich an ihrer Sippschaft abarbeiten zu müssen. (Irgendeine Tätigkeit muss der Mensch doch haben, nicht wahr?)

      Es wird ja schon verzweifelt gehofft, dass ihnen der Klatsch-Stoff eines Tages nicht ausgeht, immerhin leben sie ja nun nicht mehr im geheiligten Windsor und kriegen nicht mehr alles so hautnah mit. Aber wie gesagt - was dann? Wären sie dann etwa erwerbslos? Aber keine Angst: gehen wir doch davon aus, dass sie immer etwas finden, um im Gespräch zu bleiben. Das Pärchen wird uns und die farbige Medienindustrie ständig an seinem Seelenstriptease teilhaben lassen.

      Und die intimen Details bleiben auch sicher nicht aus! Not macht erfinderisch: Wir können uns jetzt schon auf dreistündige Beiträge wie »Als Archie nicht auf die Toilette gehen konnte« oder »Dramatisches Ereignis »Harry hat sich in den Finger geschnitten - er konnte gerade noch gerettet werden« freuen. Wir werden auf unsere Kosten kommen. Bis an unser aller seliges Ende.

 

25.1.23

Nato - ein Bündnis für den Frieden?

 


 

Es wäre tatsächlich von großem Vorteil, wenn die Europäische Union sich mit den Staaten Finnland und Schweden vergrößern könnte. Die Anträge dazu liegen ja schon längere Zeit vor. Wie gesagt: Es wäre gut.

        Es ist jedoch nicht gut, weil die Türkei ihr Veto dagegen eingelegt hat, angeblich hat Schweden eine Anzahl von Erdogan-Gegnern Asyl gewährt, die vor dem Herrn in Ankara geflüchtet sind. Sie sollen angeblich einer Putschisten-Gruppe angehören und mit dem Herr Gülen eine Revolution geplant haben.

        Bewiesen ist das nicht, und Schweden hat das getan, was jeder demokratische Staat tun muss: Den Geflüchteten Asyl gewährt! Nun aber ist guter Rat teuer. Da der Aufnahme-Beschluss einstimmig von allen dreißig NATO-Partnern erfolgen muss, steht nun der ganze Vorgang auf dem Abstellgleis!

        Ich finde es traurig und es ist ein ganz großer Fehler des Systems, wenn ein Staat mit seinem Widerspruch praktisch die Verteidigung einer ganzen Völkergemeinschaft blockieren kann!

Und das genau ist das Problem von großen Verbindungen: Die Uneinigkeit!

24.1.23

Darüber spricht man doch nicht!


 







In unserem Land gibt es so einige Themen, die mit dem Siegel des TABUs belegt sind, Ihr kennt sie auch alle, es sind halt Bereiche, über die Stillschweigen streng eingehalten wird. Nein, das tut man einfach nicht, dem Kind wird das schon beigebracht: nicht alles sagen oder fragen, was man wissen sollte.

      Da gibt es eine Sache, die vor allem unaussprechbar ist: Das Einkommen! Es ist etwas, das unter dem »NoGo-Siegel« besonders für jedermann verschwiegen wird. Um Himmels Willen - die eigene Welt würde zusammenbrechen, wenn jemand erfahren könnte, wie wenig oder wie viel Einkommen ich habe!

      Warum ist das eigentlich so? Muss ich mich schämen, weil ich nicht so viel Geld auf der hohen Kante habe wie Herr Kunz nebenan? Ist es ehrenrührig, dass mein Sparbuch - das immer weniger wird - nur noch 550 Euro enthält? Dass ich keine Aktien habe, deren Stand mich nicht schlafen lässt? Anscheinend gehöre ich dann eben nicht zu den gesegneten Menschen und habe eben still zu sein.

     Dann gibt es noch ein Thema, das auf keinen Fall erwähnt werden darf und das ich noch nie verstanden habe: die Wahlen! Warum darf niemand wissen, wen ich wählte? Begehe ich damit einen Fauxpas besonderen Ranges? Denken wir doch mal an die Geschichte unseres Landes. Wie lange ist es denn her, dass wir überhaupt frei wählen durften? Na? Gerade ein Menschenalter, grob gerechnet! Und in der Schweiz sogar für Frauen erst 50 Jahre!

      Und in vielen Ländern der Welt überhaupt nicht - da ist eine Wahl nur eine Farce! Weshalb soll ich mich dann zurückhalten bei der Aussage, ich habe diese eine bestimmte Partei gewählt? Muss ich mich dafür schämen?

      Fürchten sich Menschen davor, verurteilt zu werden oder haben sie Angst sich dafür erklären zu müssen? Wenn wir ehrlich sind, sind diese Ängste manchmal nicht unbegründet. Man wird ja sogleich abgestempelt und in eine bestimmte Ecke geschoben!
       Ja - so sind wir Menschen. Wir verstecken, dass es soziales Gefälle gibt, auf keinen Fall darf man zur unteren Klasse dazugehören! Kinder malen sich drei schwarze Striche auf ihre Turnschuhe, damit nur keiner merkt, dass die Mama die entsprechenden Marken nicht kaufen kann, weil das Geld nicht reicht. Sie können noch nichts dafür, dass sie sich dafür schämen!

      Rentner werden z.B. als die Generation angesehen, die jedes Jahr ihre Kreuzfahrt mit dem modernsten Schiff der Linie machen. Es wird aber dabei vergessen, dass Tausende der Rentnerinnen und Rentnern wiederum vom Mindesteinkommen leben (müssen!), Verallgemeinern scheint das Gebot der Stunde zu sein.

      Doch eines kann ich klar sagen: Meine Lebenserfahrung zeigt, dass Transparenz immer zu Toleranz, Dialog auch zu Akzeptanz führt.

Also: darüber reden ist bestimmt nicht die schlechteste Art der Kommunikation ...

 

23.1.23

Wilhelm Gustloff und andere ...

 




 

Jeder kennt das Drama: Beim Untergang des Passagierdampfers Titanic 
am 14. April 1912 starben insgesamt 1.495 Menschen, nur 712 überlebten. Das Schiff war auf seiner Jungfernfahrt von Southampton nach New York, kollidierte mit einem Eisberg und sank im Nordatlantik. Es war ein grauenhaftes Unglück, verfilmt und hundertfach global kolportiert!

      Am 30.Januar 1945 wurde die »Wilhelm Gustloff« durch Torpedotreffer eines sowjetischen U-Boots versenkt, die Zahl der Opfer betrug 9.000 Flüchtlinge und verwundete Soldaten.

Einige Tage später, am 9.Februar 1945 wurde die »General v. Steuben« 

ebenfalls durch ein U-Boot versenkt, hier waren etwa 3500 Opfer zu beklagen
 Das dritte große Schiff, das in den Fluten der Ostsee - ebenfalls durch Torpedoangriffe - unterging, war am 16.April 1945 die »Goya«. Bei diesem Untergang waren es rd. 7000 Tote - im Wesentlichen verwundete Soldaten und Flüchtlinge - die dort ihr Grab in der Ostsee fanden!
Besonders perfide und skrupellos finde ich es, dass die russischen U-Boot-Kommandanten später als Helden gefeiert und verherrlicht wurden!
Welch eine Heldentat!

      Kaum eine Replik der späteren Jahre - bis auf einen schmalzigen deutschen Film - bezog sich auf diese 20.000 Toten, die dort unter anderen Tausenden ihr Leben ließen, während die Ertrunkenen der »Titanic« unablässig vor Augen geführt wurden! Alle Menschen sind eben gleich.
Manche allerdings ein wenig »gleicher«!


22.1.23

Altes Thema: Tempolimit

 

 



 

Untätig ist unser Bundesumweltamt nicht: Eine veröffentlichte neue Studie mit beweisbaren Zahlen hat nun ergeben, dass ein allgemeines Tempolimit den Ausstoß von CO2 und anderen Luftschadstoffen noch stärker verringern würde als bislang angenommen.

      Ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern ergäbe eine Ersparnis von 6,7 Millionen Tonnen CO2 und anderer Treibhausgase pro Jahr, so diese Studie. Allein beim PKW-Verkehr auf Autobahnen könnte ein Tempolimit 10,5 Prozent der Emissionen einsparen, beim gesamten Straßenverkehr sind es 4,2 Prozent.

      Damit hat das Bundesumweltamt seine vorherigen Studienergebnisse korrigiert. Im Jahre 2020 ging es noch von einer Reduktion von 2,6 Prozent aus. Der Unterschied liege vor allem daran, dass nun auch eine Verhaltensänderung durch das Tempolimit mit einberechnet worden sei.

Man geht jetzt von folgendem Gedanken aus: Wenn es auf der Autobahn ein Tempolimit gibt, bringt sie nicht mehr das gleiche Zeitersparnis wie vorher. Autofahrerinnen und -fahrer würden also öfter auf Landstraßen umsteigen, wo die Emissionen dank des ohnehin schon geltenden Tempolimits geringer sind. Ein kleiner Teil würde außerdem auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.

      Fast zwei Drittel der Deutschen sind aktuellen Umfragen zufolge für ein Tempolimit. Auch SPD und Grüne hatten sich dafür ausgesprochen, bislang hat allerdings die FDP den Vorschlag blockiert. Deutschland ist im europäischen Vergleich das letzte Land ohne Tempolimit.

In allen anderen Staaten der Europäischen EU und des Europäischen Wirtschaftsraums gelten Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen.

21.1.23

Bin ich jetzt alt?

 









Einst hab ich dich bewundert,
du Spinnwebfaden.
War fasziniert von deiner Schönheit,
im ersten Sonnenlicht des Tages
ob dieser filigranen Technik der Natur,
das zwischen Blütenzweigen
ein kurzes Dasein zauberte.

Seit ich nun - in meinen Jahren -
mit dieser herrlich weißen Schönheit
auf meinem Schopfe konkurriere,
lässt mich dieses Wunder kalt.
Ich habe langsam das Gefühl
in meinem späten Dasein:
Ich werde - ohne Frage - alt!

20.1.23

Leo, der Pard!

 



Unser Kanzler Scholz steht unter dem enormen Druck, der Lieferung von Leopard-Panzern in die Kriegsgebiete der Ukraine zuzustimmen. Aber er zögert aus gutem Grund - und eine Mehrheit der Bevölkerung steht hinter ihm.

      Es wirkt ein doch merkwürdig, wie unsere Panzer momentan zur Wunderwaffe erkoren werden. Denn sie sind es nicht. Ihre Lieferung wird von den einen als Weg zum Sieg, von den anderen zu einer Rutschbahn, die Deutschland tief hineinzieht in den Krieg.

      Aber warum wird Olaf Scholz für seine Vorsicht denn so gescholten? Sie ist nur logisch, zumal man annehmen kann, dass es Absprachen sowohl mit Washington als auch inoffiziell mit den Russen gab. Davon abzuweichen, will gut überlegt und eben auch an Bedingungen geknüpft sein.

      Schon von den Sanktionen allein profitieren die USA, während die Europäer leiden. Es ist doch ganz klar, dass die Waffenlobby in den Staaten an den eigenen Lieferungen in die Ukraine verdient! Kämpfen lassen die Amerikaner sowieso andere.

      Aber, wie sieht es nach der nächsten Wahl in den USA aus? Oder was ist, wenn sie ihre Prioritäten plötzlich verändern? Es wäre doch nicht das erste Mal. In jedem Fall sind die Interessen der USA nicht identisch mit denen Deutschlands und diese wiederum nicht mit denen der Ukraine. Russland spielt für Deutschland eine andere Rolle als für beide Länder; das ist nun mal logisch.

      Die deutsche Bevölkerung teilt zum großen Teil das Unbehagen. In Umfragen lehnt eine Mehrheit die Lieferung schwerer Waffen nach wie vor ab. Oftmals wird ein anderer Anschein erweckt, manchmal ganz massiv. Warum eigentlich, welche Ziele sind da hinter dem Horizont in Sicht ?

 

17.1.23

Wer kennt Lützerath?

 



Also ich bin da ganz ehrlich: Bisher kannte ich diesen Ort nicht. Aber jetzt, jetzt weiß ich genau, wo er liegt. Alle Medien haben dafür gesorgt, dass ich nicht dumm bleiben muss.

Da wird nun demonstriert. O ja, das kenne ich noch von alter Zeit her. War ich doch selbst vor Urzeiten (1982) In Gorleben bei den Widerständen und in den Baumhäusern dabei. (Hat übrigens nichts genützt)

Es gibt immer und zu jeder Zeit etwas, wogegen man protestieren kann und sollte. Von Links, von Rechts, aus der Mitte heraus. Manchmal ist es eine gute Sache, für die man eintritt, manches Mal kann nur der Kopf geschüttelt werden. Da marschieren Hunderte von Schülern wirklich mit gutem Bewusstsein für die Umwelt-Kampagne durch die Stadt, es ist umwerfend, wie viel Überzeugung hinter diesen Demos steckt! In Lützerath proben selbst ernannte Klimaaktivisten den Aufstand gegen Polizei und RWE. Ein mediales Event, das leider verdrängt, dass die wahren Klimaschützer ganz wo anders sitzen.

Den Klimaaktivisten in Lützerath geht es darum, die Welt zu retten. Manche nennen sich gar »Letzte Generation«, als drohe schon die Apokalypse. Es gibt natürlich Klimaveränderungen, gewiss ist es aber noch kein Weltuntergang. Für mehr Klimaschutz zu demonstrieren, macht junge Menschen wirklich sympathisch. Da stehe ich voll hinter! Der Protest darf aber nicht die Gesundheit anderer gefährden. Wer gegen Recht und Gesetz verstößt, muss dann die ganze Härte von Recht und Gesetz in Kauf nehmen.

Ich denke, das größte Missverständnis von Lützerath besteht jedoch in der Vermutung, dort würden Klimaschützer dazu beitragen, den Planeten zu einem besseren Ort zu machen. Das ist leider nicht so.
Die wahren Klimaretter haben keine mediale Öffentlichkeit. Sie kleben ihre Hände nicht fest. Sie nutzen sie – zum Arbeiten. Es sind unsere Handwerker, die Solaranlagen auf Dächer bauen, von denen Häuser energetisch saniert und Wärmepumpen installiert werden.

Es sind dann noch die Ingenieure, die Offshore-Windparks planen und Firmengründer, die an neuen Wasserstoff-Geschäftsmodellen arbeiten. Unser Land steht vor dem größten Wandel seit der industriellen Revolution. Das jedoch kann nur gelingen, wenn Unternehmer, Erfinder und Handwerker jetzt alle Potenziale ausschöpfen. Klimaschutz ist daher vor allem eins: Arbeit! Propheten des Weltuntergangs bringen uns überhaupt nichts. Sie kosten nur Nerven und teilen die Menschen in Fürsprecher und Gegner. Kann, das die Zukunft sein, die uns allen vorschwebt?

 

Mythen und Märchen

  Unser ganzes Dasein, unsere Welt seit Beginn der Geburt ist übersät von Mythen und Sagen, von unbeweisbaren Erzählungen und Märchen. Märch...