31.12.22

Altjahrsabend

 




Ganz leise schwebt das Laub von dürren Bäumen,
es heißt nun Abschied nehmen von den Träumen,
die nicht mehr zu erreichen sind.

Als dieses Jahr noch jung in seiner Wiege lag,
lachte uns voller Morgenröte jeder Tag, 
voll Begeisterung versprach es Glück.

Nun ging das Jahr dahin auf leisen Sohlen.
Oftmals verwirrten seine Kapriolen,
mit denen es uns überraschte.

Auf dem Kalender les’ ich: einunddreißig!
Dies Jahr ist nun vorbei, das weiss ich,
schau trotzdem noch einmal zurück.

Adieu sagen uns des Jahres letzte Tage,
viele Wunden, viele Freuden, manche Klage,
sind fast in Vergessenheit geraten.

Mit Knall, viel Lärm und lautem Krachen, 
begrüßen wir das Kommende! Wir lachen
und schauen voll Neugier aufs Kalenderblatt.

Ein neues Jahr liegt da vor uns in Kindsgestalt.
Ob wir es noch erleben, wenn es alt?
Das weiss niemand. Gott sei Dank! 

Ein guter Wunsch soll uns begleiten,
in das Neue, in die Zukunft leiten:
Ein frohes Neues Jahr!

 

30.12.22

Auf ein Neues.




Auf ein Neues.

 

Wieder ein neues Jahr, wieder wird all das laut, das noch an jedem Jahresende die Menschheit bewegt und die Herzen voller Hoffnung höher schlagen lässt - Friede auf der Welt! Man möchte allen Persönlichkeiten, die zum Neuen Jahr ihre guten Gedanken und Wünsche unter die Leute bringen, zurufen:  »Verdammt noch mal, fangt doch endlich einmal damit an!«

    Seit unzähligen Jahren immer die gleichen Wünsche und Hoffnungen millionenfach ausgesprochen, jedes Mal am Ende eines Jahres stellt man dann fest: Es hat sich nichts, aber auch rein gar nichts geändert!

      Und für 2023? Einige große Persönlichkeiten unserer politischen Weltgeschichte - von denen wir wissen, dass sie gar nicht so groß sind, wie sie meinen, zu sein, verkünden uns mit viel Trara, dass wir als Teile von 7 Milliarden Menschen nichts mehr wünschen als Frieden! Eine wundersame Entdeckung. Vielleicht werden die Luzifergestalten unserer Zeit, werden die Taliban, die Ayatollahs und die machtbesessenen Diktatoren von diesen Aussprüchen so gerührt, dass sie umkehren auf ihrem Weg und sich dann alles zum Besten wendet? Es wäre wunderbar, wenn ich dies glauben könnte. Solche Wunder jedoch geschehen nicht, gestern nicht, heute nicht und in Zukunft ebenfalls nicht«

      Der Glaube sieht die Dinge ganz anders; In einer dauernd bedrohenden und bedrohten Welt muss Gott aus Lasten und Trümmern unseres Lebens sein Werk unter uns errichten.
Das sagte einst Jochen Klepper (1903–1942), einer der wichtigsten christlichen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

      So werden wir also weiterwandern auf diesem unsicheren Pfad des Neuen Jahres. Wir werden uns weiterhin am Leben freuen, so lange wir können und nie die Hoffnung aufgeben. Und das ist richtig so! Wenn wir alles aufgeben, alles nur als gegeben hinnehmen und auch womöglich als »gottgewollt« ansehen - was sind wir dann? Marionetten in einem Puppenspiel, dessen Fäden stets nur von machtgeilen Typen gezogen werden. Und dann haben ja auch die jungen Menschen, die sich »letzte Generation« nennen, in Teilen wirklich recht, auch wenn man ihre Umtriebe nicht unbedingt respektieren mag.

      Dann denke ich an die Umweltzerstörung, die von uns Menschen eingeleitet wurde. »Macht Euch die Erde untertan!« So steht es in dem Buch, dass »Die Heilige Schrift« genannt wird. Ich habe jedoch trotz eifrigem Suchen keine Stelle in ihm gefunden, die sagt, dass wir diese Erde zerstören sollen! Wenn wir uns also einfach über die Grundsätze des Lebens einfach hinwegsetzen - warum sollen wir uns dann noch an alle anderen Gebote halten?

      Was ist dann mit dem 5.Gebot? »Du sollst nicht töten.« Dieses gilt dann jeweils nur für den Anderen? Nein, liebe Freunde, Solch eine Haarspalterei ist einfach nicht mehr tragbar. Wir schaffen ein Ende eines Krieges, indem wir neue Waffen entwickeln! Eine tolle Logik.

      Das Jahr, dass ich nun zum 89.Mal beginnen darf, hat noch viele Fragen für mich bereit. Fragen, deren Beantwortung ich noch gern erleben möchte. Mag sein, dass von den guten Wünschen aus den vielen Mündern einiges erfüllt werden kann, mag sein, der Friede auf Erden, den uns die Weihnachtsbotschaft verkündet hat, bedarf aber noch einer Bestätigung! Und die - die werde ich wohl kaum noch erleben.

    Ich wünsche Euch allen, die ihr diese Epistel hier so nebenbei lest, ein gutes, friedvolles Neues Jahr, es möge all die kleinen Wünsche in Erfüllung gehen lassen, die ein jeder von uns hat - beim Warten auf den großen Traum, der die Welt bewegt!

 

29.12.22

Noch ne Bilanz?

 



Ich bin mir nicht ganz so sicher bei dieser Beurteilung. Was ist es denn wert, wenn ich dieses oder jenes aufzähle. Jeder von uns hat doch seine eigene Aufzählung der guten und weniger interessanten Stunden.

        Gibt es also gesellschaftliche oder politische Ereignisse, die man als erfreulich nennen kann? Wenig, würde ich sagen. Solch eine unfreiwillige Bilanz des Jahres wird stets ausgeglichen dargestellt. Ich selbst verbinde dabei 2022 wie ganz sicher viele andere Menschen vor allem mit Corona, Krisen und Kriegen! Und mit all den entsetzlichen Folgen, die Menschen in allen Ländern der Erde erleiden mussten.

        Der russische Angriffskrieg in der Ukraine, der Völkermord an der muslimischen Minderheit in China, den Uiguren. Die Entrechtung der Frauen in Afghanistan mit der Burkapflicht und dem Verbot der Höheren Schulbildung und dem Studium der Frauen, Dann die Gewalt des islamischen Regimes im Iran gegen Frauen und Männer, die für nichts anderes demonstrieren als für ihre Selbstbestimmung und die Demokratie.

     Aber auch bei uns ist es vielerorts schwierig, die Freiheit, die wir wirklich genießen könnten, zu verteidigen. Sogenannte Reichsbürger, die irgendwie den Sturz unserer Republik planen, dann Rechtsextreme, die Asylbewerber angreifen, dazu Antisemitische Vorfälle überall. Der Glaube an das Gute wird durch die brutale Realität tagtäglich erschüttert. Man fühlt sich oft in das Jahr 1939 versetzt.

        Dabei helfen auch die gutgemeinten endlosen »Bitten um Frieden« von Würdenträgern aller Couleur in der Welt rein gar nichts. Seit ich 11 Jahre alt war, wurde um Frieden gebeten, in Kirchen und überall, wo Menschen beieinander waren! Und? Haben wir jemals Frieden in der Welt gehabt? Es gab kein Jahr, das nicht in einem Teil der Welt Leid und Elend durch Kriegshandlungen durchzogen war! Ich kann in dem ganzen Konglomerat nicht erkennen, wo der Rote Faden des Friedens sichtbar ist, leider.

        Ich persönlich werde das Jahr 2022 mit durchaus gemischten Gefühlen in Erinnerung behalten; es brachte mir nichts besonders Unangenehmes, und deshalb bin ich doch einigermaßen zufrieden. Für das Neue Jahr große Vorsätze? Nein, noch nie habe ich davon viel gehalten. Vielleicht der eine Wunsch: optimistisch und zuversichtlich zu bleiben. Und für uns alle den Wunsch, dass für uns Nächstenliebe kein Fremdwort wird, und wir uns nicht zu viel und nicht zu wenig informieren, um nicht Verschwörungstheoretikern auf dem Leim zu gehen. Für Euch aber: alle guten Wünsche!

 

 

28.12.22

Der Stammgast

 



 Er kam jedes Jahr zweimal bei uns an die Haustür: Am ersten Samstag im Juni und am letzten Mittwoch im Dezember. Seit er vor sieben Jahren zum ersten Mal erschien, gehörte er zum Jahresablauf wie Neujahr und 1.Mai, meine Frau fragte schon immer vorher: »Na, kommt der Hartmut nicht bald?« Und richtig - die Türglocke meldete ihn schon bald darauf an.

     Sein breites Grinsen ließ bei uns immer die Sonne im Hausflur aufgehen. »Hi Buddys«, sagte er so ganz salopp, »da bin ick ma´ wieda, wollt´ mir nur ma´ nach euerm´ Wohlerjehen erkundijen. Allet Okay? Ja ick seh schon, bei Euch is allet in Butta. Bei mir ooch, sonst würd ick ja nich hier stehn, wa?. Ja, ja, det war wieder ´n buntet Jahr, aber ick hab’s überlebt, Un nu bin ick hier!«

        Auch wenn er alles wohl auswendig gelernt hatte - vor unserer Tür klang es immer wie ein Stück aus der Geschichte des Lebens. Er bekam dann seinen Teller mit Suppe, einen Briefumschlag mit einem Schein darin (schon vorher bereitgelegt) Und nach dem Verzehr des Mittagsbrots, das er stets - auch im Winter - auf der Terrasse einnahm, verabschiedete er sich formvollendet von uns, mit einer Verbeugung und einem herzlichen Dank. Dann war er wieder weiter unterwegs, ins Ungewisse,
     Letztens wollte ich ihm noch eine ältere Winter-Lederjacke mit Pelzfütterung schenken, die mir zu eng geworden war. Voller Entsetzen lehnte er diese Gabe ab! Auf mein erstauntes Nachfragen meinte er dann: »
Wat soll ick denn damit? Det jloobt mich doch keener, dat ik uff de Waltz bin. Nee, nee, lassen se man, ik bin schon jut gerüstet!«

        Im letzten Juni kam er dann nicht mehr an unsere Tür, auch nicht im Dezember. Wir haben nie erfahren, was mit Hartmut geschehen ist, es ist dabei nicht ganz so einfach, wie es aus der Ferne ansehen mag. Auch das Leben spielt manches Mal so ein Stück wie  Leonard Cohens Hallelujah so ganz nebenbei! 

 

In der Frühe

 



 Wenn ich morgens kurz nach dem Erwachen den Blick nach draußen wende, habe ich das Gefühl, mitten in den Wolken zu schweben. Nee, nicht was du jetzt denkst, mein Konsum von Alkohol hält sich in ganz engen Grenzen. Wenn heute ein Gastwirt von meinem Umsatz leben müsste, wäre er schon vor Jahren verhungert.

        Nein, es ist der Gedanke an das Leben an sich, das Dasein inmitten der Unmengen von Eindrücken, die täglich auf uns hernieder prasseln. Dieser aufreibenden Betriebsamkeit kann auch niemand aus dem Weg gehen, ganz ohne eigenes Dazutun wird man einfach in das Gewusel eingebunden. Was könnte man denn da auch tun?

        Ein Leben als Eremit in einer klitzekleinen Klause hoch oben in den Bergen des Parnass wäre eventuell noch eine Möglichkeit. Bei einem totalem »veganen« Leben würde es sich möglicherweise anbieten, die Welt aus einer Perspektive zu betrachten, die so niemals sichtbar sein wird.

        Dieser Gedanke beruhigt mich irgendwie ungemein! Es ist fast so, als wäre ich dort auf dieser steilen Klippe hoch über der Ebene angekommen.

Ich sehe fast das Dutzend Dohlen, das meine Behausung umspielt. Schon ganz schön doof, nicht?

        Ich denke, es ist höchste Zeit, aufzuhören, sonst nimmt mir niemand meine morgendliche Anspruchslosigkeit mehr ab. Ist ja auch zu blöd, wenn der Kaffee durch die Maschine rauscht, das Frühstücksei schon im Becher ruht - und ich gleichzeitig gleichzeitig auf dem Sitz der Musen, dem Parnass, meine geistigen Freiübungen vollziehe. Der Himmel ist doch überall blau. Naja, nicht immer, im Moment ist das Grau mehr angesagt ...

 

 

27.12.22

Auf der Engelstation

 



Angelo war traurig. Der Großengel hatte ihm verboten, zur Erde zu fliegen. Er sei noch zu jung dafür, hatte er gemeint, er müsse noch einige Jahrzehnte warten. Ohne Ausbildung sei es nicht möglich, die entsprechenden Kenntnisse zu erwerben und so ganz unbedarft - nein und nein und nein - das käme nicht infrage.

      Angelo saß auf der kleinen Wolke, ganz rechts, da wo die Sonne immer untergeht. Er stützte sein Köpfchen auf beide Arme, schaute wehmütig hinüber zum Horizont. Ein paar klitzekleine Perlentränchen sah man schon bei ihm, wenn man genau hinsah, aber wer achtete schon auf solche Nebensächlichkeiten?

      Alle Engelskollegen, die nach unten wollten, mussten an ihm vorbei; sie grüßten den Kleinen auch immer ganz artig im Vorbeifliegen - dann waren sie auch schon weg. Angelo blieb dann nur ein mattes Winken mit den Händchen.

      Der Großengel Patricius beobachtete den Kleinen aufmerksam aus der Ferne, er wusste um die Traurigkeit Angelos und dessen Wünsche. In dieser Angelegenheit jedoch konnte und durfte er dem Kleinen nicht behilflich sein. Es war ein ehernes Gesetz auf der Engelstation und Gesetze waren eben dazu da, eingehalten zu werden. Sonst brauchte man sie nicht, oder?

      Angelo kletterte von seiner Wolke herunter, als am rosenroten Abend alle Englein von ihrer Tätigkeit auf der Erde wieder zurückkehrten. Er hörte aufmerksam zu, wenn die Kameraden von ihren Erlebnissen dort unten erzählten. Ei - was waren das für absonderlichen Dinge, die er da vernahm! Vieles konnte er sich überhaupt nicht vorstellen. Wie war es denn möglich, dass die Menschen - darunter auch die Kinder - sich untereinander alles antun konnten, nur um sich weh zu tun?

      Er hielt sich schließlich die Ohren zu, das konnte er alles nicht mehr anhören. Erschießen, Totschlagen, brutales Foltern, dann von den verhungernden Kindern in vielen Ländern. Schließlich das Gerede vom »Frieden auf Erden«. Wie passte das alles zusammen?

      Die anderen Engel, die auf der Erde ständig im Einsatz waren und überall halfen, wo es nur möglich war, sie machten nur noch Überstunden und waren abends völlig kaputt und müde. Angelino, der kleine Engel, der erst letzte Dekade zu ihnen gekommen war, weinte manches Mal in der Nacht. Angelo fragte ihn dann, ob er Schmerzen hätte. Seine Antwort war immer: »Ja - im Herzen!« Angelo streichelte und tröstete ihn dann und kuschelte sich eng an ihn. So schliefen die Beiden dann schließlich wieder ein.

      Patricius, der Großengel, rief eines Tages, viele Äonen später, den Angelo in sein Büro. Mit bangem Herzen und den Blick auf den Boden gesenkt, betrat Angelo die große »Wolke Nummer Eins«, in dem Patricius sein Geschäftszimmer hatte und von dem aus er alles leiten konnte.

    »Ja, mein lieber Angelo«, sagte er freundlich zu dem Kleinen, der ganz verschämt vor ihm stand, »heute ist dein großer Tag, du darfst zum ersten Mal hinunter in das Erdental! Angelino, dein guter Freund wird dich begleiten, damit du alles am Anfang richtig machst. Du darfst dann danach selbst entscheiden, wo und wann deine Hilfe gebraucht wird.«

      Angelos Gesicht strahlte voller Freude. Endlich, endlich hatte er seine Ausbildung beendet. Nun durfte er helfen, überall dort, wo es nötig war. Der Großengel bewegte seinen Zeigefinger vor Angelos Gesicht auf und ab, als er dann noch bemerkte: »Aber setze deine Kräfte überlegt ein, nicht jeder, der Hilfe haben möchte, darf sie auch erhalten! So manch einer, der uns bittet, tut dies nur aus Berechnung und weil es für ihn selbst zum Vorteil ist! Unterscheide hier gut!«

      Etwas betreten hörte Angelo sich die Ermahnungen des Patricius an. Doch mit dem Ungestüm der Jugend rief er dann: »Angelino, auf - zur Erde, es ist viel zu tun!«

»Nicht so eilig«, brummte Angelino, »du kommst noch schnell genug in das Tohuwabohu, bloß nicht übertreiben!«

      Patricius, der Großengel, wiegte seinen Kopf leicht hin und her. Er wünschte seinen Engeln alles erdenklich Gute, es würde schwer genug werden dort unten auf der Erde - schwer genug …

 

26.12.22

Nachweihnachtszeit.

 



Wochen voller Vorbereitungen, endloser Gedanken um die Geschenkflut für die Familie, alles bedacht, damit es nur keine Enttäuschungen gibt, Tage voller Stress, Überraschungen - willkommene und weniger nette, alles ist den Weg alles Irdischen gegangen.

      Das Christfest ist vorüber, heimliche Blicke zum grauen Himmel. Gedenken an die früheren Jahre, was wollte man nicht alles anders machen? Und nun war doch alles wie im vergangenen Jahr. Heute ist es wichtig, sich an den Dingen zu erfreuen die man hat und nicht den Dingen nachtrauert, die man nicht besitzt. Was bringt es, immer wieder neues anzustreben, warum kann man sich nicht an den Dingen erfreuen, die man besitzt, warum muss der Mensch in der heutigen Zeit immer wieder neue Dinge haben? Richtige Zufriedenheit kehrt selten ein. Dieses oder jenes war letztlich doch nicht das Richtige.

      Sollte jetzt nicht jeder froh und glücklich sein, da jetzt doch, laut den diversen Ansprachen von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, der himmlische Frieden überall einkehren kann? Schöne Gedanken, die jeden Menschen so beeinflussen, dass er sich mit weichem Herzen selbst verspricht, künftig alles zu ändern, was bisher schiefgelaufen ist.

      Ja, diese frommen Wünsche sind es doch, die uns alle jedes Jahr wieder aufs Neue hoffen lassen. Ein Trugschluss, den jeder genau kennt! Das einzige aber das zählt, ist der Mensch selbst! Man sollte froh sein über die relative Gesundheit, sollte glücklich sein über jedes Lächeln, über jeden neuen Tag.

      Nun ist Weihnachten wieder vorbei, die Freude und das Lachen - warum nur zu Weihnachten, warum nicht auch danach? Warum warten wir denn ein ganzes Jahr, um die Romantik und den Kerzenschein in unsere Herzen zu lassen.

  Jeder von uns kann sich diese Freude jeden Tag gönnen, man muss nur aus tiefstem Herzen daran glauben, dass jeder Tag etwas ganz Besonderes ist. Dann kommt das Lächeln in unsere Herzen und man kann sich an all den schönen Dingen erfreuen, die das Leben uns beschert, nicht nur an diesen lichterfüllten Weihnachtstagen!

 

 

25.12.22

Erloschen?

 


 




Der helle Schein,

das Kerzenlicht
ist bald erloschen, durch
weihnachtlich geschmückte 
Räume schleicht
dann über Nacht
die Dunkelheit. 

Mit Tannenzweigen
überdeckten wir
das Elend dieser Erde.
Lasst uns nun zeigen, 
dass heut und hier
das Mitgefühl nicht nur
ein Schlagwort ist
für Feierstunden.

Doch Reden nur allein 
wird nichts verändern.
Wir müssen tun!
Denn Beten ganz allein
im stillen Kämmerlein
darf nicht 
die Lösung sein!

 

24.12.22

Heiliger Abend

 





Ehre sei Gott in der Höhe!

Man lobt und preist
den Vater, den Sohn, 
den Heiligen Geist.
Wir reiben uns die Hände,
falten sie mit Dank,
bündeln das Geld,
bringen`s zur Bank,
erzählen dem Freunde -
ganz nebenbei -
dass der Umsatz wieder
hervorragend sei.
Welch herrliche, festliche Zeit!

Freue dich, o Christenheit

 

Und Friede auf Erden!


Man singt es und betet,
hofft, dass man vielleicht
irgendwann dieses Ziel 
doch einmal erreicht!
Nur ganz in der Ferne,
man hört es nur schwach,
da fallen Schüsse.
Raketen bei Tage
und in der Nacht
wird das Gewissen
denn niemals wach?
Bei uns ist kein Krieg -
Gottlob ist es
noch nicht so weit. -

Freue dich, o Christenheit!

 

Und den Menschen
ein Wohlgefallen!


So tönt es als Solo,
so klingt es im Chor.
Bald glaubt es ein jeder, 
so schön liegts im Ohr.
Still! - Ruft da nicht einer?
Ein Schwarzer? Ein Gelber?
Das ist doch kein Lachen!
Hunger klingt gleich,
in allen Sprachen!
Wir schauen in den Kerzenglanz,
essen die Weihnachtsgans
und sitzen behaglich
in unseren Zimmern.
Wer hört schon,
wenn Kinder vor
Hunger wimmern?
Es übertönen die Glocken
alles weit und breit:

Freue dich, o Christenheit ...

 

23.12.22

Am Himmelstor.





Gustav Falke *1853 † 1916

Dieses Gedicht von einem der Romantiker
ist so anheimelnd, dass ich es unbedingt
hierher verpflanzen musste!



Ich träumte mich auf einem bangen Weg,
auf einem hohen, schwindelschmalen Steg,
der führte mich bis an das Himmelstor.
Da stand ich lange, ohne Mut, davor.

Und zitternd griff ich nach dem rost'gen Ring,
das Himmelsglöcklein an zu läuten fing;
mein Herz erschrak vor seinem hellen Klang,
ein armer Sünder auf dem letzten Gang.

Dann rasselte ein großer Schlüsselbund,
ein Knarren, bis der Himmel offen stund;
doch hascht' ich nur von seiner Herrlichkeit
mit scheuem Blinzeln einen Streifen breit,

ein Wiesengrün und einen Engelsfuß.
Sankt Peter barg mir jeden weitern Gruß
mit breitem Rücken und erschreckte mich
mit barschen Fragen: “Freund, wer schickte dich?”

“Mich schickte keiner.” “Und was suchst du hier?”
“Nach Erdennot ein ruhiges Quartier,
ein Flügelpaar und himmlisches Gewand,
ein Tröpfchen Tau aus Gottes hohler Hand.”

“Hast du zu solchen Dingen auch ein Recht,
warst du auf Erden ein getreuer Knecht?”
“Ich war Poet.” “Und kommst zu Fuß hier an?
Wo hast du deine Flügel hingetan?”

“Ich schämte mich, weil sie so sehr beschmutzt
und ihre schönsten Federn arg gestutzt,
weil durch das Fliegen nach dem Flitterkranz
des Menschenruhmes dunkel ward ihr Glanz.”

“Und deinen Kranz?” “Ich hab' ihn abgelegt,
daß man mit andern ihn zum Kehricht fegt,
und komm' nun nackt und ohne Glorienschein.”
Da sprach der Pförtner gütig: “Komm, tritt ein.”

22.12.22

Der Garten Paradiso


 

Seit Sonnenaufgang lag sie ihm mit ihrem Wunsch schon in den Ohren. »Jetzt sind sie doch schon überreif«, meinte sie, indem sie immer und immer wieder zu dem Baum schielte. Und die Früchte sahen auch wirklich sehr verlockend aus, herrlich gelb mit einem roten Schimmer glänzten sie in der hellen Sonne. »Ich bitte dich herzlich, eine einzige Frucht nur! Adam, ich werde dir ewig dankbar sein, ich schwöre dir, ich tue in Zukunft alles für dich!«

       Adam schüttelte wieder und wieder sein Haupt. »Liebste Eva«, meinte er dann lächelnd, »ich weiß doch, dass du alles dafür machen würdest. Aber es geht eben nicht und damit Basta!«

       »Bitte, Adam, nur eine Frucht, kann es denn wirklich sein, dass wir genau von dieser Frucht nicht essen dürfen? Wie kann der HERR so grausam sein, uns das zu verbieten? Ich würde mich ja selbst bedienen, aber meine Arme sind nicht lang genug. Und du bist solch ein großer, starker Mann! Bitte, mein Liebster, ich bitte dich von Herzen!«

       »Der HERR hat es uns verboten, du weißt es genau, es sind genügend andere Früchte da, dieser Baum jedoch ist geschützt. Sieh das doch endlich ein.« Adam wurde richtiggehend zornig, weil seine Eva keine Einsicht zeigte; solch einen Verstoß hatte bisher noch nicht gegeben.

       Eva hatte sich inzwischen am Ufer des kleinen Paradiesteiches niedergelassen. Sie konnte nicht begreifen, warum Adam so störrisch sein konnte. Plötzlich hörte sie eine leise Stimme. »Eva, mein Täubchen, warum bist du denn so traurig? Hat dein Gatte dir nicht bisher jeden Wunsch erfüllt? Er wird es auch wieder tun, du musst nur beharrlich sein. Männer brauchen immer erst einen Anstoß, dann klappt das schon!«

       Eva erschrak zunächst, dann merkte sie, die leise Stimme kam aus einem Busch an ihrer Seite. Sie sah die superhübsche Kobra, die sie freundlich anlächelte. Die Schlange hatte sich auf einem Ast des Busches gemütlich niedergelassen und sprach nun behutsam auf Eva ein.

    »Du darfst nicht alles glauben, was du so hörst«, meinte die Schlange dann, »denkst du denn, liebste Eva, der HERR hätte euch ausgerechnet diese Früchte verboten? Das wäre doch völlig unverständlich bei der großen Auswahl hier im Paradiesgarten. Glaub doch bloß nicht, dass der HERR so dumm wäre! Nein, nein, das ist unmöglich, da täuscht ihr euch! Es kann nicht sein, dass der HERR solchen Unfug macht!«

       Eva hatte aufmerksam zugehört. Sie war ebenfalls der Meinung, dass dieses Verbot eine Dummheit war, die Adam wohl falsch verstanden hatte. Schnell lief sie zu ihrem Gefährten und berichtete ihm von ihrer Unterhaltung mit der Kobra.

       »Hm«, meinte Adam nachdenklich, indem er sanft mit dem Finger an seine Nase fasste »irgendwie hast du ja Recht. Es wäre tatsächlich dumm vom HERRN, so etwas anzuordnen. Warte, »meinte Adam dann, »ich hole dir die eine da ganz rechts herunter. Da sind so viele Früchte am Baum, das merkt der HERR gar nicht, und wir wollen ja auch nur probieren!«

       Gesagt - getan! Adam pflückte die überaus schöne Frucht, die er ausgesucht hatte, reichte sie seiner Eva und diese biss voller Lust hinein! Dann reichte sie die Frucht an Adam weiter und er tat das Gleiche. Ein wundervoller Geschmack tat sich den Beiden auf, mit nichts zu vergleichen, was sie bisher kannten.

       Plötzlich wechselte der Himmel in rasantem Tempo seine Farbe von hellem Blau zu einem dunklen Grau. Blitze zuckten durch das Dunkel des Gartens, Adam und Eva versteckten sich, weil sie plötzlich erkannten, dass sie nackt waren. Sie schauten sich an, staunten und Eva meinte daraufhin, dass sie nun ganz eilig eine Boutique finden müssten, da sie ja nicht so herumlaufen könnten. Der HERR aber stand plötzlich mitten im Garten, mit ausgestreckter Hand zeigte er ihnen, wo der Ausgang war.



       Da standen die Beiden nun vor dem großen Tor und wussten nicht, wohin. Als sie sich wieder umwandten und zurück in den Garten Eden wollten, kam einer der Cherubim, der als Wächter eingesetzt war und meinte: »No, folks, this is a forbidden land for you! Make sure you get away!«

       Mit seiner Waffe zeigte er in die Weite, darauf fasste sich das Pärchen an den Händen und zog in die Ferne. Was man später von ihnen hörte, waren nur Geschichten, die niemand glauben konnte.

20.12.22

Deutsche Weihnacht

 


 

Nach Stöbern in der Literatur fand ich einen Text von Ernst Wiechert  (1887 -1950) den ich so passend ansah, dass ich nicht daran vorbeikam, ihn hier einzusetzen.



Da ist ein Volk, das vor den Krippen betet,
wie alle Völker auch in dieser Nacht,
Gott hat wie Disteln dieses Volk gejätet
und es zum Brennen auf das Feld gebracht.


Da ist ein Volk, braucht keinen Stall zu bauen
für Kinder, die heut nacht geboren sind,
weil alle Sterne durch die Dächer schauen
und alle Mütter friert's im Weihnachtswind.

Dort liegen zitternd sie in ihren Wehen,
kein Engel, der die feuchten Hände hält,
kein Ochs und Esel, die beim Kinde stehen,
kein Hirtenlied auf dem verschneiten Feld.

Und Joseph kauert auf den nassen Stufen
und träumt vom letzten Brot, das er sich brach.
Wo ist ein Gott, ihn gläubig anzurufen?
Wo ist ein Richter, der nicht " Schuldig!" sprach?

Und keine Könige, die sich verneigen,
und weder Weihrauch, Milch noch trocknes Brot,
und in den Ecken steht das dunkle Schweigen,
und auf den Trümmern sitzt der dunkle Tod.

Da ist ein Volk, das ist wie keins verloren,
und ist ein Volk, das ist wie keins allein,
und sind doch Kinder ihm heut nacht geboren,
und manche werden reinen Herzens sein.

Dies ist das letzte wohl der Ziele:
dass jenseits Trauer und Entsagen
du eines andern Last willst tragen,
so unbeschwert als wie im Spiele.

Dass du gleichwie im Tanz kannst schreiten,
ob du auch gehst wie unter Ruten,
und wenn dir Herz und Füße bluten,
so lass den Mantel drüber gleiten.

Erst wenn zum Abend sich vergessen
die Flügel deiner Schmerzensmühlen,
kannst du dir deine Füße kühlen
und in der Hand dein Korn dir messen.

Noch jedem gibt die Nacht den Segen,
dass wie ein Kind er lautlos weine,
wenn er die Dornen und die Steine
aus seiner wunden Hand kann legen.

 

Ernst Wiechert

 

 

18.12.22

Alarmrufe

 



In unserem Gesundheitswesen wird die Lage immer riskanter. Die Ärzte und Apotheker warnen vor weiteren Engpässen im Medikamentenwesen Deutschlands. Viele Eltern sorgen sich um ihre Kinder. Wenn Patienten auf bestimmte Präparate angewiesen sind und diese dauernd nehmen müssen, sind sie darauf angewiesen, auf Medikamente anderer Hersteller auszuweichen. Unzählige Mittel sind am Markt nicht mehr lieferbar.

        Auch in unseren Kliniken sieht es nicht besser aus. Operationen müssen verschoben werden, weil das Personal der Kliniken selbst krank ist oder überhaupt ganz fehlt! Und es gibt dabei Kinderstationen, die sogar Aufnahmestopps verhängen.

        Wie so oft hätte dieses Dilemma vermieden werden können, wenn nicht - wieder - am falschen Ende gespart worden wäre. Und wieder einmal zeigt uns die Globalisierung ihre Kehrseite. Was heute die nicht mehr lieferbaren Medikamente aus Asien sind, war mit Beginn des Angriffskrieges in der Ukraine das fehlende Gas aus russischem Bestand. Zu Beginn der Corona-Pandemie waren es die lebenswichtigen Masken aus China!

         

        Nun aber will man die Sache endlich angehen, indem man Produktionsstandorte in Europa stärkt. Außerdem sollen, wie schon so manches Mal versprochen, mehr Menschen in die Pflegeeinrichtungen geholt werden.

        Diese glorreiche Idee allerdings kommt wieder erst danach, als man kollektiv und mit stets geschlossenen Augen die ganze Angelegenheit gegen die Wand gefahren hat. Wer ist nun an dieser Schuld beteiligt, die Ampel-Regierung? Nein, es sind alle Regierungen, die bisher stets nur mit Worten bereitstanden, an Taten allerdings mangelte es! Wie immer …

17.12.22

Die Glaskugel Leben

 Ein paar Gedanken, so am frühen Morgen:



Eine blaue Nacht, eine wunderschöne samtartige Nacht, in der ich eigentlich im Schlaf versunken, der Ruhe ausgeliefert sein sollte. Draußen, entlang einer endlos scheinenden Allee von Laternen, fließt der gebremste nächtliche Verkehr durch die Häuserschluchten der Vorstadt. Hoch oben im 4.Stockwerk stehe ich schon längere Zeit am Fenster des Hotelzimmers. Ich blicke auf eine Reihe von Autos, die sich jetzt in der Samstagnacht gegen vier Uhr, noch reichlich unentschlossen durch die Straßen bewegen. Dort am Ende der Fahrbahn, wo sich die Ausfallstraße gabelt, spaltet eine Ampel den Verkehr auf, eine Fahrbahn nach rechts, eine nach links. Die Häuser dieser Straßenzeile haben sich längst in Ruhe eingehüllt, in eine innere Ruhe, die alles von sich abprallen lässt, das am Tage auf sie eingedrungen ist. Letztlich ist es der nächtliche Verkehr, der allein zeigt, dass hier nach einer Zeitpause wieder der Atem der Großstadt vollauf damit beschäftigt ist, den Anspruch des täglichen Lebens zu erfüllen.

        Alle Fenster der jenseitigen Straßenseite sind in Dunkelheit eingebettet, alle bis auf eines! Es ist hell erleuchtet, man ahnt, dass dort Morpheus immer noch nicht das Zepter übernommen hat. Ich versuche, mich in dieses Zimmer hineinzuversetzen, natürlich ist etwas Neugier dabei, ich versuche zu erraten, was dort vorgehen mag?
Wer mag dieser unruhige Geist sein, der nach dem aufregenden Tag keine Ruhe findet? In diesem nächtlichen Kaleidoskop von hellen Schatten und silhouettenhafter Bewegung ahnt der stille Beobachter eine hektische Anspannung, die alle Ruhe vermissen lässt.

        Der kommende Tag lässt sich ahnen. Fern am Rande der Stadt gebiert der Himmel dann einen rosa Schein, zart angehauchtes Firmament, teilweise verdeckt von hohen Bäumen des Parks. Großstadtleben auf Sparflamme oder wie man es sonst nennen mag. Eine Straßenbahn schleicht kaum vernehmlich und fast ohne Fahrgäste über die blanken Schienen. Sie ruht sich aus vor dem großen Ansturm, der sie ein paar Stunden später völlig aus dem Atem bringen wird.

        Inzwischen ist der Uhrzeiger weitergelaufen, halb fünf ist es geworden, die ersten Fenster in der langen Straßenreihe leuchten wie Lichterketten auf, der Vorreiter hat sich inzwischen aus der langen Zeile der Reihen verabschiedet. Dunkelblau ist der Morgen, dieser Morgen, der alles verheißt und doch nichts halten kann! Das Leben, das tägliche Leben lässt sich nicht einfach in Formen pressen. Es ist unmöglich etwas zu verlangen, dass der Mensch nicht aus freiem Willen tun kann. Was ist denn schon der göttliche Funke, der die Welt ins Licht taucht? Ich würde zum Beispiel gern in das Herz jenes jungen Mannes schauen, der dort gerade die Morgenzeitungen zu den Leuten bringt!

        Kann er der Glückliche sein, der in dieser rosigen Morgenstunde alle Sorgen von sich werfen darf? Oder ist gerade diese Person diejenige, die schließlich dem Moloch ›Geschäft‹ ohne Erbarmen zum Opfer fällt? Er singt. Man mag es nicht glauben, aber er singt! Ich sehe es mit erstaunten Augen, wie er mit geöffnetem Mund sein Fahrrad mit den Zeitungstaschen im Takt irgendeines Liedes über den Fußweg unter den gelb-weißen Schinkel- Leuchten von Tür zu Tür schiebt. Woher kommt diese Fröhlichkeit? frage ich mich. Was kann der Sinn sein, dass ein Mensch, der so früh am Morgen sein Brot verdienen muss, derart fröhlich ist?

        Am Straßenrand hält ein heller VW-Tiguan. Der Fahrer öffnet das rechte Fenster, beugt sich herüber und fragt den Zeitungsboten irgendetwas. Der hält in seiner Tätigkeit inne, zeigt dann in die Richtung des Fahrenden. Nach einigen Sätzen bedankt sich der, kurz darauf ist der Wagen meinem Blickfeld entronnen. Auch der Zeitungsbote ist inzwischen nicht mehr sichtbar. Er setzt seine Tätigkeit wohl in der Nachbarstraße fort.

    Ich werde langsam doch von der Müdigkeit eingeholt. Bedauern über diese nächtliche Episode der Zeit des Wachens kann ich aber nicht feststellen, es ist schon seltsam. So vieles geschieht in dieser Stunde, so vieles lag auch hier in diesem Zeitraum wie unter einer gewaltigen Glaskugel vor der Welt versteckt.

  Auch Beweggründe für meine Schlaflosigkeit kann ich nicht erklären, dieses individuelle Phänomen des Unterbewusstseins wird sich nicht offenbaren, weil es tief im Innern verschlossen ist. Ich trete vom Fenster zurück, schaue auf meine Uhr: Es ist gerade Fünf. Es war eine Stunde in einer existierenden Zeit, die in einer Parallelwelt getrennt von allem Geschehen in und um mich herum stattfand. Die Glaskugel des Daseins hat mich zurückgebracht in den Garten Eden, wo jede Art von Traum irgendwo im Nirgendwo endet. Das Leben ist zu unbeschreiblich schön, um so einfach ohne Sinn darin zu verharren!

16.12.22

Wort zum Freitagmorgen


 
Ei, bin ich darum
achtzig Jahre alt geworden,
dass ich immer dasselbe
denken soll?
Ich strebe vielmehr,
täglich etwas anderes,
Neues zu denken, um nicht
langweilig zu werden.
Man muss sich immerfort
verändern, erneuern, verjüngen,
um nicht zu verstocken. 

- Joh.Wolfgang v.Goethe -

15.12.22

Die flüchtige Zeit

 


Ich dachte manchmal schon: du liebe Zeit,
wohin bist du so unbemerkt entschwunden?
Gefiel´s dir nicht bei uns, warst du es leid
und drehst nun anderswo schon deine Runden.

Wir brauchen dich, glaub mir und sei gescheit.
Du siehst doch, wie wir hasten und uns eilen,
wie jeder klagt: ich habe keine Zeit.
Und keiner kann noch irgendwo verweilen.

Das sehe ich, sagst du, ich wäre schon bereit
und bliebe gern, doch hör ich immer sagen:
verkürzen wir sie uns, die lange Zeit,
die Langeweile lässt sich schwer ertragen.

Ich geh, ich will nicht lästig sein. Ihr seid
sehr schnell geneigt, mich zu vertreiben,
mich totzuschlagen gar bereit.- Verzeiht,
am Leben möcht man schließlich bleiben.

 

14.12.22

Wer dreht an der Schraube?

 

 

Im letzten Monat sank die Inflationsrate bei uns um ein paar Punkte hinter dem Komma. Einige Menschen schöpfen wieder Hoffnung. Zu Recht?
Dieses leichte Minus ändert nämlich nichts an den Preissteigerungen, sie bleiben weiterhin erschreckend hoch und treffen sehr viele Menschen bis ins Mark.

Besonders der Einkauf im Supermarkt ist aufgrund der stark gestiegenen Lebensmittelpreise sehr frustrierend. Uns alle trifft es, besonders bedrohlich aber ist die Situation für arme Familien, die beim Einkaufen ohnehin schon jeden Cent umdrehen müssen.

Perfide es da, dass einige Unternehmen die Situation nutzen, um ihre Gewinne auszuweiten. Die Preise werden deutlich stärker erhöht, als es aufgrund der gestiegenen Kosten nötig wäre. Noch schlimmer aber wiegen die versteckten Preiserhöhungen, die dem Kunden heimlich untergejubelt werden.

Gerade im Supermarkt versuchen immer mehr Unternehmen, Waren mit weniger Inhalt zum gleichen Preis zu verkaufen. Das rechnet sich natürlich. Kleinere Packungen fallen beim Einkauf doch viel weniger auf als steigende Preise! Der finanzielle Druck auf den Verbraucher ist allein schon belastend genug, zusätzlich wird der Kunde also auch noch für dumm verkauft.

Ich finde, dass es höchste Zeit ist, dass die Politik gegen solche Machenschaften vorgeht. Diese Forderung der Verbraucherverbände an die Politik gibt es schon seit längerer Zeit. Nun aber - durch die gestiegenen Lebensmittelpreise - ist sie aber dringender als jemals zuvor! 



 

13.12.22

Wie jedes Jahr aufs Neue

      



Wir feiern wieder Weihnachten. Wie jedes Jahr aufs Neue. Alles strahlt im Glanz von Millionen Kerzen. Glitzernde Girlanden weit und breit in allen Straßen, die Schaufenster übertreffen sich mit prächtigem Outfit, alles ist hell, freundlich, einladend. Menschenmassen erobern die Weihnachtsmärkte, werden immer wieder angelockt von wundersamen Gerüchen, die appetitanregend wirken und alle in eine gute Stimmung bringen. 

»Dieses Weihnachtsfest ist doch eine hervorragende Erfindung«, sagt ein Verkäufer am Glühweinstand. »Wenn es das nicht schon gäbe, müsste man es erfinden!«

       Ja, wenn es das nicht schon gäbe! Wir dürfen uns ja auf das Weihnachtsfest freuen. Wir dürfen es wirklich, auch auf den ganzen Zauber der Weihnachtsmärkte, alles dürfen wir genießen, die Gerüche, den Glanz und das Kerzenlicht. Aber wir dürfen nicht aufhören, dabei zu fragen: »Wo ist das Jesuskind?«

Ohne dieses Kind in der Krippe ist jedes Weihnachtsfest nichts, aber auch rein gar nichts wert!




12.12.22

Mondnacht

 


 


Als ich des Nachts erwachte,
blickte der Mond bei mir ins Fenster.
Er stand am schwarzen Himmel,
schaute und erzählte mir,
was er auf seiner Reise sah.
Mir schien, sein Schein verblasste
im Laufe dieser langen Nacht

Sein heller Blick, er schweifte
traurig durch die Welten.
»Meine Zeit ist viel zu kurz«,
Er sprach zu mir ganz leise,
»um all das Elend zu beleuchten!«
Beschämt bedeckt er sich
mit einer dunkelgrauen Wolke.

Ich winkte ihm verstohlen zu.
Ich weiß, er kommt ja wieder,
man lässt ihm keine Wahl!
Vielleicht beginnt auch jetzt,
die Hoffnung neue Wurzeln
hier bei uns zu schlagen -
sie stirbt bekanntlich ja zuletzt!

Da fällt mir gerade ein:
Wenn irgendjemand wohl
dagegen demonstrieren will?
Von wegen »Freiheit« -
könnte doch sein -
er mag es ohne Murren tun,

Wir Andern lächeln still ...

- Horst Lux 2022 -

10.12.22

Grundschulprobleme - Ist das nun etwas Neues?

 


 Ich denke nicht. Auf große sprachliche Probleme bei Grundschülern weist eine neue Studie hin, die jetzt erschienen ist. Demnach weist der Wortschatz von Viertklässlern teilweise große Lücken auf. Diesen negativen Rattenschwanz in der Bildung schleppen wir schon Jahr um Jahr in der Bundesrepublik mit uns herum.

     Schon lange ist bekannt, dass eine Menge Schüler der Grundschulen Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben. Und es ist ein Skandal, dass die Bildungspolitik daran nichts ändert. Und diese neueste Studie zu diesem Thema bestätigt wieder einmal, dass der sprachliche Erfolg der Kinder maßgeblich davon abhängt, wie sehr die Kinder zu Hause in ihrer sprachlichen Entwicklung gefördert werden können.

      Von den befragten Kindern gaben mehr als 20% an, selten bis nie außerhalb der Schule ein Buch in der Hand gehabt zu haben! Sie sind stattdessen in Chats unterwegs, in denen Grammatik und Rechtschreibung nicht gefragt sind. Die Konsequenz daraus: Schlechte Ergebnisse in der Schule und zu wenig Erfolgsaussichten im späteren Berufsleben. Das meiste davon hat wenig mit fehlender Bildung zu tun, schon gar nicht mit den intellektuellen Fähigkeiten der Schüler.

      Eigentlich ist es Sache der Eltern, ihren Kindern das Lesen schmackhaft zu machen und an das Lesen heranzuführen. Unterlassen sie das, weil sie vielleicht selbst nie Leser waren oder aus zeitlichen Gründen, ist es die Pflicht des Staates, diese Versäumnisse zu fördern - und zwar ganz systematisch! Das heißt im Regelfall:

Die Kinder zum Lesen zu begeistern, Ehrgeiz zu wecken und die Schülerinnen und Schüler zu motivieren, sich mit der deutschen Sprache - ganz abseits der »Denglischen Ausdrucksweise« - kreativ zu beschäftigen.

      Das aber umzusetzen ist Aufgabe der Bildungspolitiker der Bundesländer, die ja bekanntlich die Hoheit im Bildungswesen innehaben! Letztlich aber stehen hier auch die Schulen in der Pflicht, dass den ihnen anvertrauten Kindern das bestmögliche Wissen ermöglicht wird!   

9.12.22

»Kriegsführung gegen Gott«


 

 

 In der Hauptstadt Teheran hat ein Revolutionsgericht einen Demonstranten gemäß islamischer Rechtsauffassung wegen »Kriegsführung gegen Gott« verurteilt. Er war angeklagt worden, eine Sicherheitskraft mit einer Waffe angegriffen zu haben!

Im Iran wurden in den vergangenen Wochen bereits mehrere Todesurteile gegen Männer und Frauen verhängt, die gegen das Mullah-Regime demonstriert haben. Die iranische Justiz forderte wegen der anhaltenden Proteste einen harten Kurs gegen die Demonstrierenden. Im iranischen »Parlament« wurden von Abgeordneten harte Urteile - bis hin zur Todesstrafe - für Tausende von inhaftierten Protestteilnehmer gefordert!

Die Demonstrierenden fordern dennoch weiterhin, den Kopftuchzwang im Land abzuschaffen. Frauen im Iran befürchten, andere Sicherheitskräfte könnten einfach die Kontrollen übernehmen, die bislang bei der Sittenpolizei lagen. Aktivisten sehen in den Aussagen zur Sittenpolizei zudem ein Ablenkungsmanöver, um die angespannte Lage im Land zu beruhigen. Nach Einschätzungen von Menschenrechtlern wurden seit Mitte September mindestens 470 Demonstranten getötet und mehr als 18.000 verhaftet.

Welche abscheulichen Gewalttaten solch ein »Gottesstaat« hervorbringen kann, wird in den westlichen Ländern kaum erkannt. Im Namen Allahs werden seine Kinder gefoltert und hingerichtet. Und Teile des herrschenden Machtapparates klatschen dazu Beifall. Mich schaudert es vor so viel brutaler Grausamkeit ...

8.12.22

Schon so lange her

 


 

Wer erinnert sich noch an Richard Löwenthal? Er wäre heute 100 Jahre alt geworden. Er war einer der Meilensteine westdeutscher Polemik. Sein »ZDF-Magazin« war der Inbegriff des »Kalten Krieges« im westdeutschen Fernsehen. Kaum jemand hat in der Zeit so polarisiert wie Löwenthal. Er teilte das Fernsehpublikum förmlich in zwei Lager.

Von Januar 1969 bis Dezember 1987 berichtete er mittwochabends in seiner Sendung im ZDF über politische Verfolgung in der DDR und prangerte nicht nur Menschenrechtsverletzungen hinter dem Eisernen Vorhang an, sondern auch die Ostpolitik der Bundesregierung.

Viele sahen in seiner Sendung das »West-Gegenstück« zur DDR-Sendung »Der schwarze Kanal« mit Karl-Eduard von Schnitzler.

Im Dezember 1987 wurde er - wie er es nannte - in die »Zwangspensionierung geschickt« Im September 2002 starb Richard Löwenthal, zwei Tage vor seinem 80.Geburtstag. Bis zum Lebensende änderte sich sein Weltbild nicht.

»Ich höre immer, der Kommunismus sei tot. Aber mir hat noch niemand die Leiche gezeigt. Mich beschäftigt die Frage, inwieweit der Westen wieder dabei ist, auf die Russen reinzufallen.«

Urteilen sollte man heute darüber nicht mehr - doch manches Geschehen regt zum Denken an ...

 

7.12.22

Kann es denn sein, dass Menschen so dumm sind?

 

"Eine Gruppe von Rechten und Verschwörungserzählern (Reichsbürger, Querdenker) soll einen Staatsstreich geplant haben, der Generalbundesanwalt lässt knapp 150 Häuser durchsuchen und 25 Menschen festnehmen. Innenministerin Faeser spricht von einem "Abgrund einer terroristischen Bedrohung".

Soweit die Einleitung zu einem Artikel in der "Süddeutschen Zeitung"




Irgendwie erscheint mir solch eine Meldung unglaublich. Es ist schon seltsam, da planen Menschen einen Staat wiedererstehen zu lassen, der vor knapp 80 Jahren die Welt in Brand gesetzt hat.

Diese Menschen, die jene Zeit noch nicht einmal selbst erlebt haben, sondern nur aus Geschichtsbüchern und Erzählungen ihrer verblendeten Vorväter kennen. Sie möchten etwas auferstehen lassen, das millionenfaches Leid über die Welt gebracht hat.

Es schaudert mich vor diesen nationalen Cliquen. Ebendiese sollten zunächst erst einmal versuchen, Geschichte nachzuempfinden! Dann nämlich würden sie erkennen, dass ein DEUTSCHLAND erst seit 150 Jahren existiert!! Davor war es nur ein herrschaftlicher Flickenteppich das den Namen »REICH« nicht verdiente.

Dieses »deutsche« Gebaren scheint ursächlich für das Wesen unseres nationalen Anspruchs zu sein, ansonsten käme es gar nicht zu diesen Versuchen, das Land zu ändern.

Aber um der Wahrheit Ehre zu geben: Es ist nicht nur bei uns der Fall! In jedem Land der übervölkerten Erde ist es so - zum Beispiel wird auf dem Erdteil Afrika all das heute nachgeholt, was in Europa vor Hunderten von Jahren geschah.
Es ist eben jeder dazu verurteilt, seine eigenen Erfahrungen zu machen! Lernen ist scheinbar etwas für kleine Kinder ?...

 

6.12.22

Da kommt das Verständnis abhanden

 


Ich war der Meinung, ich hätte eine Rundfunkmeldung aus dem Mittelalter vernommen, als ich heute früh die morgendlichen News aus dem Radio vernahm. Da sagte die Sprecherin, dass in Indonesien ein neues Gesetz einstimmig von den Volksvertretern angenommen worden sei!

        Toll, dachte ich zunächst, einstimmige Beschlüsse sind nicht allzu oft zu vernehmen, dann jedoch stutzte ich. Mir wurde bewusst, worum es in diesem Gesetz eigentlich ging. Das Gesetz besagte nämlich ziemlich eindeutig, dass der Staat - oder die Religion, (was ja manchmal das Gleiche ist) den vorehelichen Geschlechtsverkehr von Rechts wegen verbietet - Zuwiderhandlungen werden für beide Partner mit einjähriger Gefängnisstrafe belohnt! Und: Für das Zusammenleben ohne Trauschein drohen sechs Monate Haft.

        Man stelle sich das vor, der Staat greift mit voller Kraft in das Intimleben seines Volkes ein - welch ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der Menschen. Im Übrigen gilt das neue Gesetz nicht nur für indonesische Staatsbürger, nein - jeder ausländische Tourist ist genauso davon betroffen!

        Ach ja, bevor ich es vergesse: Fälle von Korruption, die bisher mit vier Jahren Gefängnis bestraft wurden, sind künftig als minder schwer zu betrachten und werden nur noch mit zwei Jahren Strafe belegt!

        Soweit diese neuen Gesetze. Was nun mit den Frauen geschieht, die Vergewaltigung erleiden müssen - davon schweigt der Gesetzgeber.

Wunderbares Land, diese frühere niederländische Kolonie, jedenfalls äußerlich. Aber wie heißt es in einem Operettensong? »Wie’s drinnen aussieht, geht niemand was an ...«

 

5.12.22

Wo ist das Christuskind?


Manchmal muss es auch ein bisschen süßlich sein ...
Eine Weihnachtsgeschichte anderer Art



Wieder ist Adventszeit. Ist es wirklich wieder so weit? Waren die Krippenfiguren nicht erst gestern verpackt worden? Also gut, auf ein Neues!

»Heinzi, holst du bitte die Krippenfiguren aus dem Keller?« 

»Welche Kartons sind das?«

Mutter räumt gerade den großen Tisch frei. »Na, du weisst es doch noch, die drei großen Gelben!« Heinz, der elfjährige Spross der Familie, läuft die Kellertreppe hinunter. Marleneken, die fünfjährige Schwester, stapft hinterher. Mutter ruft ihnen noch nach: »Aber vorsichtig! Nicht fallen lassen!«

       Ja, da stehen nun die drei Kartons. Alle machen sich daran, die Figuren auszupacken. Das große Krippengebäude entnehmen sie dem dritten Karton. Es ist wunderschön, als Stall gebaut, mit Reetdach und der Futterkrippe in der Mitte, in der einen Ecke eine ›Feuerstelle‹, in die ein Teelicht hineinpasst. Der Platz für die Krippe ist schon traditionell vorgegeben: Neben dem großen Fenster, der riesige Philodendron muss halt für diese Zeit in die Diele ausweichen.

       Die wunderschönen Figuren aus Olivenholz, handgeschnitzt, ein Geschenk von Tante Marlies, sie hatte die damals aus Israel mitgebracht, stehen in Zeitungspapier noch gut verpackt, auf dem Wohnzimmertisch. Und nun beginnt der spannende Teil: Das Auspacken der Figuren! Nach dem letzten Weihnachtsfest hatte Papa noch alles gut in alte Zeitungen eingewickelt, vorsichtig in den Kartons verstaut, damit auch nichts beschädigt werden konnte. Dieses Jahr ist Papa noch mit dem Truck unterwegs, er wird erst übermorgen, am Tag vor dem Heiligen Abend wieder bei der Familie sein.

       Eine nach der anderen Figur wird nun vom Papier befreit. Da stehen sie nun, bereit, ihren Platz an der Krippe einzunehmen. Da ist zunächst Maria, die Gottesmutter, wunderschön im blauen Gewand, dann kommt Josef, mit einem Vollbart im Gesicht und braunem Umhang bekleidet. Nach und nach erscheinen dann die Hirten, mit langen Stöcken und weitausladenden Hüten. Es folgen die drei Weisen aus dem Morgenland in prächtigen Gewändern und mit Geschenken in den Händen. 
Diese geschnitzten Figuren sehen wunderschön aus, es war wirklich ein Künstler, der sie aus dem Holz des Olivenbaums geschnitzt hatte. 
Sieh da, es kommen noch eine Reihe von Figuren ans Tageslicht. Schafe und Ziegen und noch zwei Kamele! Dann ist da noch der weiß gekleidete Engel, der seinen Platz vor dem Stall erhält, damit er seine bekannte Botschaft den Menschen übermitteln kann. Es sieht alles wunderschön aus, alles hat seinen Platz bekommen, jeder steht an der Stelle, die ihm zugedacht ist.

       Mutter kramt noch in den Kartons herum, wühlt im Papier der Verpackung, wirft dann alles aus den Kartons heraus. Sie schüttelt fortwährend ihren Kopf und ruft dabei ganz aufgeregt: »Ich verstehe das nicht. Das kann doch nicht sein!« 
Mutter scheint verwirrt zu sein. Erschöpft sitzt sie auf dem Boden neben den leeren Kartons. Auf Heinzis Frage: »Was ist denn los?« antwortet sie mit ratlosem Achselzucken.

       Und dann kommt von Marlenchen die Antwort auf alle Fragen, die plötzlich aufgetreten sind. »Aber Mama, wo ist denn das Jesuskind? Wir haben das Jesuskind vergessen…«

Mythen und Märchen

  Unser ganzes Dasein, unsere Welt seit Beginn der Geburt ist übersät von Mythen und Sagen, von unbeweisbaren Erzählungen und Märchen. Märch...