1.7.24

Mauern

 


Ich rede nicht gern über Mauern. Sie trennen Menschen, sie trennen Situationen, sie trennen all jenes, das eigentlich eine Gemeinsamkeit sein müsste. Ich wüsste nur gern den Grund für diese ewigen Teilungen!

      Wer oder was bringt uns in die Lage, Mauern zu errichten? Was treibt uns dazu an? Eine Mauer deutet unsere Position in dieser Welt an. Existierend befinden wir uns auf der einen oder anderen Seite. Wenn es eine Mauer gibt, steht uns nicht mehr der gesamte Raum zur Verfügung, um uns frei bewegen zu können. Sie schränkt uns ein. Wir können ihr ausweichen, wir können sie ignorieren, nicht anschauen, so tun, als gäbe es so ein Ungetüm gar nicht. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie verschwindet. Die Mauer ist da, trotz allem Herumreden.

     Es gibt Millionen von Mauern auf dieser Welt, das ist uns bekannt.. Kleine Mauern, grosse Mauern, kurze Mauern, einfache Holzzäune, Barrieren mit Stacheldraht, hohe Mauern, niedrige Mauern, die Vielfalt ist immens. Die Gebiete, in denen wir leben, sind komplett zerschnitten, Routen führen um Mauern herum oder durch diese hindurch, streng markiert. Alle Mauern haben Türen, Tore oder blosse Durchgänge, die bewacht werden können oder nicht. Zusätzlich zu den physischen Mauern, wie zum Beispiel die, die Berlin teilte, gibt es psychologische Mauern, kulturelle Mauern, religiöse Mauern, es gibt Mauern von alle Formen und Konsistenzen, die wir nach unserem Willen oder unserer Fähigkeit überwinden.

       Wir können eine Mauer verachten, indem wir ihr nicht die geringste Bedeutung beimessen; dies geschieht, wenn die Existenz der Barriere überhaupt nicht direkt in unser Leben eingreift, oder unsere Überzeugungen sehr verletzt. Es ist ganz leicht, eine Mauer völlig zu ignorieren, wenn sie nur den Nachbarn stört, mich aber völlig kalt lässt, nicht wahr?

       Die Existenz von Mauern kann durchaus gerechtfertigt sein - oder nicht: Doch jede Mauer, ob real oder psychologisch, steht nun mal konkret mitten in unserer Welt - und Zeit! Mauern trennen, ob man es will oder nicht. Die Trennung betrifft Länder, Menschen, Gedanken, Anschauungen. Eines ist dabei völlig klar - Frieden auf dem Erdball kann es nur geben, wenn alle diese unsäglichen Bauwerke abgeschafft würden. Da dies jedoch niemals geschehen wird, ist auch ein Friede auf Erden völlig illusorisch ...

 


3 Kommentare:

  1. lieber Horst zutiefst nachdenklich macht bestimmt nicht nur mich dieser Post von dir. Was mag dir bei diesen Worten nur durch-den-Kopf-gegangen- sein?
    Mauern können natürlich auch ein gewisser Schutz sein, z.B. wenn man Weidezäune für die Tiere errichtet um sie vor Wilderen zu schützen (gleich welcher Art-tierisch oder menschlich)
    aber ich denke diese Mauern meintest du nicht, denn bei denen -die du beschreibst kann ich dir nur zustimmen.! Friede auf Erden kann nicht neben Mauern die immer trennen entstehen - nur wenn sie fällt kann es geschehen dass neuer Friede Einzug in die Welt hält.
    Ein Mauerwerk ist im Grunde immer eine undurchdringliche Festung hinter der man sich verbirgt, etwas versteckt oder hinter der jemand lauert der den anderen erschiessen will. auch diese meinst du nicht...
    ich wünsche mir dass viele Mauern erst gar nicht entstehen, vielleicht in der neuen nächsten Generation...?
    liebe Grüße angel

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    1. Ich bin da ein wenig skeptisch, Liebes Engelchen. Die "nächste" Generation, die Du sicher meinst, baut ihre Mauern weiter - zwar ein bisschen weiträumiger, dennoch spürt man den Abstand zu anderen stärker.
      Es geht dann nach dem Wort: "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass"!

      lächeln und hoffen!
      Horst

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  2. bei vielem bemüh ich mich
    bei anderen gelingt es mir nicht ganz...
    " das hör ich auch oft..
    "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass"!
    wenn sich einer raushalten will...

    lacht angel

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Danke für die Interessante Anmerkung!

Dann musst du eben gehen.

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